Benefizkonzert im Rosenhof Lena hat den Kampf gegen die Leukämie verloren

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Im August 2017 geben sich Lena und Nils das Jawort. Archivfoto: Philipp HülsmannIm August 2017 geben sich Lena und Nils das Jawort. Archivfoto: Philipp Hülsmann

Osnabrück. Im vergangenen Sommer verkündet unsere Redaktion die schöne Nachricht: Die leukämiekranke Lena aus Osnabrück hat geheiratet, die Krankheit scheint sie besiegt zu haben. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer. Im November stirbt Anna Lena Dietrich im Alter von 29 Jahren. Nun soll es ein Benefizkonzert zu ihren Ehren geben.

„Der Rückschlag kam kurz nach der Hochzeit“, sagt ihr Ehemann Nils. Die war Anfang August 2017. Drei Wochen danach geht es Lena nicht gut. „Wir hatten anfangs eine Lungenentzündung in Verdacht.“ Nur drei Tage später die Gewissheit: Die Leukämie ist zurück.

Diagnose ein Jahr vor der Hochzeit

Das Paar hatte sich im September 2015 kennengelernt, es war Liebe auf den ersten Blick. Im August 2016 erhielt die gebürtige Osnabrückerin und Wahl-Hamburgerin zum ersten Mal die Diagnose.

Lena Krüssel, wie die zu diesem Zeitpunkt frisch verlobte Deutsch- und Religionslehrerin noch heißt, braucht eine Stammzellenspende zum Überleben. Im Oktober 2016 findet eine Typisierungsaktion in Osnabrück statt. 220 Osnabrücker lassen sich registrieren, rund 1100 Euro kommen für die DKMS zusammen.

„Verlobt, geheilt, verheiratet!“

Das Motto der Typisierungsaktion – „Verlobt, geheilt, verheiratet!“ scheint wahr zu werden. Lena findet eine Stammzellenspenderin, Monate danach gilt sie als krebsfrei. Am 4. August 2017 heiratet sie ihren Nils, unsere Redaktion zeigt ein unfassbar glückliches Ehepaar, das selbst die Standesbeamtin sichtlich beeindruckt. „Bitte bewahren Sie sich das, was wir hier heute gesehen haben“, sagt diese.

Doch eine lange gemeinsame Zeit ist dem Ehepaar nicht vergönnt.

Blutkrebs kehrt zurück

Rund drei Wochen nach der Hochzeit bekommt Lena erneut die niederschmetternde Diagnose. Die Ärztin macht Lena wenig Hoffnung. „‚Nicht unmöglich, aber es wird schwer‘ – das waren ihre Worte“, erinnert sich Nils.

Im Herbst erfährt Lena mit Gewissheit, dass sie den Kampf gegen die Krankheit diesmal vermutlich verlieren wird. Ende Oktober gilt sie als austherapiert. „Da war klar, was passiert“, erzählt ihr Mann.

Lena nimmt Abschied

Im Krankenhaus will Lena nicht sterben. Sie verbringt ein paar Tage mit ihrem Ehemann in der gemeinsamen Wohnung in Hamburg. Als sich ihr Zustand verschlechtert, fahren sie nach Osnabrück, wo ihre Familie lebt.

Am 3. November 2017 stirbt Lena im Beisein von Nils und ihrer Familie.

„Es ist gut, dass sie nach Hause konnte“, sagt Nils. Er ist froh, dass Lena sich von allen verabschieden konnte. „Der Prozess des Abschiednehmens ist vielen verwehrt.“ Mit Familie und Freunden verbringt sie ihre letzten Momente – und sie schreibt Abschiedsbriefe.

„Unfassbar ungerecht“

„Lena hat es uns immer unfassbar leicht gemacht“, sagt Nils. Sie behielt ihre positive Einstellung. „Bis zum Schluss. Sie akzeptierte es einfach und wollte nie, dass die Krankheit ihren Alltag bestimmt – sofern das eben möglich war.“

Daher soll die Trauer auch nicht Nils‘ Alltag bestimmen. „Natürlich trauern wir alle ganz fest und tief, ich bin sehr traurig, und was passiert ist, ist so unfassbar ungerecht.“ Der Verlust habe ihn des Alltags mit Lena beraubt. Nun müsse er sein Leben erst mal neu sortieren und alles Weitere auf sich zukommen lassen.

Benefizkonzert im Rosenhof im Mai

Am 5. Mai will er mit Enno Bunger ein Konzert im Rosenhof geben. Nils ist ein langjähriger Freund des Sängers und Komponisten, in dessen gleichnamiger Band er Schlagzeuger ist. Bunger war Nils‘ Trauzeuge. Mit der Band habe der die Möglichkeit, Geld für eine gute Sache zu sammeln. Das Motto des Abends: „Was berührt, das bleibt.“

Das Plakat zum Konzert. Screenshot: noz.de

Zwei oder drei Tage vor ihrem Tod hätten Lena und er überlegt, was man aus der Sache Gutes ziehen kann, erzählt Nils. „Das Schöne daran ist, dass Lena und ich das schon vorher besprochen haben.“

Bunger arbeitet derzeit an seinem vierten Studioalbum. Darauf erzählt er auch die Geschichte von Lena und Nils. Das Konzert im Rosenhof ist eines von nur zwei Konzerten in diesem Jahr von Enno Bunger in Deutschland.

Alle Erlöse des Konzerts gehen an den Förderverein für Knochenmarktransplantation in Hamburg, der insbesondere sozial schwache Familien unterstützt. Dankbar ist Nils dem Rosenhof, der ihm sehr entgegengekommen sei.

Eines stellt Nils noch klar: Eine Trauerfeier soll das Konzert nicht werden.

Enno Bunger ist unter anderem bekannt für das Lied „Regen“:


Das Konzert im Rosenhof

Datum: 5. Mai 2018

Zeit: 20 Uhr; Eintritt ab 19 Uhr

Eintritt: 24,90 Euro

Tickets: www.rosenhof-os.de

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