Niedrigster Stand seit 2000 Zahl der Straftaten in der Region Osnabrück geht zurück

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Die Zahl der Straftaten in Landkreis und Stadt Osnabrück ist laut Polizeiinspektion Osnabrück im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2000 gesunken. Foto: Franziska Kraufmann/dpaDie Zahl der Straftaten in Landkreis und Stadt Osnabrück ist laut Polizeiinspektion Osnabrück im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2000 gesunken. Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Osnabrück. Die Zahl der registrierten Straftaten in der für Stadt und Landkreis Osnabrück zuständigen Polizeiinspektion Osnabrück ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit fast 20 Jahren gesunken. Das und mehr geht aus der jetzt veröffentlichten Kriminalitätsstatistik für 2017 hervor.

  • Die Zahl der Straftaten ist in Stadt und Landkreis Osnabrück im Jahr auf 33.269 gesunken.
  • Der Anteil nicht deutscher Tatverdächtiger ist auf 29,89 Prozent gestiegen.
  • Auch immer mehr Kinder und Jugendliche geraten mit dem Gesetz in Konflikt.
  • Gestiegen ist auch die Zahl der Fälle, in denen Polizisten Opfer von Gewalt wurden.

Konkret wurden in Stadt und Landkreis im Jahr 2017 33.269 Straftaten registriert, 1.813 Fälle weniger als im Vorjahr. Zuletzt habe es im Jahr 2000 einen niedrigeren Stand gegeben, teilt die Polizeiinspektion mit. Während die Straftaten in der Stadt um knapp zwei Prozent zurückgingen, waren es im Landkreis sogar 8,3 Prozent weniger. In etwa gleich geblieben ist die Aufklärungsquote der Polizei, die im vergangenen Jahr bei 60,55 Prozent lag.

(Weiterlesen: Weniger Straftaten im Gebiet der Polizeidirektion Osnabrück)

Vor allem Männer geraten in Konflikt mit dem Gesetz

Wie in den Vorjahren zeigt ein Blick in das Zahlenwerk, dass es zum Großteil die Männer sind, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Bei den 13.888 ermittelten Tatverdächtigen machen sie knapp 77 Prozent aus.

In den Fokus der Öffentlichkeit ist zuletzt die Beteiligung von nicht deutschen Personen an Straftaten gerückt. In den vergangenen Jahren stieg der Anteil dieser Gruppe an – was nach Angaben der Polizei allerdings auch und vor allem auf aufenthaltsrechtliche Verstöße zurückzuführen ist. So wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Ermittlungsverfahren gegen Ausländer eingeleitet, weil sie beispielsweise bei der Einreise keinen gültigen Aufenthaltstitel oder einen gültigen Pass besaßen. Bei der Polizeiinspektion Osnabrück, deren räumliche Zuständigkeit auch die Landesaufnahmebehörde (LAB) Bramsche umfasst, wurden vor allem in den Jahren 2015 (7618) und 2016 (1421) zahlreiche Strafverfahren wegen solcher Delikte in Gang gesetzt.

Anzahl der nicht deutschen Tatverdächtigen steigt

Trennt man diese Verstöße von den restlichen Fallzahlen ab, zeigt sich in der Statistik jedoch auch, dass die Zahl der ermittelten nicht deutschen Tatverdächtigen von 20,54 Prozent im Jahr 2012 auf nunmehr 29,89 Prozent im Jahr 2017 gestiegen ist. Ein Schwerpunkt liegt hierbei laut Polizei im Bereich der Vermögens- und Diebstahlsdelikte. Der Anteil der Asylbewerber als Tatverdächtige ist auf 8,21 Prozent gestiegen, auch hier spielen Diebstähle eine große Rolle.

Mehr Minderjährige an Straftaten beteiligt

Als „besorgniserregend“ bezeichnet Inspektionsleiter Michael Maßmann den Anstieg bei den minderjährigen Tatverdächtigen. So nahm der Anteil der unter 14-Jährigen (von 323 auf 397) und Jugendlichen (von 1179 auf 1305) zu. „Der Grundstein für eine kriminelle Karriere wird häufig schon in jungen Jahren gelegt. Hier müssen wir genau prüfen, wie wir dem gemeinsam mit anderen Einrichtungen, Behörden und Institutionen entgegenwirken können“, wird Maßmann in einer Mitteilung der Polizeiinspektion zitiert.

Weniger Wohnungseinbrüche

Erfreulich ist aus Sicht der Polizei der Rückgang bei den Diebstählen und Wohnungseinbrüchen. Konkret ist die Zahl der Diebstähle um 792 auf 12.815 gefallen und liegt damit auf dem niedrigsten Niveau der vergangenen Jahre. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 35,86 Prozent. Nach erheblichen Anstiegen bis zum Jahr 2015 und einem ähnlich hohen Niveau in 2016, sank die Zahl der Wohnungseinbrüche 2017 um 367 auf 710 Taten.

(Weiterlesen: Ausländische Einbrecher – Was sie wollen, wie sie denken)

„Uns ist bewusst, dass die Bürger insbesondere durch Wohnungseinbrüche stark verunsichert sind und hier das Sicherheitsgefühl ein anderes ist“, wird Maßmann zitiert. Die Sorgen und Ängste nehme die Polizei sehr ernst und habe daher einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche gelegt. So wurde im Oktober 2016 die „Zentrale Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl“ auf Ebene der Polizeidirektion eingerichtet. Ein Ergebnis: Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbruchdiebstählen stieg zuletzt auf 20,70 Prozent.

Ermittlungserfolge der Polizei

Als Beispiel für die Fokussierung auf diesen Straftatsbereich führt die Polizei zwei Ermittlungserfolge an: So wurden im Juni zehn Männer und Frauen aus Litauen verhaftet, die an zahlreichen Einbrüchen beteiligt waren. Derzeit müssen sich zwei der Hauptverdächtigen vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Im Dezember wurde ein 39-Jähriger nach einem Einbruch in ein Osnabrücker Einfamilienhaus festgenommen. Der polizeibekannte Mann floh zunächst auf waghalsige Art und Weise. Gut zwei Stunden später nahmen Polizisten ihn in einer Osnabrücker Gaststätte fest. „Die Mitarbeiter der Polizeiinspektion machen ihre Arbeit mit hohem Engagement. In unseren Ermittlungen sind wir allerdings in vielen Fällen auf die Hinweise von Zeugen angewiesen. Melden Sie uns immer verdächtige Beobachtungen und unterstützen Sie uns bei unserer Arbeit, damit wir gemeinsam Osnabrück ein Stückweit sicherer gestalten können“, so Maßmann.

Raubdelikte nehmen zu

Raubdelikte haben im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiinspektion Osnabrück um 23 Fälle auf 271 zugenommen. Während ein Anstieg der Fallzahlen vor allem in der Stadt auszumachen ist, blieb die Zahl im Landkreis in etwa gleich. Überwiegend handelte es sich hierbei um Raubüberfälle auf Geschäfte und Tankstellen. In der Stadt waren es jedoch häufiger klassische Straßenraubdelikte, die sich im Umfeld von Gaststätten und Diskotheken ereigneten und bei denen es hauptsächlich um Handys oder Bargeld ging.

Polizisten werden selbst Opfer von Gewalt

Die Statistik bestätigt zudem einen Trend: Immer häufiger werden Polizeibeamte selbst Opfer von Gewalt. Im Jahr 2017 wurden in der Polizeiinspektion Osnabrück 249 Fälle von Widerstand gegen die Staatsgewalt angezeigt, bei denen in 242 Fällen Polizeibeamte Opfer waren. Im Vorjahr waren es bei 231 Taten und 220 Opfer. Zum Großteil wurden die Polizisten geschlagen, getreten oder mit Gegenständen beworfen.

Weniger Straftaten hat die Osnabrücker Polizeiinspektion zudem bei Umweltdelikten, der Straßenkriminalität, bei Sachbeschädigungen, bei verschiedenen Diebstahlsdelikten und bei Körperverletzungen verzeichnet. Einen Anstieg der jeweiligen Fallzahl gab es hingegen bei Rauschgiftdelikten, bei Fahrraddiebstählen und vor allem Ladendiebstählen.


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