Zeitreise durch Konzerthistorie „Höfert’sches Get Together“ mit Landesjugendblasorchester Niedersachsen

Von Alexander Stukenbrok

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Voller Elan dirigierte Matthias Höfert das Landesjugendblasorchester. Foto: Thomas OsterfeldVoller Elan dirigierte Matthias Höfert das Landesjugendblasorchester. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Ein Abschiedskonzert gaben die Musiker des Landesjugendblasorchesters Niedersachsen (LJBN) unter Leitung ihres langjährigen Dirigenten Matthias Höfert in der gutbesuchten Schlossaula der Universität Osnabrück am Sonntag. Das 2002 gegründete Projektorchester wird dieses Jahr nicht in die Arbeitsphase gehen; unklar ist, wie es 2019 weitergehen wird.

Selbstorganisiert und ohne institutionelle Unterstützung haben die über 70 Musiker an nur drei Probewochenenden ein beeindruckendes Programm zusammengestellt – eine Zeitreise durch die Konzerthistorie des LJBN. Die Hauptinitiatoren, Martin Opitz, Matthias Kadereit, Marcel Evers und Dahla Rodewald, sind langjährige Mitglieder des Orchesters. Neben den aktiven Mitgliedern sind auch zahlreiche Ehemalige dabei, teilweise aus Berlin, Bern oder Amsterdam angereist, so dass das „Höfert’sche Get Together“ einen passenden Titel für das Projekt darstellt.

Wie sehr die jungen Blasmusiker über die Jahre durch ihre Musik zusammengewachsen sind, wird vom ersten Ton an spürbar. Mit einer herausragenden Gemeinschaftsleistung, unermüdlichem Einsatz und tollem Klang präsentiert das Blasorchester Stücke von Alfred Reed, Philip Sparke oder Ludwig van Beethoven. Für Gänsehausmomente sorgt das Stück „Et in terra pax“ des belgischen Komponisten Jan van der Roost. Der Vortrag des Gedichts „Grodek“ von Georg Trakl in der Mitte des Stückes beeindruckt tief. Die thematisierte Sinnlosigkeit des Krieges wird dabei durch den vom Orchester erzeugten eindrucksvollen Klangteppich hör- und fühlbar.

Neben diesen musikalischen Highlights wird das Konzertprogramm durch Beiträge der Musiker, die aus dem Fundus gemeinsamer Erinnerungen schöpfen, ergänzt. Gedichte werden vorgetragen und Anekdoten beispielsweise von Orchesterreisen nach Italien, England und Russland zum Besten gegeben.

In jedem Moment des Konzerts ist zudem die große Verbundenheit der Musizierenden mit ihrem Dirigenten Matthias Höfert spürbar. Er ist Hauptakteur des Abends und ein stiller Genießer der anerkennenden Worte seiner Schützlinge, die ihn als ihren „musikalischen Vater“ bezeichnen. Auch nach 15 Jahren dirigiert Höfert voller Elan sein Orchester.

Mit Standing Ovations und „Kein schöner Land“ endet ein für viele sehr emotionaler Abend. So treffen die Worte der Einführungsrede der Universitätsmusikdirektorin Claudia Kayser-Kadereit in ganz besonderer Weise auf dieses Konzert zu: „Zusammen Musik zu machen und mit seinem Instrument in ein Ensemble zu gehen ist etwas, woran man sich ein ganzes Leben lang erinnern kann.“


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