Im Bett statt in der Bahn Grippewelle sorgt für Zugausfälle in der Region Osnabrück

Die momentan grassierende Grippe hat auch Auswirkungen auf den Schienenverkehr: In der Region kommt es krankheitsbedingt zu Zugausfällen. Symbolfoto: Bernd Wüstneck/dpaDie momentan grassierende Grippe hat auch Auswirkungen auf den Schienenverkehr: In der Region kommt es krankheitsbedingt zu Zugausfällen. Symbolfoto: Bernd Wüstneck/dpa

Osnabrück. Die aktuell grassierende Grippe sorgt nicht nur für volle Wartezimmer und leere Büroflure – auch manch ein Nahverkehrszug bleibt in diesen Tagen stehen. Der Grund: Viele Lokführer hüten momentan anstelle der Fahrerkabine das Bett.

Zugausfälle hat es beispielsweise in den vergangenen Tagen bei der Nordwestbahn gegeben, die in der Region Osnabrück die Strecken nach Oldenburg, Bremen und Bielefeld bedient. Betroffen ist nach Angaben von Sprecherin Stephanie Nölke in erster Linie das Streckennetz in Ostwestfalen-Lippe, aber auch auf der Haller-Willem-Verbindung fielen vereinzelt Züge aus. „Grippebedingte Ausfälle beschäftigen uns schon seit rund zwei Wochen“, sagt Nölke. Auch in den kommenden Tagen sei hier und da mit Personalengpässen zu rechnen.

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„Bei den Kollegen in der Leitstelle rauchen momentan die Köpfe“, berichtet die Sprecherin. Schichten würden umdisponiert, Personal werde kurzfristig an anderer Stelle eingesetzt, um die Auswirkungen für die Fahrgäste zu gering wie möglich zu halten. So würden in erster Linie gut frequentierte Verbindungen während der Stoßzeiten besetzt, beispielsweise im morgendlichen Berufsverkehr. Dafür fallen vereinzelt Züge während der Randzeiten aus. Gleichzeitig habe das Unternehmen Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückbeordert. Die Unternehmenssprecherin rät Reisenden, sich vor Fahrtantritt zu versichern, dass der Zug auch wirklich fährt. Möglich ist dies online unter nordwestbahn.de/de/abfahrtsmonitor.

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Grippetechnisch bisher verschont wurden offenbar die Mitarbeiter der Westfalenbahn, die in der Region Osnabrück auf der Verbindung zwischen Rheine und Helmstedt verkehrt. „Zugausfälle aufgrund von Grippefällen haben wir momentan nicht“, berichtet Sprecher André Rahmer auf Nachfrage unserer Redaktion. Für das Teutoburger-Wald-Netz (TWN) hatte Eurobahn-Mutter Keolis bereits in der vorvergangenen Woche auf mögliche krankheitsbedingte Zugausfälle hingewiesen. Durch die grippebedingt erhöhten Abwesenheitsquoten könne sich der Einsatz neu eingestellter Mitarbeiter geringfügig verzögern. „Wir hatten im Zeitraum zwischen dem 16. und 19. Februar in der Tat vereinzelte Ausfälle aufgrund von Grippefällen“, sagt Sprecherin Nicole Pizzuti. Mittlerweile habe sich die Lage jedoch wieder einigermaßen beruhigt. „Aktuell haben wir keine krankheitsbedingten Zugausfälle mehr.“ Über Abweichungen im Zugverkehr informiert die Eurobahn ihre Fahrgästerund um die Uhr und in Echtzeit, unter anderem im Internet auf eurobahn.de/verkehrslage.

Am 10. Dezember 2017 übernahm die Eurobahn das bislang von Westfalenbahn und DB Regio gemeinsam betriebene Teutoburger-Wald-Netz (TWN). Dieses umfasst fünf Linien: RB61 „Wiehengebirgsbahn“ (Bielefeld–Osnabrück–Hengelo), RB65 „Ems-Bahn“ (Münster–Rheine), RB66 „Teuto-Bahn“ (Osnabrück–Münster), RB72 „Ostwestfalen-Bahn“ (Herford–Paderborn) und RE78 „Porta-Express“ (Bielefeld–Minden–Nienburg). Foto: Eurobahn / Grafik: Neue OZ/Langer

Südwesten besonders betroffen

Bei der Eisenbahngesellschaft Metronom sind in den vergangenen Tagen einzelne Züge nicht gefahren. „Bedeutend mehr Angestellte sind krank als in den vergangenen Jahren“, sagte eine Sprecherin der in Uelzen ansässigen Gesellschaft, deren Züge in Niedersachsen, Bremen und Hamburg unterwegs sind. Angestellte aus der Verwaltung müssten als Zugführer einspringen. „Aber die haben natürlich alle einen Lokführerschein“, sagte die Sprecherin. Auch in anderen Regionen Deutschlands sorgt die Grippewelle für Ausfälle im Bahnverkehr. Am stärksten betroffen ist nach Angaben der Deutschen Bahn der Südwesten.

(mit dpa)


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