„Da herrscht viel Bedarf“ Osnabrückerin hilft als Zahnärztin in Nepal

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Osnabrück . Henrike Senker ist gebürtige Osnabrückerin und hat in Hannover Zahnmedizin studiert. Mit vier Freundinnen reist sie Mitte März nach Nepal, um in Kathmandu und Umgebung einen Monat lang als Zahnärztin zu arbeiten.

Theresa Ochs, Linda Kraume, Verena Volbracht, Charlotte Wiese und Henrike Senker haben gemeinsam in Hannover Zahnmedizin studiert. Bevor sie in Deutschland anfangen zu arbeiten, nutzen sie die Zeit und reisen gemeinsam nach Nepal, um dort die Zahnärzte im Dhulikhel Hospital in Kathmandu zu unterstützen. Die offizielle Bezeichnung dafür lautet „Famulatur“: Ein freiwilliger Einsatz in außereuropäischen Ländern, der in der Regel während des Studiums stattfindet, den Henrike Senker und ihre Freundinnen aber jetzt nachholen wollen.

„Wir wollten in ein Land, in dem unsere Hilfe gebraucht wird und wir richtig anpacken können“, erzählt Senker. Also haben sie diversen Kliniken in unterschiedlichen Ländern geschrieben. „Wir fünf wollten zusammenbleiben und haben dann gemeinsam die Zusage in Nepal bekommen.“ Von Mitte März bis Ende April sind sie in Südostasien. Die zwei Wochen im März nutzen sie, um zu reisen und das Land zu erkunden. Der April steht im Zeichen der Arbeit. Ein gemeinnütziges Work & Travel nach der Uni, sozusagen.

Einsatz in Kathmandu und Umgebung

Eingesetzt werden sie vorrangig im Krankenhaus in Kathmandu. Es wartet jedoch auch Arbeit jenseits der nepalesischen Hauptstadt auf sie, in den umliegenden Bergdörfern. Nepal ist ein armes Land. Seine Infrastruktur sei besonders durch Erdbeben verschlechtert worden, so Senker. „Deshalb können die Leute auch schlecht aus ihren Dörfern in die Hauptstadt kommen.“ Das Dhulikhel Hospital sei froh, dass die Zahnärztinnen zu fünft anreisen: „Es gibt genug Arbeit für uns alle. Da herrscht viel Bedarf.“

Senker und ihre Kolleginnen unternehmen die Reise eigenständig, nicht im Auftrag einer Hilfsorganisation. Lediglich der Zahnärztliche Austauschdienst Deutschland unterstützt sie ein wenig beim Papierkram. Sie kommen für die Reise selbst auf, organisieren und koordinieren den Einsatz mit dem Krankenhaus in Nepal. Besonders vorbereitet werden sie auf ihre Famulatur nicht. Im Studium haben sie zwar bereits Patienten in der Uniklinik behandelt, aber das werde nicht vergleichbar mit der Arbeit in Nepal sein. „Da standen uns alle Geräte und Instrumente zur Verfügung. In Nepal werden wir jedoch sicher kreativ werden und ganz andere Methoden anwenden müssen, um die Patienten behandeln zu können. Man wird dort auch sicherlich ganz andere Dinge erleben als in Deutschland, da es keine Grundversorgung an Prophylaxe gibt.“

Um Spenden fürs Krankenhaus wird gebeten

Um diese Grundversorgung zu verbessern, bitten die Fünf um Spenden für das Dhulikhel Hospital. Einige Sachspenden von Dentalfirmen – also Verbrauchsmaterialien wie Handschuhe, Tupfer etc. – haben sie bereits bekommen. „Das Krankenhaus ist auf jede Hilfe angewiesen. Noch dankbarer sind die Leute dort für Geldspenden. Weil sie die Sachen über Indien importieren, können sie in Nepal viel mehr davon für das Geld bekommen.“ Als Kontaktadresse für Spenden hat die Reisegruppe eine Mail-Adresse eingerichtet. Interessierte können sich unter famulatur.nepal@gmx.de bei ihnen melden.


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