6. Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten Osnabrücker Studierende zu schüchtern fürs „Schreibdating“?

Von Mareike Eigenwillig

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Osnabrück. Ein einzelner ausgefüllter Zettel lag in der Box zur Anmeldung für das „Schreibdating“. Dabei sollen eigentlich Zweierteams gebildet werden, die sich gegenseitig beim Verfassen ihrer Hausarbeiten unterstützen. Gut besucht hingegen waren Recherche- und Zitationsworkshops, Telegym und die individuelle Schreibberatung durch die Schreibwerkstatt des Sprachenzentrums der Universität Osnabrück.

Viele Erstsemester tummeln sich bei der 6. Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten im Foyer der Universitätsbibliothek Alte Münze. Auch Johannes Bölscher und Ole Decker betrachten den angeschlagenen Angebotsflyer. Sie halten die Veranstaltung für eine gute Möglichkeit, sich über die Recherchedatenbanken zu informieren und zu lernen, wie man diese richtig benutzt. Eine Hausarbeit haben sie aber nicht aufgeschoben. „Der Termin ist sehr früh. Die Klausurenphase ist erst seit einer Woche beendet. Da blieb noch nicht genügend Zeit etwas aufzuschieben“, sagte Bölscher. Die beiden jungen Männer studieren im ersten Semester Rechtswissenschaften.

Offene Beratung

Schreibprojekte sowohl in Deutsch als auch in Englisch können die Studierenden bei der Nacht der aufgeschobenen Hausarbeit mitbringen, um eventuelle Probleme gemeinsam mit Fachkräften zu bearbeiten. „Es wird vordergründig handwerkliche Hilfestellung geleistet. Bei all den unterschiedlichen Studiengängen können wir keine thematische Beratung anbieten“ erklärt ein Mitarbeiter das Angebot.

Volle Säle bei Rechercheworkshops

Der Zimeliensaal ist proppenvoll, während Annegret Heuermann zukünftigen Juristen und Rechtswissenschaftlern den Umgang mit juristischen Datenbanken erläutert. Ebenfalls bis auf den letzten Platz besetzt ist der Raum, in dem Studierenden das Literaturverwaltungsprogramm Citavi näher gebracht wird.

„Schreibdating“ floppt

Da sich nur eine Person für das Schreibdating angemeldet hatte, fällt es ins Wasser. Ein Grund könnte der frühzeitige Termin sein. Vielleicht gönnen sich viele Studierende nach der stressigen Klausurenphase erst einmal eine Verschnaufpause, bevor sie mit dem Schreiben ihrer Hausarbeiten beginnen. Vielleicht sind Osnabrücks Studierende aber auch einfach zu schüchtern zum „Schreibdaten“.

Telegym gegen Schreibtischbeschwerden

Armsehnen dehnen gegen den Mausarm: Per Beamer wird eine Folge der Fernsehsendung Tele-Gym aus dem Bayerischen Rundfunk gezeigt. Übungen, die man während des Sitzens am Schreibtisch absolvieren kann, sollen typischen Schreibtischbeschwerden vorbeugen. Da noch Plätze frei sind, gesellen sich spontan einige Mitarbeiter der Unibibliothek hinzu.

Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten sei in den vergangenen Jahren immer gut besucht gewesen, berichtet Carin Tholen-Wandel, die diesjährige Leiterin der Veranstaltung.


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