Premiere im Theater Osnabrück Begeisterung über Oskar-Produktion „Matti und Sami“

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Ärger über Aprilscherze: Johanna Franke als zehnjähriger Matti und Jost op den Winkel als seine Mutter.Foto: Uwe LewandowskiÄrger über Aprilscherze: Johanna Franke als zehnjähriger Matti und Jost op den Winkel als seine Mutter.Foto: Uwe Lewandowski

ubk Osnabrück. Mit begeistertem Applaus reagierte das Publikum am Samstag auf die Premiere der Oskar-Produktion „Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums“ im ausverkauften Emma-Theater.

Ein Delfin im Ententeich! Matti (Johanna Franke) und Sami sind außer sich vor Freude – bis sie erfahren, dass die frohe Kunde nur ein Aprilscherz der Zeitung war. Als sich dann der vom Vater angekündigte Umzug in die Schweiz als ebenso unwahr entpuppt wie die elterliche Spende zugunsten bedrohter Tiere, ist Matti von den Erwachsenen und ihren Lügen schwer enttäuscht.

Um den schmalen Grat von Wahrheit, Lüge und den Drang, diese „Fehler des Universums“ zu korrigieren, geht es in der 65-minütigen Oskar-Produktion „Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums“, die am Samstag im ausverkauften Emma-Theater Premiere hatte. Basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch des deutsch-syrischen Autors Salah Naoura, verwandelte Birga Ipsen für ihre zweite Regiearbeit (Dramaturgie: Marie Senf) die Story um Matti, Sami und deren deutsch-finnische Familie in eine turbulente Komödie für ein Publikum ab 10 Jahren. Vor allem Hauptdarstellerin Johanna Franke erwies sich im Part des zehnjährigen Matti als wahres Energiebündel, dem man den Lausbubencharme ebenso abnahm wie die kindlichen Trotzanfälle des fünfjährigen Sami: Als blonder Puppenjunge ergänzte der das dreiköpfige Oskar-Ensemble und erhielt seine Stimme von Johanna Franke.

Ähnlich doppelzügig agierten auch die anderen Oskar-Spieler. Mit Rock, Bluse und blonder Perücke (Kostüme: Janine Hagedorn) konnte Jost op den Winkel als gestresste Mutter ebenso überzeugen wie als bärtiger Waldschrat-Onkel Jussi, der es angeblich vom Holzfäller zum Chef gebracht hat. Benjamin Werner verströmte als Vater Sulo ebenso viel finnische Schweigsamkeit wie als Mattis Schulfreund Turo nerdige Altklugheit. Als eine Art Running Gag fungierte Regie-Hospitant Tuomas Kiiliäinen aus dem Off als Stimme der dauergenervten Nachbarin „Oma Meyer“.

Die finanziell prekäre Lage der Familie zeigte sich in der von Janine Hagedorn gezauberten mobilen Bühne: skandinavisch praktisch wie liebevoll ausgestattet mit Küchenecke und Postkartenwand, spiegelte die Einrichtung beengtes wie kreatives Wohnen wider. Mattis Traumvilla oder Schauplätze wie die finnischen Wälder ließen sich wiederum an Falk Ostendorfs Videobildern ablesen.

Insgesamt ist Birga Ipsen eine kurzweilige, lustige Inszenierung über Doppelmoral und Notlügen gelungen, die mit Mattis Vorstellung des Universums durchaus konform geht: Alles ist in Bewegung und trotzdem ist alles an seinem Platz.


Weitere Aufführungen: 6. März um 9.30 Uhr und 11.30 Uhr sowie am 7., 13., 14. und 15. März im Emma-Theater. Kartentel. 0541-7600076.

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