Handstände und Kofferballett „Varieté Surprise“ im Piesberger Gesellschaftshaus

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Tanz mit Koffern: Die „Ladies in Red“ der „Tanzbar Bremen“ beim „Varieté Surprise“ im Piesberger Gesellschaftshaus. Foto: Thomas OsterfeldTanz mit Koffern: Die „Ladies in Red“ der „Tanzbar Bremen“ beim „Varieté Surprise“ im Piesberger Gesellschaftshaus. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Ein neues, gemeinsames, vielfältiges „Varieté Surprise“-Programm stellten vier bereits vom Theateracker bekannte Protagonisten für das Piesberger Gesellschaftshaus auf die Beine – in einem Fall vielmehr auf die Hände.

Denn für den akrobatischen Teil war Handstandartistin Natalie Reckert zuständig, die „unbesiegbar wie eine Rakete“, aber gleichzeitig „zerbrechlich wie eine Lakritzstange“ auf ihrem „Lieblingshandstandtisch“ beeindruckend demonstrierte, wie man mit bloßer Körperspannung der Schwerkraft ein Schnippchen schlagen kann. Ihre „Beine aus Zuckerwatte“ dienten dabei als „luftige Stabilisatoren der Gesamtbalance“, sie trug sich selbst auf Händen, wobei ihr mitunter eine genügte, um für sich die Welt auf den Kopf zu stellen.

Vom Tanz zum Kampf

Eine verkehrte Welt bot sich auch dem Publikum, das auf der Bühne saß, die zur Zuschauertribüne umfunktioniert worden war. So konnte das Geschehen auf dem Parkett gut verfolgt werden. Den bunten Abend voller Überraschungen eröffnet hatten alle Akteure gemeinsam als gemischte Reisegruppe, die in schriller Zirkusmanier turbulent durch den Raum wirbelte, um ohne Worte, aber mit Musik vom Band unterlegt in unterschiedlichen Szenen zu zeigen, wie stressig es sein kann, unterwegs zu sein. Die beiden „Ladies in Red“ der „Tanzbar Bremen“ legten dabei mitsamt ihren rosa Trolleys ein beeindruckendes „Pas de deux“-Kofferballett hin, das später vom Tanz in den Kampf übergehen sollte.

Auf den Arm genommen

Als ungleiches clowneskes Paar mit braunen statt roten Nasen glänzten Caspar & Gaya. Während sie den Austausch mit dem Publikum über „existenzielle Fragen“ suchte“, durchkreuzte er dieses Ansinnen mit herrlichem frankophonen Nonsens und mimisch gestisch fein ausgeprägten Slapstick-Einlagen. Auch buchstäblich nahm Caspar seine Partnerin auf den Arm, sie verrenkten sich auf- und ineinander, spielten mit dem Saxofon und den Drumsticks, mit denen einmal auch jene Bretter bearbeitet wurden, welche die Welt bedeuten. Jonglage und Zauberei stand bei dem gespielt unbeholfenen „Kaosclown“ auf dem Programm. Er versuchte sich auch mehr oder weniger erfolgreich im Feuerschlucken und Einradfahren, letzteres mit doppelter Hilfestellung der „Freiwilligen“ Udo und Martin aus dem Publikum.

Lichtblick im Winter

Nach rund zwei Stunden standen am Ende alle sechs Akteure im „Purple Rain“ aus Natalie Reckerts Superhelden-Mehltüte und konnten sich nach der öffentlichen Generalprobe in der Bremer Schaulust ebenso wie die Zuschauer über ein gelungenes Gastspiel im Winterquartier des Piesberger Theateracker s freuen. Auch für die neue Lichtanlage im Saal, die sich erst einmal an ihr neues Zuhause gewöhnen musste, war es eine Premiere. Aber auch sie konnte den von Schaulust-Ensembleleiter Markus Siebert alias Knäcke inszenierten, hochkarätigen Varieté-Reigen schließlich ins rechte Licht rücken. Mit einem begeisterten, donnernden Schlussapplaus wurden das neu formierte Sextett verabschiedet.


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