Wer einmal lügt... Oskar-Stück über Wahrheit und finnische Mentalität im Emma-Theater

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Freuen sich auf die Premiere: Birga Ipsen, Tuomas Kiiliäinen und Puppe „Sami“. Foto: Thomas OsterfeldFreuen sich auf die Premiere: Birga Ipsen, Tuomas Kiiliäinen und Puppe „Sami“. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Aus dem Kinderbuch „Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums“ von Salah Naoura ist eine neue Oskar-Produktion entstanden, die am Samstag im Emma-Theater Premiere hat. 

Wenn Erwachsene etwas erzählen, muss das nicht immer wahr sein. Aus dieser Erkenntnis heraus fängt der elfjährige Matti seinerseits an, es mit der Wahrheit nicht mehr so genau zu nehmen - ein Umstand, der ihn mit seiner Familie ohne Haus, ohne Auto und ohne Geld in Finnland stranden lässt. 

Um die kindliche Sicht auf Wahrheit und Lüge geht es in dem 2011 erschienenen Kinderbuch „Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums“ des deutsch-syrischen Autors Salah Naoura. Aus dieser Vorlage ist jetzt eine 60-minütige Oskar-Produktion für ein Publikum ab zehn Jahren entstanden, das am Samstag um 16 Uhr im Emma-Theater Premiere hat. Für Birga Ipsen, die 2016 bereits Gotthold Ephraim Lessings freimaurerischen Kerntext „Ernst und Falk“ für die Bühne inszenierte, ist die Kinderbuch-Adaption ihre zweite Regiearbeit. Obwohl die Story um die Brüder Matti und Sami und deren deutsch-finnische Familie bereits 2012 in Karlsruhe für die Bühne bearbeitet wurde, entwickelte Ipsen ein Stück mit eigenen dramaturgischen und inhaltlichen Schwerpunkten. Dazu gehört auch der Anspruch, Kindern etwas von der finnischen Kultur und Mentalität zu vermitteln - etwa durch ins Deutsche übertragene Redewendungen. Weitere Anregungen in Sachen finnischer Mentalität kamen von dem aus Finnland stammenden Regie-Hospitanten Tuomas Kiiliäinen. Dazu gehört Tangomusik ebenso wie eine Vorliebe für an die Wand gepinnte Postkarten oder eine gewisse Wortkargheit und Körperdistanz, die vor allem Mattis Vater charakterisiert. Finnische Mentalität so zu inszenieren, dass sie nicht als unfreundlich empfunden wird, das gehörte mit zu Ipsens Regie-Herausforderungen. Dazu kam das Deutlichmachen der prekären finanziellen Situation von Mattis Familie, die nach dem Motto „Aus Nichts was machen“ lebt. So ermöglicht die von Janine Hagedorn gezauberte mobile Bühne nicht nur einen raschen Szenenwechsel, sondern zeigt auch das beengte Wohnen der Familie. Pragmatisch auch der Einsatz einer Puppe mit blondem Strubbelhaar, die in einzelnen Szenen mit dem dreiköpfigen Oskar-Ensemble als Mattis kleiner Bruder Sami zum Einsatz kommt. Die Puppe sei, so Birga Ipsen augenzwinkernd, nach sechs Wochen Probe fast ein vollwertiges Ensemble-Mitglied geworden.  


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