Mädchen auf Facebook erpresst Vergewaltigung vor 18 Jahren: Sextäter verurteilt

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Symbolfoto: Michael GründelSymbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Für zwei Jahre und sechs Monate muss ein Osnabrücker hinter Gitter. Das Landgericht sprach ihn der Vergewaltigung, des sexuellen Missbrauchs von Kindern in fünf Fällen und des mehrfachen Besitzes und der Verbreitung von jugendpornografischen Schriften für schuldig.

Die Vergewaltigung geschah bereits vor 18 Jahren. Die Frau, sie war mit dem Mann bereits einige Male vorher intim, war bereits eingeschlafen, als der heute 59-Jährige die Filmkamera startete und sich an ihr verging. „Das war nicht einvernehmlich, wie man auch auf dem Video sehen konnte“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung.

Die alte Videokassette mit der besagten Tat entdeckten Polizeibeamte bei einer Hausdurchsuchung eher zufällig. Eigentlich wollten sie weiteres belastendes Material finden, weil der Mann via Internet Mädchen dazu gebracht hatte, Handyvideos mit sexuellen Handlungen aufzunehmen und ihm zu schicken. In diesem Zusammenhang fanden sie bei dem Angeklagten auf Datenträgern auch jugendpornografische Schriften und das alte Video.

Ins Visier der Fahnder war der Mann 2016 nach der Anzeige einer Mutter geraten. Ihre Tochter hatte sich offenbart, nachdem sie von dem Mann erpresst worden war. Bei Facebook hatte er sich ein Profil als 17-jähriges Mädchen zugelegt. Damit gelang es ihm, Kontakt zu stets jüngeren Mädchen aufzubauen. Der Angeklagte schaffte es so in mehreren Fällen, dass die Mädchen ihm Bilder und Filmchen zuschickten, die sie in Posen und sexuellen Handlungen zeigten. Weigerte sich ein Mädchen, drohte der Mann damit, die Dateien im Netz öffentlich zu machen.

Wie sich im Zuge der Ermittlungen herausstellte, war der Mann mit dieser Masche seit mindestens 2009 im Internet unterwegs. Der Angeklagte selber hatte keine Erklärung für sein Verhalten. „Sie selber erwähnten hier: Ich weiß, dass man so etwas nicht darf“, zitierte der Richter in der Urteilsbegründung den Angeklagten.

Die Summe der Einzelstrafen lautete in diesem Fall auf gut sieben Jahre. Laut Strafgesetzbuch dürfen die Einzelstrafen nicht einfach addiert werden. Zu bilden ist eine Gesamtstrafe.


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