Kooperationsangebot von LAB und Diakonie Flüchtlingshaus Osnabrück geht auf ehrenamtliche Sprachlehrer zu

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Zurzeit unterrichtet ein Team aus Ehrenamtlichen um die pensionierte Gymnasiallehrerin Mechthild Dierks (rechts) die Flüchtlinge im Vereinsheim von Ballsport Eversburg am Barenteich. Dort ist jedoch nur wenig Platz. Foto: Jörn MartensZurzeit unterrichtet ein Team aus Ehrenamtlichen um die pensionierte Gymnasiallehrerin Mechthild Dierks (rechts) die Flüchtlinge im Vereinsheim von Ballsport Eversburg am Barenteich. Dort ist jedoch nur wenig Platz. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Rein, raus, und jetzt wohl wieder rein: Seit drei Jahren bringen Ehrenamtliche den Bewohnern des Osnabrücker Flüchtlingshauses Deutsch bei, doch seit Herbst dürfen sie die Räume der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes nicht mehr nutzen. Jetzt liegt der Entwurf für eine Kooperationsvereinbarung auf dem Tisch.

Seit Ende 2014 leben Flüchtlinge im umgebauten Bundeswehrkrankenhaus an der Sedanstraße – und fast von Anfang an haben Ehrenamtliche ihnen dort Deutsch beigebracht. Doch im Herbst 2017 mussten sie das Gelände verlassen. Den neuen Schultrakt, den die Landesaufnahmebehörde (LAB) vor Ort eingerichtet hat, dürfen lediglich einige von ihnen für einen Abendkurs mit 20 Teilnehmern nutzen. Die übrigen Flüchtlinge unterrichtet das Team aus Ehrenamtlichen um Mechthild Dierks und Rainer Hafke zurzeit im kleinen Vereinsheim von Ballsport Eversburg, 800 Meter Fußweg vom Flüchtlingshaus entfernt. Der Bedarf ist da: Zeitweise kommen nach Angaben von Dierks 40 Männer und Frauen zum Unterricht und müssen teilweise stehen, weil der Platz nicht mehr hergibt. Von einst 80 ehrenamtlichen Sprachlehrern sind noch 18 übrig.

Ab 1. April wieder Unterricht im Flüchtlingshaus

Kurz nach Erscheinen unseres Artikels über die Raumnot teilen das Niedersächsische Innenministerium und die LAB jetzt mit, dass der Entwurf für eine Kooperationsvereinbarung mit den Ehrenamtlichen fertig sei und sie ab dem 1. April wieder auf dem Gelände des LAB-Standorts Osnabrück unterrichten dürften.

Sie habe alle Beteiligten an einen Tisch geholt, sagt Standortleiterin Birgit Beylich im Gespräch mit unserer Redaktion. Am 28. Februar habe Diakonie-Geschäftsführer Hinrich Haake den Entwurf für eine Kooperationsvereinbarung vorgelegt, erläutert LAB-Sprecherin Hannah Hintze. Die Diakonie ist im Flüchtlingshaus für den laufenden Betrieb und die Sozialarbeit zuständig, das letzte Wort hat in allem jedoch die Landesaufnahmebehörde, der wiederum das Niedersächsische Innenministerium vorsteht. „Wir wollen das mit den Ehrenamtlichen jetzt auf eine gute Schiene bringen“, sagt Ministeriumssprecher Philipp Wedelich. „Wir bemühen uns um die optimale Lösung.“

Alle Forderungen der Ehrenamtlichen seien erfüllt worden: Sie bekommen feste Räume und feste Unterrichtszeiten zugewiesen – vormittags von 9 bis 12 Uhr, erläutert Hintze. Zwei Unterrichtsräume und ein Lehrerzimmer seien für sie vorgesehen, und zwar auf dem Gelände des Flüchtlingshauses. Wo genau, könne sie noch nicht sagen, sagt Beylich. Wie viele Flüchtlinge am Unterricht teilnehmen können, hänge wiederum von den Räumen ab. Auch Externe, also beispielsweise die Bewohner der städtischen Gemeinschaftsunterkunft an der Landwehrstraße, sollen die Möglichkeit bekommen, den Unterricht zu besuchen, so Hintze. „Was noch fehlt, ist die konkrete Ausgestaltung des pädagogischen Konzepts.“ Am 1. April soll die Vereinbarung in Kraft treten, zunächst für die Dauer eines Jahres, sagt Hintze.

Für kommende Woche habe die LAB die Ehrenamtlichen zum Gespräch eingeladen. Rund 540 Menschen leben im Flüchtlingshaus, 150 davon sind Kinder.


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