Aktuelle Kriminalstatistik Weniger Straftaten im Gebiet der Polizeidirektion Osnabrück

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Osnabrück. Polizeipräsident Bernhard Witthaut vermeldete für die Polizeidirektion Osnabrück den niedrigsten Stand registrierter Straftaten seit mehr als zehn Jahren bei gleichzeitig gestiegener Aufklärungsquote. Insbesondere war die Zahl der Wohnungseinbrüche stark rückläufig.

„Mir ist bewusst, dass das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen oftmals ein anderes ist“, sagte Witthaut, was vermutlich mit der Informationsvielfalt zusammenhänge, die auf jeden einzelnen einprassele, „aber daran müssen wir arbeiten, Gefühle und Fakten wieder mehr in Einklang zu bringen.“

Auf dem Gebiet der Polizeidirektion Osnabrück, in dem 1,5 Millionen Menschen von den Ostfriesischen Inseln bis zum Teutoburger Wald leben, kam es insgesamt zu 84942 angezeigten Straftaten. Das sind fast acht Prozent weniger als 2016. Die Aufklärungsquote nahm leicht zu auf jetzt 62,6 Prozent. Damit zeigten sich Witthaut und sein Stellvertreter Friedo de Vries sehr zufrieden: „Wir klären sechs von zehn Straftaten auf, damit ist das Sicherheitsniveau bei uns ausgesprochen hoch.“ Signifikante Rückgänge gab es unter anderem bei Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz, Diebstählen aus Büros, Fahrraddiebstählen und Wohnungseinbrüchen, deutliche Steigerungen hingegen beim Cannabishandel und -konsum, Beförderungserschleichungen und Urkundenfälschungen.

Die Zahl der Straftaten durch Flüchtlinge sank unter dem Strich. Wenn man jedoch die ausländerrechtlichen Verstöße wie beispielsweise unerlaubte Einreisen herausrechnet, verbleiben 2750 Fälle von „harten“ Straftaten wie Vermögens- und Fälschungsdelikte, was einem Anstieg von fast sieben Prozent entspricht. Witthaut führte das teilweise auf bessere Schulung der Beamten und ihre instrumentelle Ausstattung zurück, wodurch Ausweisfälschungen und Mehrfachidentitäten leichter aufgespürt werden konnten.

Einen überdurchschnittlichen Rückgang verzeichnete die Direktion bei den Wohnungseinbrüchen. Ihre Zahl nahm um 26 Prozent auf 1806 Einbrüche ab, was einem Sechsjahres-Tief entspricht. Die Aufklärungsquote stieg unterdessen auf 24,3 Prozent. Witthaut führte das auf eine frühzeitige Schwerpunktsetzung durch die im Oktober 2016 eingerichtete 18-köpfige Ermittlungsgruppe zur Bekämpfung überregional agierender Einbrecherbanden zurück, die eng mit Bundespolizei, BKA, Europol, NRW-Polizei und niederländischen Dienststellen zusammenarbeitet. Die Bilanz dieser Sondereinheit: Es konnten sechs international agierende Täterbanden zerschlagen, rund 140 Taten aufgeklärt, 35 Tatverdächtige ermittelt und 20 Personen festgenommen werden. Viele Täter wurden bereits verurteilt, teilweise zu empfindlichen Haftstrafen von über fünf Jahren. Von den 1806 Einbrüchen waren 1121 vollendet, 685 blieben im Versuch stecken. Witthaut machte daran fest, wie wichtig präventive Sicherungstechnik ist, ebenso wie aufmerksame Nachbarn als Hinweisgeber: „Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und wählen Sie 110, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt.“

Die Zahl der „Rohheitsdelikte“ (Körperverletzung, Raub, Bedrohung, Nötigung, Stalking) sank leicht auf 12566 Taten, bleibt aber leider auf einem recht hohen Niveau. Kleiner Lichtblick: Hier liegt die Aufklärungsquote bei 90 Prozent, da es sich meist um Beziehungstaten handelt und Opfer und Täter sich kennen. Insgesamt lag die Gewaltkriminalität, zu der gravierende Gewaltstraftaten wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub, gefährliche und schwere Körperverletzung gehören, mit 3154 Fällen nahezu auf dem Niveau von 2016.

Besondere Sorgen bereitet der Polizeiführung das Phänomen der zunehmenden Gewalt gegen Polizeibeamte. 2017 bilanzierte die Direktion ein Allzeit-Hoch von 530 Taten, von denen 1062 Beamte betroffen waren. Somit wurde jeder zweite Polizeibeamte in der Direktion selbst Opfer einer Straftat. Drei Viertel dieser Fälle gingen auf das Konto von Tätern, die unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen standen.


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