NOZ-Monatsrückblick Bomben, Feuerwehr und Eurobahn – Osnabrück im Februar 2018

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Zwei Bombenentschärfungen an einem Tag, eine heftige Diskussion um die Ausgaben für den Brandschutz und eine Abmahnung für die Eurobahn – unser Rückblick auf den Februar 2018 in Osnabrück und Umgebung.

Bombenräumungen sind in Osnabrück nichts Ungewöhnliches, auch spontane Entschärfungen von Blindgängern hat es schon einige Male gegeben. Aber gleich zwei kurzfristig anberaumte Bombenräumungen an einem Tag sind auch für Osnabrück eine Premiere. Nachdem die Sprengstoffexperten eine – vergleichsweise kleine – 45-Kilo-Bombe in der Kleingartenanlage an der Halle Gartlage entschärft haben, geht es gleich weiter zum nächsten Einsatzort in Atter.

Auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne an der Landwehrstraße ist ein Baggerfahrer bei Bauarbeiten auf einen fünf Zentner schweren Blindgänger gestoßen, der nur anderthalb Meter unter dem Boden liegt. 8000 Menschen in Atter, Eversburg und Büren müssen sofort ihre Häuser verlassen. Dabei stoßen die Einsatzkräfte auf zahlreiche uneinsichtige Anwohner, die erst mühsam von der Notwendigkeit der Evakuierung überzeugt werden müssen oder immer wieder heimlich in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Bombenräumung wird dadurch bis tief in die Nacht hinausgezögert. Erst um drei Minuten nach Mitternacht kann der Blindgänger gesprengt werden. Nach diesen Vorfällen denkt die Stadt darüber nach, in Zukunft gegen renitente Bürger ein Bußgeld von mindestens 100 Euro zu verhängen.

Eine heftige Diskussion um die Sicherheit der Bürger löst der Kommunalberater Reinhart Richter aus. Er ist der Ansicht, dass die Stadt zu viel Geld für den Brandschutz ausgibt, obwohl es nur selten Tote bei Bränden gibt. Insbesondere kritisiert er, dass die Stadt für einige Millionen Euro eine zweite Feuerwache bauen will. Richter regt eine unvoreingenommene Risikoanalyse an. Er ist der Meinung, dass das Geld dort ausgegeben werden soll, wo das Leben der Menschen wirklich bedroht ist. Als Beispiele nennt er Investitionen in die Verkehrssicherheit und in die Gewaltprävention. Politiker aller Parteien stellen sich hinter die Feuerwehr und verteidigen die Ausgaben für die neue Feuerwehrwache und den Brandschutz. Stadtbaurat Frank Otte regt darüber hinaus eine Diskussion darüber an, welche Risiken die Menschen zu tragen bereit sind.

Im letzten Jahr hat der Paracelsus-Konzern einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverantwortung gestellt. Jetzt stellt der Generalbevollmächtigte Reinhard Wichel sein Sanierungskonzept vor. Demnach werden in der Klinik am Natruper Holz in Osnabrück 30 Stellen abgebaut. In der Konzern-Zentrale fallen 20 Arbeitsplätze weg. Im medizinischen Bereich sollen die stationäre und die ambulante Behandlung stärker miteinander verzahnt werden. Außerdem sollen Neurologie, Neurochirurgie, HNO-Abteilung, Orthopädie und Augenheilkunde einen Schwerpunkt bilden.

Positive Nachrichten gibt es für das VW-Werk. Der VW-Aufsichtsrat in Wolfsburg beschließt, dass die Cabrio-Version des kompakten SUV T-Roc ab 2020 komplett in Osnabrück gefertigt wird. Dafür will der Konzern 80 Millionen Euro in das Werk im Stadtteil Fledder investieren. Ein Unsicherheitsfaktor ist aber die Produktion des VW Tiguan. Wenn die Produktion wie vermutet im Sommer 2018 ausläuft, ist das Werk bis zum Beginn der T-Roc-Produktion nicht ausgelastet.

Für Schlagzeilen sorgt auch das Restaurant Nokta am ehemaligen Güterbahnhof. Seit einem Brand im Januar 2018, bei dem ein Schaden von 400.000 Euro entstand, ist das türkische Lokal auf unbestimmte Zeit geschlossen. Ging die Polizei zunächst von einem technischen Defekt in dem Gebäude aus, ermittelt sie inzwischen wegen Brandstiftung. Außerdem stehen jetzt die Betreiber vor Gericht, weil sie neben Getränken des Exklusivpartners Bitburger verbotenerweise auch Getränke anderer Brauereien ausgeschenkt haben. Die Zivilkammer erlässt eine einstweilige Verfügung, nach der die Gastronomen erst 750 Hektoliter Bitburger-Getränke abnehmen müssen, bevor sie Getränke der Konkurrenz anbieten dürfen.

„Tom wer?“ Viele Gäste der Osnabrücker Mahlzeit hatten den Namen des neuen Grünkohlkönigs Tom Gaebel noch nie gehört. Dem Verkehrsverein Osnabrück ist mit der Wahl des „deutschen Frank Sinatra“ aus Ibbenbüren ein echter Überraschungscoup gelungen. Der 43-Jährige sorgt mit seinem vierköpfigen Orchester für neuen Schwung bei der Traditionsveranstaltung.

Der Ärger über die Eurobahn eskaliert. Seitdem der Ableger der französischen Staatsbahn-Tochter Keolis im Dezember 2017 das Teutoburger-Wald-Netz übernommen hat, gibt es massive Beschwerden über Zugausfälle, Verspätungen und fehlende Fahrgastinformationen. Auch der grenzüberschreitende Verkehr bis Hengelo (Niederlande) konnte wegen technischer Probleme bisher nicht aufgenommen werden. Fahrgäste reagieren zunehmend gereizt, beleidigen das Zugpersonal und schrecken auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Der federführende Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) mahnt den Betreiber ab. Bis Ende März 2018 müssen alle Mängel behoben sein. Am Ende des Verfahrens könnte eine Kündigung des auf 15 Jahre angelegten Vertrags stehen.

Region Osnabrück

Bissendorf bleibt nun doch Mitglied der Kreismusikschule Osnabrück. Im Dezember 2017 hatte der Gemeinderat den Vertrag mit der Kreismusikschule gekündigt, weil die Mitgliedsgemeinden nach einer Satzungsänderung höhere Beiträge zahlen sollten. Jetzt folgt die Kehrtwende. Der Antrag der SPD-Fraktion, die Kündigung „unverzüglich“ zurückzunehmen, wird vom Rat in einer geheimen Abstimmung mit 16 Ja-Stimmen angenommen. Zwölf Ratsmitglieder votieren mit Nein.

Einstimmig bei einer Enthaltung bringen die Bissendorfer Ratsmitglieder das Planungsverfahren für eine Gastronomie am Sonnensee auf den Weg. Am Südufer des Sonnensees soll in zweigeschossiger Bauweise ein Bistro-Restaurant entstehen, das teilweise in den See hineinragt, Räume für eine Kochschule, eine Betriebsleiterwohnung und öffentliche Toilettenanlagen sind ebenfalls geplant. Auch Veranstalter von Seefesten sollen von diesen Einrichtungen profitieren. Die Anwohner sind von diesen Plänen wenig begeistert. Sie sehen die Idylle vor ihrer Haustür durch die zu erwartende Lärmbelästigung gefährdet.

In Wallenhorst wird die neue Trainingshalle des Sportvereins Blau-Weiß-Hollage eröffnet. Vor allem die Judo-Sportler haben lange auf die 465 Quadratmeter große Fläche gewartet. Bereits vor fünf Jahren hatte der Verein einen ersten Antrag für den Bau einer weiteren Sporthalle gestellt.

Alle drei Grundschulen in Bad Iburg bleiben bestehen. Der Iburger Schulausschuss stimmt dafür, die Schulen am Hagenberg, in Glane und in Ostenfelde in den nächsten Jahren zu sanieren. Damit endet für die Schulen eine lange Zeit der Unsicherheit. So gab es auch Pläne, alle drei Schulen zu schließen und eine neue zentrale Grundschule einzurichten.

In Bad Rothenfelde sorgt das Kurhaus für Diskussionen. Die BRIG-Kurhaus-Betriebs GmbH (Bad Rothenfelder Interessengemeinschaft) kann die notwendigen Sanierungs- und Betriebskosten für das 1904 gebaute Gebäude nicht mehr alleine aufbringen. Der Betrieb ist bis Ende des Jahres gesichert, möglicherweise sogar bis Ende 2019. Für die Zeit danach sucht die Gemeinde eine Lösung und schließt auch einen Abriss und Neubau nicht aus.

Blick nach Westfalen

Der Orientladen „Siverek“ am Kreuzplatz in Westerkappeln liegt nach einer Verpuffung und einem anschließenden Feuer in Trümmern. Zum Glück wird keiner der Hausbewohner und Nachbarn verletzt. Zunächst schließt die Polizei einen fremdenfeindlichen oder politischen Hintergrund nicht aus. Nach weiteren Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft aber davon aus, dass der Inhaber und sein Bruder aus wirtschaftlichen Interessen den Anschlag in Auftrag gegeben haben. Insgesamt werden sieben Tatverdächtige festgenommen, denen versuchter Mord, besonders schwere Brandstiftung und versuchter Betrug beziehungsweise Beihilfe und Anstiftung dazu vorgeworfen werden.

Persönlich

Alexander Bonde tritt sein Amt als Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) an.

Birgit Beylich ist neue Leiterin des Osnabrücker Standorts der Landesaufnahmebehörde (LAB) am Natruper Holz.


Hier fassen wir jeweils zum Ende eines Monats die wichtigsten Themen der vorangegangenen Wochen in Kurzform zusammen. Ähnlich wie in den beliebten Jahresrückblicken der Zeitung können Sie hier alles Wissenswerte des Monats aus Osnabrück und Umgebung Revue passieren lassen. Hyperlinks im Text führen Sie bequem zu vorheriger Berichterstattung.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN