Wodka für alle Pawel Popolski kippt sich einen hinter die Binde

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Osnabrück. Wegen starker Nachfrage vom Kongresssaal in den Europasaal verlegt: Pawel Popolski spielte in Wohnzimmeratmosphäre die Welthits seines „Oppas“.

„Ras, dwa, che, sterre“ tönt es lautstark durch den Saal, dann heben zahlreiche Menschen die rechte Hand, in der sich ein kleiner Plastikbecher mit Wodka befindet. Sie führen ihn zum Mund, trinken und werfen den Becher hinter sich. Es sieht schon lustig aus, wenn die Luft im Europasaal der Osnabrückhalle plötzlich angefüllt mit Plastikbechern ist.

Es ist ein altes Ritual, das hier zelebriert wird: Seit 2006 animiert Pawel Popolski seine Gäste zum gemeinsamen Trinken des polnischen Nationalwässerchens. Damals nannte er seine Truppe noch The Pops, es folgte die Popolski Show und „Der Familie Popolski“, jetzt ist Pawel fast allein unterwegs – und zwitschert sich wieder genüsslich Einen aus der Wodkaflasche.

Kabarett mit Erzählcharakter

Das, was er „Der Popolski-Wohnzimmershow“ nennt, ist immer noch Musikkabarett, nur mit mehr Erzählcharakter als in Begleitung seiner Familienbande. Zunächst erzählt er in Osnabrück, der „City Of Polka“, für alle, die den schrägen Polen mit dem noch schrägeren Radebrech-Deutsch noch nicht kennen, die alte Geschichte: Von seiner Familie aus der Plattenbausiedlung in Zabrze, wo sein Opa lebte, der unzählige Pophits geschrieben hat, bevor sie von einem Gebrauchtwagenhändler gestohlen und in die ganze Welt verscherbelt wurden.

Pawel ist eigentlich Achim Hagemann

Nach diesen Erinnerungen und weiteren Wodka-Gaben, enthüllt Pawel drei Kesselpauken, mit denen er diverse Hits seines Opas interpretiert. „Oppa Was A Rolling Stone“, „Another One Bites The Dust“ und Deep Purples Klassiker „Smoke On The Water“ gehören dazu. Es ist eine wahre Wonne, den Maestro beim Spiel zuzuschauen. Und man bekommt eine Ahnung von der Ursuppe, aus der „Der Familie Popolski“ entstand. Denn Pawel heißt eigentlich Achim Hagemann, ist mit Hape Kerkeling zusammen zur Schule gegangen und hat mit ihm später legendäre Kabarettnummern wie „Hurz“ kreiert und auf unnachahmliche Weise dargeboten.

Jetzt geht es um „der Polka“. Zwecks Aufpäppelung des aktuellen Wohnzimmerprogramms lässt Pawel eine Live-Schalte zu seinem schüchternen Bruder Janusz einblenden, der mit dem Bass zum slappenden Polka-Tier mutiert. In der zweiten Hälfte der Show bittet er seine Cousine Dorota auf die Bühne, das „scharfe Geschoss“ in Rot. Zusammen parodieren sie weitere Welthits. Zum Höhepunkt gerät der Song „Nah Neh Nah“, im Original von Vaya Con Dios, bei dem Schlagzeuger Jürgen vom Blasorchester Borgloh, den Pawel im Publikum rekrutiert hat, sehr professionell die Schießbude bedient.

 


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