Sitzung des Osnabrücker Jugendparlaments „Oberstufenschüler müssen kostenfrei Busfahren können“

Von Mareike Eigenwillig

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Kostenloses Busfahren für Oberstufenschüler und soziale Ungleichheit in der Lernmittelausstattung waren nur zwei von vielen Punkte, mit denen sich das Osnabrücker Jugendparlament bei ihrer jüngsten Sitzung am Montag beschäftigten. Foto: Mareike EigenwilligKostenloses Busfahren für Oberstufenschüler und soziale Ungleichheit in der Lernmittelausstattung waren nur zwei von vielen Punkte, mit denen sich das Osnabrücker Jugendparlament bei ihrer jüngsten Sitzung am Montag beschäftigten. Foto: Mareike Eigenwillig

meig Osnabrück. Kostenloses Busfahren für Oberstufenschüler, finanzielle Unterstützung für das Tonstudio im Haus der Jugend, die Zustände der Osnabrücker Radwege und kostenfreie elektronische Wörterbücher für Schüler aus sozial schwachen Familien – das waren nur einige Punkte, die das Osnabrücker Jugendparlament in ihrer jüngsten Sitzung im Dominikanerkloster beschäftigten.

Besonders das Thema Busfahrkarten wurde hitzig diskutiert. Dabei ging es um die 5 Euro Sitzungsgeld, die jeder Parlamentarier pro Sitzung als Aufwandsentschädigung erhält. Da der Großteil der Parlamentsmitglieder die Oberstufe oder eine berufsbildende Schule besucht, müssen sie die Kosten für Busfahrkarten selbst tragen. Schüler bis zur Oberstufe dürfen im Kreis Osnabrück kostenlos Bus fahren.

Die 5 Euro würde das Jugendparlament aber lieber in gemeinnützige Projekte fließen lassen – auf der anderen Seite sollte ein Ehrenamt nicht an das eh schon schmale Schülerportemonnaie gehen. „Diese Debatte macht uns erneut darauf aufmerksam, dass es um ein sehr viel größeres Problem geht, für das endlich eine Lösung gefunden werden müsse. Das Wahlversprechen, welches wir letztes Jahr erhielten, muss umgesetzt werden. Oberstufenschüler müssen kostenfrei Busfahren können“, sagte Benno Bals. Diesbezüglich wird sich das Jugendparlament mit Vertretern aller Parteien treffen, um eine schnelle Lösung voranzutreiben.

Ex-Word-Geräte für sozial benachteiligte Schüler

Weiterer Tagesordnungspunkt: Die sogenannten Ex-Word-Geräte. Schulen raten mittlerweile ab der achten Klasse zur Anschaffung dieser elektronischen Wörterbücher. Das Jugendparlament spricht sich daher dafür aus, Schülern aus sozial schwachen Familien die Ex-Word-Geräte kostenfrei als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Der Vertreter des Schul- und Sportausschusses wird in diesem um Unterstützung bitten.

Finanzielle Unterstützung für Tonstudio im Haus der Jugend

Im Haus der Jugend entsteht zurzeit ein Tonstudio, in dem Jugendliche und junge Erwachsene unter Anleitung von geschulten Mitarbeitern zukünftig Musik aufnehmen können. Gemeinsam mit Andreas Sindt vom Haus der Jugend wird das Jugendparlament in nächster Zeit prüfen, inwieweit eine Beteiligung an der Anschaffung von fehlendem Equipment notwendig ist und gegebenenfalls einen Kostenplan erstellen.

Radwegmarkierungen

Als Nachtrag zu einem vorangegangenen Antrag auf Verbesserung der Radwege im Osnabrücker Stadtgebiet beschloss das Parlament, einen Experten hinzuzuziehen, um zu klären, ob fluoreszierende Farbe oder Reflektoren die Radwege sicherer machen könnten. Ein Parlamentsmitglied wies darauf hin, dass die Radwege im Allgemeinen sanierungsbedürftig seien.

Zukünftige Mitwirkung

Das Jugendparlament entschied sich dazu, zwei Vertreter in den Beirat des Museumsquartiers und einen zum Runden Tisch Kinderarmut zu entsenden. Außerdem stellte Thomas Polewsky die lokale Agenda 21, die unterschiedliche Arbeitskreise zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz umfasst, vor und lud das Osnabrücker Jugendparlament zur Mitarbeit ein. Für den Umgang mit wichtigen Themen riet er ihnen: „Es ist immer gut Wind zu machen und laut zu trommeln.“ Die nächste Sitzung findet am 9. April im Haus der Jugend statt.


Das Osnabrücker Jugendparlament:

Seit Gründung des Osnabrücker Jugendparlaments im Jahr 2013 bilden jeweils für eine Legislaturperiode von zwei Jahren 25 gewählte Mitglieder ein Parlament. Jeder Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren ist berechtigt, sich zur Wahl zu stellen und zu wählen, insofern sein Lebensmittelpunkt in der Stadt Osnabrück liegt. Das Jugendparlament entsendet sowohl einen Vertreter in den Jugendhilfeausschuss als auch in den Schul- und Sportausschuss der Stadt Osnabrück. Dort setzen sie sich stellvertretend für die Belange aller Jugendlichen ein. Das Parlament verfügt über einen Etat in Höhe von 5000 Euro. Mit diesem fördern sie Projekte, die Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen. Das Jugendparlament ist keiner Partei zugehörig.

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