Nahverkehrsplan Stadt und Landkreis Bessere Vernetzung des ÖPNV in der Region Osnabrück gefordert

Von Sina-Christin Wilk

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Freie Fahrt für Busse und Radfahrer: Könnte diese Regelung für eine Beschleunigung des ÖPNV in Osnabrück und Umgebung sorgen? Foto: David EbenerFreie Fahrt für Busse und Radfahrer: Könnte diese Regelung für eine Beschleunigung des ÖPNV in Osnabrück und Umgebung sorgen? Foto: David Ebener

siwi Osnabrück. 2012 beschlossen der Stadtrat und der Kreistag Osnabrück zahlreiche Projekte, um eine Verbesserung des Angebots von Bus und Bahn voranzutreiben. Vertreter der Stadt, der Fraktionen aus Stadtrat und Kreistag sowie Weser-Ems-Bus diskutierten jetzt die Umsetzung des „Nahverkehrsplans Stadt und Landkreis 2013-2018“.

Der Öffentliche Personennahverkehr, dem ÖPNV, steht in Osnabrück in der Verantwortung: Der motorisierte Individualverkehr soll reduziert werden. Zum einen ist deshalb eine Verflüssigung des Innenstadtverkehrs erforderlich. Zum anderen hat eine nachhaltige Umsetzung des Luftreinhalteplans höchste Dringlichkeit. (Weiterlesen: Emotionale Debatte im Umweltausschuss zum Luftreinhalteplan)

Stadtbaurat Frank Otte zeigte auf, dass sich bereits viele Maßnahmen in Umsetzung befänden. Arbeitsgruppen, die sich aus Vertretern der Stadt sowie der Stadtwerke zusammensetzten, analysierten Störhalte und das Verkehrsaufkommen an Einfallstraßen. Die Stadt sei im Gespräch mit der Müllentsorgung und den Paketdienstleistern, um Stoßzeiten zu vermindern. Außerdem würden anhand detaillierter Gutachten neue Führungen von Buslinien sowie intelligente und umwelt-sensitive Ampelschaltungen geplant.

Rückbau von Busbuchten

Erste Erfolge sind offenbar zu verbuchen: Am Beispiel Wittekindplatz konnten die täglichen Verlustzeiten durch Störhalte um 53 Prozent gesenkt werden, die Anzahl wurde um 40 Prozent verringert. Zur Beschleunigung des ÖPNV ist ein Rückbau von jährlich 20 Busbuchten geplant, da Untersuchungen zufolge eine Einfädelung in den Verkehr eine erhebliche Beeinträchtigung darstelle. Ein erster Park-&-Ride-Platz ist bereits an der Iburger Straße entstanden, weitere befinden sich in Planung – inklusive eines Angebots von Carsharing und Leihrädern. Zwei Ringe seien um Osnabrück herum geplant, um im 10-Minuten -Takt Berufspendler und Besucher zu bedienen. (Weiterlesen. Kostenlos oder nicht: Wie entlasten Bus und Bahn verstopfte Städte?)

Unterschiedliche Problemlagen

Annette Niermann, Bürgermeisterin Bad Iburg, sagte, es gebe „eine Diskrepanz in der Interessenslage zwischen Stadt und Landkreis.“ Man bräuchte vernünftige Verkehrsangebote, um weiterhin auf dem Land leben zu können, ohne abgehängt zu werden. Auch Jörg Schneider, Weser-Ems-Bus-Niederlassungsleiter Osnabrück, bat darum, die Busunternehmen verstärkt einzubeziehen: „Gute ÖPNV-Anbindungen sind existenziell. Was wir an Zeit verlieren, verlieren wir an Fahrgästen, die lieber aufs Auto zurückgreifen.“

Im Zehnminutentakt

Der Fokus des Abends lag auf lösungsorientierten Beiträgen. Anna Kebschull, Grüne Kreistagsfraktion, appellierte für eine zukunftsorientierte Neustrukturierung: Digitalisierung von Fahrplänen und Tarifsystemen sowie Park-&-Ride-Angebote an Knotenpunkten, um den gesamten Landkreis zu erschließen. Oliver Haskamp, FDP-Ratsfraktion, schloss: „Wir müssen Anreize für eine freiwillige Nutzung des ÖPNV schaffen.“ Die gemeinsame Zielsetzung aller Parteien: Eine Erschließung von Stadt und Landkreis mittels klimaschonender ÖPNV-Angebote durch eine zehnminütige Taktung im Umkreis von 20 Kilometern.


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