Versteckte Moderne Ausstellung zum „Preis des Deutschen Stahlbaues“

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Anhand von Schautafeln informiert die Ausstellung über die Architekturpreisträger. Foto: Jörn MartensAnhand von Schautafeln informiert die Ausstellung über die Architekturpreisträger. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Alle zwei Jahre wird der „Preis des Deutschen Stahlbaues“ vergeben. martini|50 präsentiert die wichtigsten Nominierten und die Gewinner im Rahmen einer Ausstellung.

Zehn Jahre dauerte es, um das Gerling-Hochhaus in Köln von der Firmenzentrale eines Versicherungskonzerns in ein 15-stöckiges Gebäude mit Eigentumswohnungen zu verwandeln. Jetzt, nach der Fertigstellung, wurde die „Revitalisierung“ des Hochhauses mit dem „Sonderpreis des Bundesministeriums für Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit“ (BMUB) ausgezeichnet. Er wird alle zwei Jahre in Verbindung mit dem „Preis des Deutschen Stahlbaues“ verliehen.

Eine Ausstellung in „martini|50 – Forum für Architektur und Design“ informiert jetzt anhand von Schautafeln mit Texten und Bildern über die Architekturpreisträger.

Zur Eröffnung stellten zwei Redner die wichtigsten Bauvorhaben vor, die 2016 nominiert oder von der Jury mit einem Preis bedacht worden waren. Diplom-Architekt Torsten Zimmermann vom „bauforum stahl“ erklärte mithilfe einer Power-Point-Präsentation interessante Details der Planung und Ausführung des neuen Domizils der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Während seine Ausführungen zu dem Bau eines Serviceteilcenter in Landsberg, einem reinen Zweckbau, der den Hauptpreis gewann, eher für Fachleute aufschlussreich war, lieferten die Details über den Bau eines Busbahnhofs in Pforzheim spannende Informationen auch für Stahlbau-Laien.

Besonders anregend gestaltete sich der Vortrag von Johannes Kister von der Architekturfirma KSG, die das Gerling-Areal in Köln betreute. Bauhistorisch, städteplanerisch und bezüglich der Neugestaltung des Quartiers erweist sich das Projekt als Fundgrube. Der Zuhörer erfuhr, dass sich unter der Muschelkalk-Fassade ein Stahlskelett befindet, das im Rahmen der Umbauarbeiten komplett freigelegt wurde. „Wir sprechen bei dem Baustil heute von versteckter Moderne“, so Kister. Sodann wurde das Innenleben des Gebäudes für die Nutzung als Eigentumswohnungen zugeschnitten und in Absprache mit der Kölner Denkmalpflege mit einer Natursteinfassade verkleidet, die dem Original sehr nahe kommt.

Kister erwies sich als Kenner der Materie, der über die architektonischen Fakten hinaus zahlreiche Insider-Informationen über den Bauherrn Gerling und seinen Konzern vermittelte. Beispielsweise erzählte er von den sechs luxuriös ausgestatteten Bars, die in den Pausen und nach der Arbeit von den Angestellten genutzt wurden, sowie der Kantine, die „Saal der 700“ genannt wurde. Diese Räume seien im Rahmen der Umbauarbeiten originalgetreu wiederhergestellt worden.


martini|50 – Forum für Architektur und Design (Martinistraße 50): Wanderausstellung „Preise des Deutschen Stahlbaus 2016“. Bis 19. März, Mo.–Fr. 9-12 Uhr und 14-17 Uhr sowie nach Vereinbarung (Tel. 0541 – 40 89 50).

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