Größtes Baugebiet in Osnabrück Verkauf von Reihenhäusern in ehemaliger Kaserne beginnt

Von Wilfried Hinrichs


Osnabrück. Die Vermarktung der Immobilien in der ehemaligen Landwehr-Kaserne erreicht die nächste Stufe: 37 Reihenhäuser, die es bisher nur auf dem Papier gibt, stehen zum Verkauf.

Wenn man reinkommt, gleich rechts: Die Reihenhäuser und fünf Mehrfamilienhäuser entstehen auf einem 18000 Quadratmeter großen Grundstück an der Landwehrstraße unweit des früheren Haupteingangs der Kaserne. Der Projektentwickler BPD Immobilienentwicklung GmbH baut die Häuser, die Sparkassentochter LBS Nord ist mit der Vermarktung beauftragt. Drei Reihenhaus-Typen stehen auf dem Plan: mit 140, 150 und 170 Quadratmeter Wohnfläche, mit Keller und ohne, ein Zehntel davon „preisgedämpft“, wie Projektentwickler Thomas Trendelkamp von der BPD bei einer Präsentation im künftigen Landwehrviertel sagte. Die Preisdämpfung hat die Politik durchgesetzt, um Familien mit nicht so üppiger finanzieller Grundlage die Chance zu geben, Wohneigentum zu schaffen. Die Preise beginnen bei Reihenhäusern ohne Keller bei „unter 300000 Euro“, wie Trendelkamp sagt, und enden bei „etwas über 400000 Euro“. Die Grundstücke sind 190 bis 500 Quadratmeter groß.

Im ersten Bauabschnitt entstehen zwischen den Reihenhäusern fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 147 Wohnungen. Drei Häuser mit 81 Wohneinheiten sind an einen deutschen Versicherungskonzern verkauft, der die Wohnungen vermieten wird. In den beiden weiteren Mehrfamilienhäusern sind Eigentumswohnungen vorgesehen, die zwischen 60 und 100 Quadratmeter groß sind. Die Häuser werden den Energiestandard KfW 55 haben und über ein zentrales Blockheizkraftwerk mit Nahwärme versorgt. Zwischen den Gebäuden ist Raum für Gärten und Grünlagen, die Autos verschwinden in Tiefgaragen. „Zurzeit läuft die Grundwasserabsenkung für den Bau der Tiefgaragen“, sagt Trendelkamp.

„Ich freue mich“, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. „Ich freue mich zu sehen, wie hier etwas wächst.“ Der Wandel der früheren Kaserne zu einen hochinteressanten Wohngebiet werde bald für jeden sichtbar werden.

Die frühere Landwehrkaserne ist mit 37 Hektar das größte Neubaugebiet in Osnabrück seit Jahrzehnten. 800 Wohneinheiten sollen hier in den kommenden Jahren entstehen. Das Zentrum des Landwehrquartiers wird eine „grüne Mitte“ mit einem Nahversorger bilden. Rund sechs Kilometer Kanäle, Versorgungsleitungen und Baustraßen sind inzwischen fertiggestellt. Die Erschließungsarbeiten sollen 2019 abgeschlossen sein.

Der überraschende Bombenfund vor einer Woche hat zu einem Baustopp geführt und könnte die nächsten Bauabschnitte unter Umständen verzögern. In diesen Tagen ist ein Gespräch mit Vertretern der Sondierungsfirma geplant, die das ehemalige Militärgelände auf Blindgänger abgesucht und für unbedenklich erklärt hatte. Bisher gibt es keine Erklärung, warum die Fünf-Zentner-Bombe, die in anderthalb Meter Tiefe im Erdreich schlummerte, unentdeckt blieb. Ein Baggerfahrer hatte den Sprengsatz zufällig freigelegt – und hatte nach Expertenmeinung Riesenglück, dass die Bombe nicht explodierte. Für die Entschärfung mussten 8000 Menschen in Atter und Büren in kurzer Zeit ihre Häuser verlassen.

Die Energieservice Osnabrück GmbH (Esos), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadtwerke, kaufte dem Bund die ehemalige Kaserne ab und vermarktet das Baugebiet nun abschnittsweise. Ende Januar hat die Delta Bau AG aus Hannover den Zuschlag für einen Teilbereich bekommen, BPD ist der zweite Investor, der jetzt an den Start geht. Die Stadt und die Esos wollen in Zukunft auch kleinere Einheiten zum Verkauf anbieten, damit auch regionale Investoren zum Zuge kommen können. „Wir reagieren damit auf die Hinweise und Rückmeldungen insbesondere der regionalen Bauträger“, sagte Stadtwerke-Chef Christoph Hüls.