zuletzt aktualisiert vor

Feuerwehr und Stadt warnen Wann darf man endlich auf den Osnabrücker Seen Schlittschuhlaufen?

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Es ist klirrend kalt, es bleibt klirrend kalt, und die Seen im Osnabrücker Stadtgebiet sind längst zugefroren. Wann darf man sich denn endlich die Schlittschuhe anschnallen und aufs Eis?

2012 titelte unsere Redaktion: „Volksfeststimmung auf dem Rubbenbruchsee“. „Hamburg hat das Alstereisvergnügen, Hannover das Eisfest auf dem Maschsee. Und Osnabrück? Hat den Rubbenbruchsee“, hieß es im Artikel. Auf dem Rubbenbruchsee und dem Pappelsee in der Wüste fuhren damals Familien vergnügt Schlittschuh, Kinder packten ihre Eishockeyschläger aus, Hunde schlitterten über das blanke Eis.

Und in diesem Jahr?

Totalverbot wurde 2009 gekippt

Das Wetter stimmt, das Eis sieht gut aus – dennoch warnt die Stadt eindringlich davor, das Eis zu betreten. „Es wäre leichtsinnig, die Eisflächen freizugeben“, sagt Stadtsprecher Sven Jürgensen. Wer auf eine Freigabe der Flächen durch die Stadt wartet, der wartet jedoch ewig – die Stadt gibt das Eis prinzipiell nicht frei. Es sei leichtsinnig, die städtischen Seen derzeit zu betreten, das Eis sei noch nicht dick genug, ist sich Jürgensen sicher. Also: keine Freigabe – aber auch kein Verbot. Das hatte es von 2007 bis 2009 gegeben. In diesem Zeitraum war es generell untersagt, natürliche Eisflächen in Osnabrück zu betreten. Das Totalverbot stieß aber auf großen Widerstand unter den Osnabrückern; sie fühlten sich gegängelt und bevormundet. Daher kippte der Stadtrat das Verbot 2009 einstimmig. Seitdem gilt: Betreten auf eigene Gefahr.

Anders ist es übrigens bei den knapp 100 Regenrückhaltebecken im Stadtgebiet, für die die Stadtwerke Osnabrück verantwortlich sind. Hier stehen Hinweisschilder, die eine deutliche Sprache sprechen: „Betriebsgelände: Betreten der Anlage auf eigene Gefahr. Eltern haften für ihre Kinder. Das Betreten von Böschungsbereichen und Eisflächen ist nicht erlaubt.“

Warnung der Feuerwehr

Foto: Jörn Martens

Wie gefährlich dünnes Eis sein kann, weiß auch die Feuerwehr: „Innerhalb weniger Minuten erschlaffen die Muskeln, der Körper erlahmt, die eingebrochene Person geht unter“, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Feuerwehr-Verbands. „Ausdrücklich warnen möchte ich auch noch davor, eingebrochene Haustiere zu retten. Wenn schon das Tier eingebrochen ist, dann bricht ein Mensch auf jeden Fall ein. Auch hier bitte sofort die Feuerwehr rufen“, sagt Jan Südmersen von der Feuerwehr Osnabrück.


Weitere Tipps der Feuerwehr für den Unglücksfall:

  • Wer einbricht, sollte versuchen, sich vorsichtig am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei schlagen.
  • Vermeiden Sie einsame Ausflüge auf dem Eis – bei einem Unfall kann es sonst sein, dass niemand Hilfe leisten kann.
  • Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Eigensicherung beachten (Leinen/Schwimmweste/Rettungsring), nicht zu weit hinaus wagen.
  • Gerettete in warme Decken (Rettungsdecke) oder Jacken hüllen, vorsichtig erwärmen, nicht als „Hausmittel“ mit Schnee abreiben.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN