Hackathon an der Uni Osnabrück Osnabrücker Studierende entwickeln App zur Vorhersage von Epidemien

Von Mareike Eigenwillig

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OS: Studierende der Universität Osnabrück haben eine App entwickelt, die Epidemien geografisch anzeigen kann und auch die weitere Entwicklung darstellt. Auf dem Foto zeigen(v.l.) Johannes Schrumpf, Falk Heuer und Viviane Kakerbeck einen Grippevirus. Auf dem Foto fehlt Justine Winkler. Osnabrück. 26.02.2018, Foto: Gert WestdörpOS: Studierende der Universität Osnabrück haben eine App entwickelt, die Epidemien geografisch anzeigen kann und auch die weitere Entwicklung darstellt. Auf dem Foto zeigen(v.l.) Johannes Schrumpf, Falk Heuer und Viviane Kakerbeck einen Grippevirus. Auf dem Foto fehlt Justine Winkler. Osnabrück. 26.02.2018, Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Beim Hackathon vom 12. bis 16. Februar 2018 an der Universität Osnabrück hat das Gewinnerteam eine App zur Vorhersage von Epidemien entwickelt.

Die Aufgabe der 30 Hackathon-Teilnehmer bestand darin, Programme zu entwickeln, die Ärzte und Gesundheitsämter präzise und schnell mit allen wichtigen Daten in Echtzeit zu Infektionskrankheiten versorgen. Diese grobe Aufgabenstellung war Vorgabe des Robert-Koch-Instituts, der Bundesforschungseinrichtung für Infektionskrankheiten. Das Gewinnerteam entwickelte den Prototyp eines Computerprogramms. Die Anwendung zeigt Nutzern an, wie hoch das derzeitige und zukünftige Ausbreitungsrisiko für Infektionskrankheiten jeglicher Art auf Landkreisgröße ist.

Was ist ein Hackathon?

Der Veranstaltungsname ist eine Kombination aus den Begriffen Hack und Marathon und gibt einen ersten Hinweis darauf, mit welchen Werkzeugen die Teilnehmenden arbeiten. Es handelt sich um gemeinschaftliche Software- und Hardwareentwicklung.

Initiiert wurde der Hackathon vom Institut für Kognitionswissenschaften der Universität Osnabrück, dem Gesundheitscampus Osnabrück und dem Robert-Koch-Institut.

Viel Kaffee und Energydrinks

Kurze Nächte nahmen die Programmierer in Kauf, um in vier Tagen ein Programm zu schreiben, das einen ergiebigeren Informationsfluss zwischen Ärzten, Gesundheitsämtern und der Bevölkerung ermöglicht. „Jeden Tag haben wir ungefähr 13 Stunden an unserem Projekt gearbeitet. Da waren eine Menge Kaffee und Energydrinks nötig, um wach und konzentriert zu bleiben“ , erinnert sich Viviane Kakerbeck vom Gewinnerteam.

Das Gewinnerteam

Die vier Studierenden haben ihr Bachelorstudium im Fachbereich Kognitionswissenschaften an der Universität Osnabrück bereits erfolgreich beendet. Falk Heuer, Viviane Kakerbeck und Johannes Schrumpf absolvieren derzeit den darauf aufbauenden Masterstudiengang. Justine Winkler entschied sich für einen Ortswechsel und studiert in den Niederlanden weiter. Die vier hatten sich während eines gemeinsamen Studienprojekts kennengelernt und entschieden sich aufgrund der guten Zusammenarbeit für eine gemeinsame Teilnahme am Hackathon. Und genau diese zahlte sich letztlich aus. „Das Preisgeld in Höhe von 1500 Euro ist aber nicht Anreiz gewesen und auch nicht der größte Gewinn. Die Erfahrungen und der wissenschaftliche Fortschritt sind lohnenswert genug“ , so Johannes Schrumpf.

Die Entwicklung

Die App sei nur der Teil, den die Bevölkerung am Ende nutzt. „Wir haben allerdings eine allgemeine Architektur entwickelt, die übergreifend Daten sammelt, auswertet und sie dann in den Kontext von Epidemien setzt“ , erklärt Schrumpf. Drei neuronale Netzwerke, Gegenstände des Gebiets der künstlichen Intelligenz, arbeiten im Hintergrund Informationen heraus. „Man kann sich das vorstellen wie eine Pipeline, die organisiert wie die Daten fließen müssen, damit sie optimal ausgewertet werden können“, beschreibt Heuer.

Hackathon-Teilnehmer aus Osnabrück in Berlin

Drei Tage lädt das Robert-Koch-Institut die Teilnehmer nach Berlin ein. Dort werden sie ihre Entwicklungen Experten des Instituts vorstellen. Im Anschluss daran entschieden diese, in welchem Umfang die einzelnen Projekte in Kooperation mit dem Institut weitergeführt werden. „Das Robert-Koch-Institut zeigte sich äußerst interessiert und offen an einer möglichen Weiterentwicklung, der im Rahmen der Veranstaltung entstandenen Projekte“, sagt Kai-Uwe Kühnberger, der den Hackathon betreute.


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