So wird das offene SUV aussehen T-Roc Cabrio eine gute Nachricht für Osnabrück – aber ...

Von Jörg Sanders


Osnabrück. VW lässt ab 2020 die offene Version seines kompakten SUV T-Roc komplett in Osnabrück fertigen. Eine gute Nachricht für das Werk und die Region, doch das Aber bleibt nicht aus.

Bis zu 20.000 Stück soll das Osnabrücker VW-Werk ab Anfang 2020 bauen. 80 Millionen Euro investiert der Konzern dafür in das Werk, hatte VW am Freitag mitgeteilt. Denn derzeit sind die Osnabrücker Produktionslinien nicht in der Lage, das T-Roc Cabrio zu bauen.

So könnte das T-Roc Cabrio aussehen. VW setzt auf ein Stoffdach und einen glatten Schnitt. Computerzeichnung: Reichel Car Design

VW Osnabrück wird modernisiert

„Das Geld wird gebraucht, um das Werk MQB-fähig zu machen“, sagt Stephan Soldanski, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Osnabrück und Mitglied des Aufsichtsrats des Osnabrücker VW-Werks. MQB – das steht für Modularer Querbaukasten. Dabei handelt es sich um ein Plattformkonzept und Baukastensystem. MQB dient zur Vereinheitlichung von mehr als 40 Modellen von VW und deren Konzerntöchter Seat, Audi und Skoda. Kosten werden reduziert.

Um das T-Roc Cabrio in Osnabrück bauen zu können, benötigt VW eine Menge Vorlauf.

Problem der Auslastung bleibt

Dass Osnabrück das Auto baut, sei erst einmal eine gute Nachricht, sagt Soldanski. „Aber wir brauchen weitere Stückzahlen“, ergänzt er.

Im Sommer endet die Endmontage des Porsche Cayman. Bleiben werden die Lackierung des Skoda Fabia, die Fertigung einer geringen Stückzahl des rein elektrischen Busses der jüngsten Konzerntochter Moja sowie die Fertigung des ersten VW Tiguan für den US-amerikanischen Markt.

Fällt der Tiguan bald weg?

Aus dem Umfeld des VW-Werks ist zu hören, dass der Tiguan in diesem Sommer auslaufen könnte. Denn auch in den USA ist längst die zweite Generation des SUV erhältlich. Sollte der Tiguan im Sommer wegfallen, droht dem Osnabrücker VW Werk vom Sommer 2018 bis zum Produktionsstart des T-Roc Cabrio 2020 ein Vakuum. „Sollte der Tiguan wegfallen, brauchen wir neue Arbeit“, sagt Soldanski.

Weiteres Modell nötig

Auch die – zumindest anfangs – bis zu 20.000 T-Roc Cabrios lasten das Werk mit einer Kapazität von bis zu jährlich 100.000 Autos nicht aus. Daher braucht es ein weiteres Modell. Denkbar wäre ein Derivat, also ein weitgehend baugleiches Autos, etwa der Konzernbruder Ateca von Seat. Für ihn gibt es eine lange Wartezeit. Hier könnte das Osnabrücker Werk Abhilfe schaffen und zugleich seine Auslastung verbessern. VW hingegen hatte am Freitag mitgeteilt, mit dem T-Roc Cabrio seien Auslastung und Beschäftigung gesichert.

Das T-Roc Cabrio mit Stoffdach ergänzt die geschlossene Version, von dem Volkswagen zufolge bereits 40.000 Exemplare bestellt wurden. Die offene Version wird in Osnabrück komplett gefertigt und lackiert. „Das ist auch eine gute Nachricht für die Region und die Zulieferer der Region“, sagt Soldanski.


Der SUV-Markt boomt

VW will bis 2020 sein SUV-Angebot auf 20 Modelle ausweiten, der Anteil der Verkäufe soll auf 40 Prozent steigen. Das T-Roc Cabrio ist das erste offene SUV von VW in einem noch kaum besetzten Segment. Bislang gibt es das Range Rover Evoque Cabrio – allerdings in einer höheren Preisklasse. Das Evoque Cabriolet ist ab 49.150 Euro zu haben. Preise für das T-Roc Cabrio stehen offiziell noch nicht fest, dürften aber bei etwa 25.000 Euro starten. Die geschlossene Version ist ab 20.390 Euro zu haben.