Hochschule Osnabrück Landkreis-Studie: Der perfekte Zweitwagen fährt mit Strom

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Dienstwagen unter Strom: Zusammen mit Kreisrat Winfried Wilkens (von links) stellten Hans-Jürgen Pfisterer und Kai-Michael Griese die Ergebnisse einer Studie zu E-Autos als Zweitwagen vor.Foto: Jörn MartensDienstwagen unter Strom: Zusammen mit Kreisrat Winfried Wilkens (von links) stellten Hans-Jürgen Pfisterer und Kai-Michael Griese die Ergebnisse einer Studie zu E-Autos als Zweitwagen vor.Foto: Jörn Martens

ahg Osnabrück. E-Autos als Zweitwagen? Die Professoren Kai-Michael Griese und Hans-Jürgen Pfisterer stellten jetzt die Ergebnisse einer Studie im Osnabrücker Kreishaus vor.

Ende 2016 hatte der Landkreis bei der Hochschule Osnabrück die Studie „2AutoE“ in Auftrag gegeben, um das Potenzial von E-Autos als Zweitwagen zu ermitteln.

Kreisrat Winfried Wilkens begrüßte jetzt rund 70 Teilnehmer aus Verwaltung, Gemeinden, Politik, Firmen und privaten Initiativen zur Vorstellung der Ergebnisse. Das große Interesse an der Veranstaltung zeige die Aktualität der Elektromobilität, so Wilkens. Für den Landkreis sei sie ein Baustein des Masterplans 100-Prozent-Klimaschutz, um bis 2050 die Treibhausgas-Emissionen um 95 Prozent und den Endenergiebedarf um 50 Prozent zu senken. Im Klartext: Bis 2050 sollen 70 Prozent aller gefahrenen Kilometer im Individualverkehr durch Elektro-Antriebe erfolgen.

Derzeit liegt die Anzahl der E-Autos im Landkreis Osnabrück, der immerhin fast so groß wie das Saarland ist, im dreistelligen Bereich. Kann der Einsatz als Zweitwagen also ein erster Schritt zur Mobilitätswende im ländlichen Raum sein?

18 Zweitwagen zwei Wochen lang mit Datenloggern ausgestattet

Zur Klärung dieser Frage befragte das Team der Hochschule 296 Personen im Straßenverkehrsamt des Kreishauses, stattete für eine Analyse des Nutzerprofils 18 Zweitwagen zwei Wochen lang mit Datenloggern aus und hielt zwölf Interviews.

Ergebnis: Der „typische“ Zweitwagen ist ein sparsamer Kleinwagen, oft eingesetzt, um wochentags zur Arbeit zu fahren. Diese Aufgaben könnten Elektro-Autos ohne Probleme leisten. Sie seien gerade im Zweitwagensegment für eine Reichweite von bis zu 200 km alltagstauglich.

Obwohl 79 Prozent der Befragten die Lade-Infrastruktur mit 41 Ladesäulen im Landkreis als nicht ausreichend bewerten, sieht Pfisterer darin keinen Engpass. Sinnvoll sei das Aufladen zu Hause, außerdem finde derzeit ohnehin ein Ausbau der Ladestationen statt. Im Landkreis mit über 9000 Photovoltaik-Anlagen bietet es sich zudem an, sein Elektro-Auto mit Sonnenenergie vom eigenen Dach zu betanken. Eine dieser Solartankstellen steht direkt neben dem Kreishaus.

Als Thema in der Gesamtbevölkerung angekommen

Bei der Befragung stellte sich aber auch heraus, dass es viele Unsicherheiten und großen Informationsbedarf zum Thema Elektromobilität gibt. Natürlich spiele auch der Preis eine Rolle.

Dennoch stellt der Wirtschaftswissenschaftler Pfisterer fest, dass Elektroautos „trotz aktueller Bedenken jetzt in der Gesamtbevölkerung ankommen“. Ein wichtiger Grund dafür sei die Umweltfreundlichkeit von Elektro-Autos, die trotz Batterie im Betrieb deutlich besser sei als bei Benzinern oder Dieselfahrzeugen“.

Insgesamt bietet die Studie eine Fülle von konkreten Umsetzungsvorschlägen, auch durch die Einbeziehung sogenannter „Change Agents“, Verantwortlicher aus der Region, die in vier Workshops ihre Ideen einbrachten.

Landkreis-Flotte

Kreisrat Wilkens stellte in Aussicht, dass der Landkreis das Thema Elektro-Auto als Zweitwagen weiter unterstützen werde, dafür werben und informieren wolle.

Neben privaten Fahrzeughalter sollen aber auch weitere Zielgruppen erschlossen werden, wie Handwerker oder größere Firmen, die ihren Fuhrpark durch E-Autos ergänzen könnten. Der Landkreis geht schon mal mit gutem Beispiel voran: Drei vollelektrische und ein Hybrid-Auto gehören schon zur Flotte, die sukzessive weiter auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden soll.


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