Johannes Oerding als Gast Peter Maffay präsentiert MTV Unplugged in Halle

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Halle/Westfalen. Vor 7100 begeisterten Fans spielte Peter Maffay unterstützt von großer Live-Band im Gerry Weber Stadion seine besten Lieder im „Unplugged“-Modus. Als Gäste seiner musikalischen Zeitreise bat er Johannes Oerding und Tony Carey auf die Bühne.

Legendär sind die vom TV-Sender MTV initiierten „Unplugged“-Konzerte. Einer der letzten, der seine Lieder im „ausgestöpselten“ Modus einspielte, ist Peter Maffay. Im ausverkauften Gerry Weber Stadion demonstrierte er mit großer Band, wie sich die Akustik-Versionen seiner Songs live anhören.

„Wie ihr seht, haben wir es uns hier gemütlich gemacht“, sagt Peter und zeigt auf die Auslegeware, auf der er und seine Mitmusiker ihre drehbaren Barhocker positioniert haben. „Die ist da, damit wir auf dem Teppich bleiben“, scherzt Gitarrist Carl Carlton. Jedoch: Er hat recht. Abgehoben wurde Peter Maffay trotz Superstarstatus nie. Obwohl er im Laufe seiner Karriere mehr als 50 Millionen Tonträger verkauft hat, gibt er sich immer geerdet und pflegt den Kontakt zu seinen Fans. Daher macht er das „Unplugged“-Gastspiel in Halle auch zu einem Konzert, das alle Publikumswünsche erfüllt.

Begleitet wird Peter Maffay von Kollegen, mit denen er zum Teil bereits seit mehr als 40 Jahren zusammenarbeitet: Carl Carlton, Keyboarder Pascal Kravetz und Schlagzeuger Bertram Engel haben ihn auf seinem Weg vom Schlagersänger hin zum Bluesrocker mit Hang zur Ballade hilfreich zur Seite gestanden. Jetzt lässt sich der 68-jährige Musiker auf seiner musikalischen Zeitreise zusätzlich von Streichern, einer Bläsersektion, einem Perkussionisten und einem dreiköpfigen Chor unterstützen.

So, wie bei der originalen MTV-Unplugged-Aufzeichnung in Halle an der Saale diverse Stargäste zusammen mit ihm sangen, so hat Maffay auch jetzt Gäste mitgebracht. Bei dem politischen Song „Eiszeit“, der aufgrund der Gefahr eines wiederaufkeimenden „Kalten Krieges“ neue Aktualität erlangt, tritt Johannes Oerding an seine Seite. Zusammen mit Background-Sängerin Linda Teodosiu interpretieren sie anschließend Oerdings herzzerreißende Ballade „So schön“, während die von Live-Kameras aufgenommenen Bilder des Trios auf der Leinwand hinter der Bühne in goldene Bilderrahmen projiziert werden.

„Sind noch Zeitzeugen aus dem letzten Jahrhundert da?“ fragt Maffay später mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen. Denn jetzt will er an den Anfang der 70er Jahre zurückgehen, als er mit „Du“ den ersten Hit landete. Obwohl im Publikum auch viele junge Leute zu entdecken sind, gerät der Applaus der „Oldies“ am frenetischsten.

„Über sieben Brücken“ bezeichnet Maffay als „eines der schönsten Lieder, die ihn seit Jahrzehnten begleiten“. Auch hier erscheint Johannes Oerding auf der Bühne, um dem Song, im Original von Karat, eine neue vokale Facette hinzuzufügen.

„Wir haben schon so viele Stunden miteinander verbracht und so viele Flaschen geleert“, erzählt Maffay, um einen weiteren Gast vorzustellen. Es ist sein alter Freund Tony Carey, den er zu „Room With A View“ auf die Bühne bittet. Bei schnelleren Songs wie „Samstagabend in unserer Straße“ hält es das Publikum später nicht mehr auf den Stühlen, es wird getanzt und mitgesungen.

Natürlich darf ein Lied vom „kleinen grünen Kerl“ nicht fehlen. Mit „Ich wollte nie erwachsen werden“ serviert Maffay eine Quintessenz seiner „Tabaluga-Philosophie“. Eine lange Version von „Sonne in der Nacht“ nutzt er schließlich zur Vorstellung seiner Band und verabschiedet sich nach zwei Stunden, nicht ohne mit „Freiheit die ich meine“ eine begeistert bejubelte Zugabe zu liefern.


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