8. März Auch für Männer: Demo am Weltfrauentag in Osnabrück

Von Luisa Kiskemper

Frauendemo am 8. März: Initiatorin Maria Braig hängt Flyer an der Lagerhalle aus. Foto: Luisa KiskemperFrauendemo am 8. März: Initiatorin Maria Braig hängt Flyer an der Lagerhalle aus. Foto: Luisa Kiskemper

lki Osnabrück. Die Stärke in der Gemeinschaft spüren: Das wollen Martina Scholz und Maria Braig am Donnerstag, 8. März, wenn sie zu einer Demo am Weltfrauentag in Osnabrück aufrufen.

Bei der Demo geht es um die aus Sicht der Veranstalter immer noch bestehenden Missstände im Verhältnis zwischen Männern und Frauen. „Der 8. März soll nicht zu einem Tag werden, an dem wir uns alle die Hände reichen und uns beglückwünschen“, erklärt Maria Braig, eine der Ideengeberinnen für die Demo. Ein Anreiz für die Kundgebung war der „Women’s March“ in Amerika, der voriges Jahr am 21. Januar in Washington stattfand. Dort wurde ebenfalls für Frauen- und Menschenrechte demonstriert.

Letzte Demo zum Weltfrauentag in den 1980ern

„Ich glaube, wir haben da wirklich einen Nerv getroffen“, meint Martina Scholz. Am Weltfrauentag wurde in Osnabrück zuletzt in den 80er Jahren demonstriert. „Die Demonstration dieses Jahr wird somit die erste seit Jahren, es wurde höchste Zeit“, so Scholz.

Es geht den beiden Initiatorinnen vor allem um die Frauenrechte, und sie betonen, dass es dabei eigentlich um Menschenrechte geht. „Wir möchten klarstellen, dass Feminismus und die Demo nicht gegen, sondern auch für Männer sind.“ Ein weiterer wichtiger Punkt sei Rassismus. „Es muss eine wichtige Unterscheidung zwischen denjenigen Menschen gezogen werden, die sich für Menschenrechte einsetzen und solchen, die sich scheinbar für Frauenrechte einsetzen, aber eigentlich gegen Migranten sind“, erläutert Braig.

Es sei wichtig, internationale Verbindungen zu schaffen, weil die Gesellschaft noch lange nicht so weit sei, dass der 8. März als Feiertag gesehen werden könne, sagt Braig. „Wir brauchen den Weltfrauentag, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, die immer noch vorhanden sind.“ So würden Frauen beim Frisör mehr für einen Haarschnitt zahlen, verdienten aber weniger. Auch die rein männliche Führungsspitze der Stadt Osnabrück sei ein Beispiel für die Ungleichheit, so Scholz.

Start am 8. März um 17 Uhr am Rathaus

Treffpunkt der Demo wird am 8. März um 17 Uhr der Platz vor dem Rathaus sein, von dort aus geht es eine Stunde durch die Fußgängerzone zum Nikolaiort. Auf einer Bühne wird dort das Frauenduo „Two Hearts in Ten Bands“ auftreten. Viele Vereine und Verbände haben ihre Teilnahme anhekündigt, beispielsweise Verdi, Pro Familia, das Osnabrücker Frauenbündnis und die Internationale Frauengruppe vom Verein Exil.

„Alle sind herzlich eingeladen, aber wir haben das Konzept bewusst ohne Parteien entwickelt und möchten deshalb keine politischen Fahnen sehen“, sagt Scholz.