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23.02.2018, 19:55 Uhr STUDENTENWERK OSNABRÜCK

Zu wenig gerechnet, zu viel versprochen

Von Sebastian Stricker


Luftschloss: So hat sich das Studentenwerk Osnabrück sein neues Albert-Einstein-Wohnheim im Wissenschaftspark vorgestellt. Aber daraus wird jetzt nichts mehr. Foto: Architekturbüro Plan.ConceptLuftschloss: So hat sich das Studentenwerk Osnabrück sein neues Albert-Einstein-Wohnheim im Wissenschaftspark vorgestellt. Aber daraus wird jetzt nichts mehr. Foto: Architekturbüro Plan.Concept

Osnabrück. Was für eine Blamage für das Studentenwerk Osnabrück! Drei Geschäftsführer waren an den Planungen für das neue Albert-Einstein-Studentenwohnheim im Wissenschaftspark beteiligt. Mindestens einer von ihnen scheint der Sache nicht gewachsen gewesen zu sein.

Birgit Bornemann hatte den Deal mit der Stadt vorbereitet, bevor sie Ende April 2016 in Ruhestand ging. Es war gewissermaßen ihr Abschiedsgeschenk. Anschließend trieb Nachfolgerin Alexandra Krone das geerbte Prestigeprojekt voran. Nach ihrem plötzlichen Abgang ist seit Juni 2017 Stefan Kobilke als kommissarischer Chef dafür verantwortlich. Doch erst ein knappes Dreivierteljahr später, unmittelbar vor dem ersten Spatenstich, fällt ihm auf, dass das Studentenwerk Osnabrück als selbst ernannter Spezialist für Bau und Betrieb studentischer Wohnanlagen seine tollkühnen Mietpreis-Versprechen aus dem siegreichen Angebot nicht halten kann.

Dies mit „konjunkturbedingten Preissteigerungen sowie unvorhersehbaren Kosten“ zu begründen, spricht nicht gerade für vorausschauendes Wirtschaften. Es verstärkt eher den Eindruck eines möglicherweise kollektiven Missmanagements. Schließlich sind Handwerker nicht erst seit gestern teuer. Und einen gewissen Finanzierungspuffer sollte ein so erfahrenes Unternehmen wie das Studentenwerk bei einem Vorhaben dieser Größe schon vorhalten.

Zugegeben: 6,84 Euro kalt pro Quadratmeter und Monat, wie sie die gemeinnützige Einrichtung offenbar zuletzt verlangt hat, wären immer noch deutlich weniger als die maximal erlaubten 8,50 Euro gewesen. Doch wer sich auf 5,30 Euro festnageln lässt, darf sich nicht wundern, wenn der Vertragspartner bei Anhebungen auf die Barrikaden geht. Erst recht, wenn es sich dabei um die städtische Beteiligungsgesellschaft handelt. Als Treuhänderin des Steuerzahlers hat sie nun wirklich nichts zu verschenken.


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