Krise im Teutoburger-Wald-Netz Züge kaputt, Lokführer krank: Eurobahn läuft die Zeit davon

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Die für den grenzüberschreitenden Zugverkehr von Bielefeld über Osnabrück nach Hengelo benötigten Mehrsystem-Triebwagen der Eurobahn sollen in Kürze einsatzbereit sein. Foto: Eurobahn/Christian KösterDie für den grenzüberschreitenden Zugverkehr von Bielefeld über Osnabrück nach Hengelo benötigten Mehrsystem-Triebwagen der Eurobahn sollen in Kürze einsatzbereit sein. Foto: Eurobahn/Christian Köster

Osnabrück. Fahrgäste der Eurobahn blicken mit Spannung auf Montag: Dann will der abgemahnte Streckenbetreiber über genug Züge und Lokführer verfügen, um das Teutoburger-Wald-Netz zuverlässig bedienen zu können. An Verbesserungen werde „mit Hochdruck“ gearbeitet, heißt es kurz vor Fristablauf bei Keolis Deutschland.

Ab dem 26. Februar 2018 soll der regionale Bahnverkehr im Raum Osnabrück, Münster und Bielefeld nach Monaten voller Pleiten, Pech und Pannen endlich reibungslos laufen. So kündigte es die Eurobahn-Mutter Keolis Deutschland vor gut zwei Wochen an – unmittelbar bevor sie von ihren öffentlichen Auftraggebern wegen anhaltend schlechter Leistungen mit allen politischen und juristischen Mitteln angezählt wurde. (Weiterlesen: Eurobahn nach Abmahnung unter Zugzwang)

Keolis verhalten optimistisch

Aber kann das Düsseldorfer Eisenbahnunternehmen sein Versprechen auch halten? Wenige Tage vor Ablauf der selbst gesetzten Frist äußert sich der nationale Ableger einer französischen Staatsbahntochter verhalten optimistisch. Vieles hänge ab von letzten Tests und Probefahrten auf dem grenzüberschreitenden Abschnitt der Linie RB 61 nach Hengelo. Und davon, wie sich die aktuelle Krankheitswelle auf den Dienstplan auswirkt. (Weiterlesen: Eurobahn „bereit“ für Teutoburger-Wald-Netz)

Softwareupdate für Neufahrzeuge

Streikende Technik bei acht Neufahrzeugen des Typs Stadler Flirt-3 habe den Aufbau der neuen Holland-Verbindung bislang verhindert. Inzwischen sei die Software der Elektrotriebwagen vom Hersteller so verbessert worden, dass die Züge seit Dienstag zwischen Bad Bentheim und Hengelo getestet werden können, teilt Keolis mit. „Sollten die Probefahrten weiterhin gut verlaufen, stehen die Fahrzeuge ab dem 26. Februar für den grenzüberschreitenden Einsatz in Deutschland und den Niederlanden zur Verfügung.“ Das würde dann auch die Lage auf allen anderen Linien entspannen, wo gegenwärtig weniger und kürzere Züge rollen, als vertraglich vereinbart. (Weiterlesen: Eurobahn entschuldigt sich bei Fahrgästen im Teutoburger-Wald-Netz)

Fahrgastinformation rund um die Uhr

Am 10. Dezember 2017 übernahm die Eurobahn das bislang von Westfalenbahn und DB Regio gemeinsam betriebene Teutoburger-Wald-Netz (TWN). Dieses umfasst fünf Linien: RB61 „Wiehengebirgsbahn“ (Bielefeld–Osnabrück–Hengelo), RB65 „Ems-Bahn“ (Münster–Rheine), RB66 „Teuto-Bahn“ (Osnabrück–Münster), RB72 „Ostwestfalen-Bahn“ (Herford–Paderborn) und RE78 „Porta-Express“ (Bielefeld–Minden–Nienburg). Foto: Eurobahn / Grafik: Neue OZ/Langer

Zudem sollen nach Unternehmensangaben Ende Februar elf weitere Triebfahrzeugführer, die für das Teutoburger-Wald-Netz benötigt werden, ihre Ausbildung abschließen. Grippebedingt könne sich ihr Einsatz jedoch geringfügig verzögern, warnt Keolis. „In Einzelfällen kann es daher in den nächsten Tagen noch zu kurzfristigen Angebotseinschränkungen kommen.“ Über Abweichungen im Zugverkehr informiere die Eurobahn ihre Fahrgäste seit 19. Februar rund um die Uhr und in Echtzeit, unter anderem im Internet auf eurobahn.de/abfahrtsinfos. (Weiterlesen: Eurobahn-Krise – Fahrgäste attackieren Zugpersonal)


Wissenswertes über die Eurobahn

Das Eisenbahnunternehmen Keolis Deutschland mit Sitz in Düsseldorf ist seit 2000 mit seiner Marke Eurobahn im öffentlichen Schienenpersonennahverkehr unterwegs. In Nordrhein-Westfalen betreibt es das Ostwestfalen-Lippe-Netz (vier Linien bis 2025), das Hellwegnetz (vier Linien bis 2030) sowie das Maas-Rhein-Lippe-Netz (zwei Linien bis 2025). Von 2019 bis 2031 kommt das S-Bahn-Netz Rhein-Ruhr mit zwei weiteren Linien hinzu.

Am 10. Dezember 2017 übernahm die Eurobahn das bislang von Westfalenbahn und DB Regio gemeinsam betriebene Teutoburger-Wald-Netz (TWN). Dieses umfasst fünf Linien: RB61 „Wiehengebirgsbahn“ (Bielefeld–Osnabrück–Hengelo), RB65 „Ems-Bahn“ (Münster–Rheine), RB66 „Teuto-Bahn“ (Osnabrück–Münster), RB72 „Ostwestfalen-Bahn“ (Herford–Paderborn) und RE78 „Porta-Express“ (Bielefeld–Minden–Nienburg). Mit 5,3 Millionen Zugkilometern jährlich ist das TWN das Netz mit den zweitmeisten Fahrten im Eurobahn-Portfolio.

Allen Fahrgästen steht rund um die Uhr das Eurobahn-Kundencenter unter einer Hotline zur Verfügung. Die Nummer 00800 387 622 46 ist laut Keolis sowohl innerhalb Deutschlands als auch aus dem Ausland kostenlos mobil und aus dem Festnetz zu erreichen. Auf seiner Internetseite sowie auf Twitter ( @eurobahn_info) informiert das Unternehmen nach eigenen Angaben durchgängig zur aktuellen Verkehrslage in Echtzeit.

Fahrgäste, die mit den Leistungen der Eurobahn im Teutoburger-Wald-Netz unzufrieden sind, können sich mit ihren Beschwerden an die Eurobahn unter Telefon 00800/387 622 46 oder auch direkt an die Aufgabenträger wenden. Diese sind auf deutscher Seite der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) in Unna, Telefon 02303/95263-0 , E-Mail info@nwl-info.de, und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) in Hannover, Telefon 0511/53333-0, E-Mail info@lnvg.de.

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