Geigern mit engem Verhältnis zu Mozart Solistin beim nächsten Sinfoniekonzert: Mirijam Contzen

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Solistin beim nächsten Sinfoniekonzert: Miriam Contzen mit ihrer Geige des italienischen Geigenbauers Carlo Bergonzi. Foto: Gert WestdörpSolistin beim nächsten Sinfoniekonzert: Miriam Contzen mit ihrer Geige des italienischen Geigenbauers Carlo Bergonzi. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Mirijam Contzen hat schon vor 20 Jahren in Osnabrück Geige gespielt; damals war sie Gast der Osnabrücker Kammermusiktage. Jetzt kehrt sie zurück als Solistin im 5. Sinfoniekonzert.

Mit Mozart im Allgemeinen und seinen Violinkonzerten im Speziellen kennt Mirijam Contzen sich aus, klar. Die Konzerte sind zentrale Bausteine des Studiums, und wer einer Wettbewerbsjury oder einer Auswahlkommission vorspielt, muss mit Mozart Technik und Musikalität unter Beweis stellen. Anders gesagt: Mozart begleitet Mirijam Contzen durchs Geigerinnenleben. Weiterlesen: Auch beim letzten Sinfoniekonzert stand Mozart auf dem Programm

Der britische Mozart

Die Musikerin aus Münster kann aber auch auf ein Alleinstellungsmerkmal verweisen. Sie hat sich nämlich intensiv mit Mozarts musikalischem Umfeld beschäftigt, unter anderem mit Thomas Linley, dem „englischen Mozart“. „Das wirft ein anderes Licht auf die Zeit“, sagt Contzen, und seit sie sich mit dem britischen Komponisten auseinandergesetzt hat, „spiele ich Mozart anders“.Offenbar deckt sich dieses „anders“ mit den Vorstellungen des Osnabrücker Generalmusikdirektors Andreas Hotz; das hat sie in ersten Telefonaten gemerkt. Gleich trifft sie den Dirigenten zum ersten Mal, um sich weiter mit ihm über Mozarts fünftes Violinkonzert zu unterhalten. Ein Vorgespräch vor der ersten Probe zum Sinfoniekonzert Sonntag und Montag in der Osnabrückhalle. Weiterlesen: Das Osnabrücker Symphonieorchester spielt ein politisches Programm

Gast bei den Osnabrücker Kammermusiktagen

Musikalisch kennengelernt hat Contzen Osnabrück aus einem anderen Blickwinkel: Vor mehr als 20 Jahren hat sie bei den Osnabrücker Kammermusiktage mitgewirkt. Sie erinnert sich noch gut an die Konzerte mit dem Geiger Leonidas Kavakos, Klarinettist Charles Neidich, der Cellistin Natalja Gutman, allesamt Stars der klassischen Musik. „Ich habe da viel gelernt“, sagt sie.

Mittlerweile lebt Contzen in Berlin, bringt die eigene Karriere, eine Professur an der Hochschule der Künste und drei Kinder unter einen Hut. Außerdem findet sie noch Zeit, auf Schloss Cappenberg, einem Gut zwischen Münster und Dortmund, ein Kammermusikfestival zu organisieren. Weiterlesen: Das Eröffnungskonzert von Classic con brio 2017

Begonnen hat das als Freundschaftsdienst für den Schlossherrn, der sein Haus bespielen wollte. Gleichzeitig hilft er das „die Fahne der Kammermusik hochzuhalten“. Denn natürlich weiß sie, wie schwer es dieses Genre hat. Aber: „Wir sollten uns nicht dem Markt unterwerfen.“ Ein Rezept, um dem schwächelnden Genre zu helfen: Die Hausmusik stärken. Und bei den Kinder ansetzen. „Der Musikunterricht hat sehr gelitten“, sagt sie. Deshalb versucht sie selbst direkt in den Unterricht an Schulen einzuwirken - einmal als Professorin, die auch angehende Lehrer ausbildet. Und als Mutter: Ihr Kinder gehen mittlerweile zu Schule. Klar wächst da das Interesse an einem guten Musikunterricht. Dieses Wochenende aber geht es vor allem um Mozart.


5. Sinfoniekonzert: Mozart: Violinkonzert Nr. 5 A-Dur, KV219, Jíří Antonín Benda: „Ariadne auf Naxos“, Melodram. Mirjiam Contzen, Geige, Magdalena Helmig und Oliver Meskendahl, Sprecher. Osnabrücker Symphonieorchester, Ltg. Andreas Hotz. Sonntag, 25.2., 11 Uhr und Montag, 26.2., 20 Uhr, Osnabrückhalle. Karten: www.theater-osnabrueck.de

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