Konflikte einfach besser lösen Ausbildungslehrgang zum Mediator beginnt am 4. Mai in Melle

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Kurt Südmersen und Cornelia Timm. Mediationsausbildung des Bildungswerkes Verdi und der Evangelischen Erwachsenenbildung. Foto: Michael GründelKurt Südmersen und Cornelia Timm. Mediationsausbildung des Bildungswerkes Verdi und der Evangelischen Erwachsenenbildung. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Wie kann man bei Streitigkeiten und in festgefahrenen Konflikten doch noch gemeinsam eine gute Lösung für alle Beteiligten finden? Mediation ist ein bewährtes und strukturiertes Verfahren, bei dem mit Unterstützung eines Mediators die Konfliktparteien dies freiwillig und in eigener Verantwortung machen. Eine Ausbildung, bei der man dieses Verfahren erlernt und sich zum Mediator und zur Mediatorin qualifiziert, bieten jetzt das Bildungswerk der Gewerkschaft Verdi und die Evangelische Erwachsenenbildung (EEB) an. Sie arbeiten dabei zusammen mit dem ORCA-Institut für Konfliktmanagement und Training.

„Mediation ist nicht nur eine Methode, sondern eine Haltung“ erläutern Kurt Südmersen und Cornelia Timm vom ORCA- Institut, die solche Fortbildungen in Osnabrück Stadt und Land seit knapp zehn Jahren leiten. Es gehe dabei auch um die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, zum Beispiel erkenne und reflektiere man das eigene Verhalten in Konflikten. Man lerne, auch unübersichtlichen Konfliktsituationen zu analysieren und so Transparenz herzustellen. Vor allem aber lerne man, den anderen offen zuzuhören und sie besser zu verstehen. „Es kommt nicht nur darauf an, was ich sage, sondern auch wie ich höre“, sagt Kurt Südmersen.

Gegeneinander oder Miteinander

Sinnbilder für die unterschiedlichen Kommunikationsstile von Gegeneinander oder Miteinander sind – angelehnt an die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg – der Wolf und die Giraffe. Dabei steht der Wolf für die trennende Kommunikation mit Bewerten, Urteilen und Schimpfen, die Gefühle von Schuld und Scham und häufig auch von Zwang auslösen. Die Giraffe steht für die verbindende Kommunikation, bei der auf Bedürfnisse und Gefühle geachtet und der Kontakt zwischen Menschen gefördert wird. Während der Ausbildung, die insgesamt 200 Stunden umfasst, lerne man diese Stile zu unterscheiden und damit zu arbeiten, erläutert Mediatorin Cornelia Timm. So könne man schließlich Vorwürfe, die eine Partei im Konflikt mache, quasi übersetzen in eine Äußerung von deren Bedürfnissen.

Menschen aus vielfältigen Zusammenhängen

Die Ausbildung zum Mediator richtet sich an Menschen aus vielfältigen Zusammenhängen: Menschen in sozialen, pädagogischen, beratenden oder juristischen Tätigkeitsfeldern, Multiplikatoren in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit und an Personen, die in Betrieb oder Organisationen mit Konflikten zu haben, zum Beispiel Betriebsräte oder Personalentwickler.

Die Ausbildung beginnt am 4. Mai, wird in Melle stattfinden und dauert insgesamt 13 Monate, die sich verteilen auf sieben Wochenenden und zwei Wochen, für man jeweils Bildungsurlaub beantragen kann. Die Kosten betragen knapp 3500 Euro. Über Möglichkeiten zur finanziellen Förderung informiert Wolfgang Scheda vom Verdi Bildungswerk, Telefon 0541/357404100. Manchmal übernehmen Arbeitgeber die Kosten oder einen Teil davon. Die Ausbildung schließt ab mit einem Zertifikat, das anerkannt ist vom Fachverband für Mediation.


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