Rauschendes Fest Feine Sahne Fischfilet provozieren Pogo-Exzesse

Von Tom Bullmann


Osnabrück. Im komplett ausverkauften Hyde Park gaben sich Feine Sahne Fischfilet die Ehre. Die Punk-Rock-Ska-Band aus Mecklenburg-Vorpommern wurde frenetisch bis zur Erschöpfung gefeiert.

Der Sänger mit dem schweißnassen Hemd macht einen glücklichen Eindruck. Gerade hat er einen zweistündigen Auftritt hinter sich, der ihm alles abverlangte. „Mit diesen Menschen hier kann es ewig so weitergehn´“, singt er, dann explodiert eine Konfettibombe und das Konzert ist zu Ende.

Es war ein rauschendes Fest: Feine Sahne Fischfilet feierten im ausverkauften Hyde Park mit ihren Fans, als gäbe es kein Morgen mehr. Zunächst hatte Sänger Jan „Monchi“ Gorkow die Band What We Feel angesagt: „Die Jungs sind heute erst aus Moskau eingeflogen. Auf der Reise ist ihr Akkordeon kaputt gegangen. Wundert Euch also nicht, wenn es sich etwas komisch anhört“, sagt er. Es folgte eine volle Breitseite Punk mit einer gehörigen Portion Metal, die zu ersten Pogo-Exzessen im Saal führte. Die russische Band machte mit diversen Sprüchen keinen Hehl aus ihrer antifaschistischen Einstellung, was vom Publikum mit entsprechenden Sprechchören erwidert wurde.

Der Kampf gegen Rechts ist auch bei Feine Sahne Fischfilet Programm. Nicht nur der Song „Angst frisst Seele auf“ dokumentiert ihre Einstellung. Damit reagierte die Band aus Mecklenburg-Vorpommern auf das Lied einer Nazi-Band, in dem dazu aufgefordert wird, die linke Politikerin Katharina König, die in Thüringen im NSU-Untersuchungsausschuss sitzt, umzubringen. „Du bist nicht allein“, sang Monchi und der Vers wurde im Hyde Park von über 1000 Stimmen aufgenommen und mitgesungen.

Die Mischung aus Rock, Punk und Ska wurde von einem hyperaktiven Drummer angetrieben und von zwei Bläsern befeuert. Im Mittelpunkt stand jedoch Monchi, der es sich nicht nehmen ließ, immer wieder das rauszulassen, was ihm an dieser Welt nicht gefällt. Trotz ernster Themen wie die Solidarität mit Kriegsopfern in Syrien kam der Spaß bei Konzert aber nicht zu kurz. Ob Bierpumpe, Crowdsurfing oder Bengalofeuer, die Fans der Band wurden so gefordert, dass sie nach knapp zwei Stunden Show kaum noch fähig waren, „Zugabe“ zu rufen. Trotzdem kam die Band wieder auf die Bühne, um weitere sechs Songs zu spielen. Stramme Leistung.