„Jugend forscht 2018“ Osnabrücker Schüler räumen viermal den ersten Platz ab

Von Bastian Rabeneck


Osnabrück/Lingen. Eine Sockensortiermaschine aus Lego oder eine App, die den Schulalltag vereinfachen soll: Wenn es um Jugend forscht geht, ist der Fantasie der Schüler praktisch keine Grenzen gesetzt. Am Donnerstag und Freitag präsentierten auch 38 Schülergruppen aus Osnabrück beim Regionalentscheid an der BBS-Lingen der Fachjury ihre Ideen.

Geschäftiges Treiben herrscht im Foyer der BBS-Lingen. Wohin das Auge sieht, stehen blaue Stellwände, auf denen wissenschaftliche Ergebnisse präsentiert werden. Viele Schüler hält es aber nicht an ihren eigenen Präsentationsständen. Solange die Jury noch nicht vorbeischaut, ist schließlich noch Zeit, sich die zahlreichen Projekte der Konkurrenz anzusehen.

Zum sechsten Mal dabei

Esther Dälken vom Osnabrücker Gymnasium Carolinum hat bei dem Prozedere schon Routine. Sie nimmt zum sechsten Mal am Wettbewerb teil. „Ich suche mir jedes Jahr eine neue Herausforderung“, sagt die Schülerin. Diesmal hat sie einen Quadrokopter - eine Art Drohne - programmiert, sodass sie bestimmte Befehle automatisch ausführt. Von ihrer Präsentation ist sie recht überzeugt, es sei ein gutes Gespräch mit der Jury gewesen. Helena Saalfeld vom Gymnasium „In der Wüste“ ist dagegen bei ihrer Präsentation noch etwas nervös. Unabhängig davon ist sie sich aber schon jetzt sicher: „Meine Idee für das Auto der Zukunft möchte ich bis zum nächsten Wettbewerb weiterentwickeln und dann noch mal antreten.“

„Bei unserer Entscheidung berücksichtigen wir, ob die Idee einen aktuellen Kontext hat und wie die Schüler ihren Projektstand präsentieren“, erklärt Martina Cordes, die später den Jugend-forscht-Sieger aus der Kategorie Biologie küren soll. Zudem gibt es sechs weitere Kategorien, in denen sich die Jungforscher bei dem Wettbewerb messen: Arbeitswelt, Chemie, Geo- und Raumwisseschaft, Mathe und Informatik, Physik und schließlich Technik. Die Juroren selbst sind Lehrkräfte von allgemein- und berufsbildenden Schulen, Vertreter von Hochschulen der Industrie oder von Naturschutzverbänden.

Auf Augenhöhe treffen

Im Vorfeld mussten die Schüler der Jury eine Zusammenfassung ihrer Ideen vorlegen. Unklarheiten sollen dann im direkten Gespräch beim Wettbewerb geklärt werden. Dabei sei es der Jury besonders wichtig, kein klassisches Frage-Antwort-Spiel durchzuziehen, sondern sich mit den Teilnehmern auf Augenhöhe zu treffen und angeregte Fachgespräche zu führen.

Oliver Langius und Loris Jansen von der BBS-Haste zeigen sich nach ihrem Gespräch optimistisch. Gemeinsam möchten sie Landwirte über die genaue Wirkungsweise der sogenannten Bakterienbeize aufklären, die beispielsweise die Nährstoffaufnahme von Maispflanzen optimieren soll, aber auch Risiken birgt. „Ich denke, wir haben es geschafft unseren Forschungsansatz zu vermitteln“, sagt Loris. „Nebenbei haben wir von der Jury Verbesserungsvorschläge bekommen. Trotzdem werden wir mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.“

Besuchertag

Während die Schüler am Donnerstag um eine gute Platzierung kämpfen, können sich interessierte Gäste beim Besuchertag am Freitag in aller Ruhe die Ausführungen der jungen Forscher anhören. Monika und Franz Tieke zeigen sich begeistert von der Vielfalt, die es beim Rundgang an den Ständen zu entdecken gibt: „Von ganz alltäglichen Dingen bis hin zu komplexen mathematischen Ideen ist alles dabei“, sagt Monika Tieke. „Und es ist schön, dass die Kinder mit so viel Begeisterung dabei sind. Unsere Tochter nimmt ebenfalls teil. Die zwei zusätzlichen Schulstunden pro Woche hat sie für das Projekt gerne auf sich genommen.“

158 Teilnehmer

Valentina Holle ist in diesem Jahr Leiterin des Regionalentscheids und gibt einen Überblick über den inzwischen 53. Jugend-forscht-Wettbewerb: „Bei der Veranstaltung in Lingen sind 16 Schulen aus Osnabrück, Haselünne, Nordhorn, Papenburg, Schüttorf und Meppen vertreten. 79 Projekte von stolzen 158 Teilnehmern können wir in diesem Jahr verbuchen.“ „Natürlich müssen aber zum Beispiel die Fünftklässler nicht gegen Schüler aus der Oberstufe antreten“, ergänzt Jurymitglied Cordes. Im Alter von neun bis 14 Jahren forschen die Kinder noch unter dem Titel „Schüler experimentieren“. Die 15 bis 21-jährigen treten gesondert gegeneinander an.

Aus beiden Altersklassen werden jeweils die drei besten Projekte aus ihren Forschungskategorien ausgezeichnet. Die ersten Plätze erhalten 75 Euro, die Zweitplatzierten 60 Euro und die dritten Plätze werden mit 45 Euro prämiert. Doch nur die Erstplatzierten erhalten die Möglichkeit, in den Landesentscheid einzuziehen und sich mit allen Regionalsiegern aus Niedersachsen zu messen.

Die Erstplatzierten aus Osnabrück: Lena Hiddessen (Ursulaschule, Jugend forscht Fachbereich Mathematik / Informatik, Thema: Spielstrategien am Beispiel von „Siedler von Catan“), Lars und Erik Winkler (Gymnasium „In der Wüste“, Schüler experimentieren Fachbereich Arbeitswelt, Thema: Die optimale Ballonhülle für einen Modell-Heißluftballon), Lucas Kötter (Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Schüler experimentieren, Fachgebiet Mathematik / Informatik, Thema: Zufall oder Zusammenhang? Eine Untersuchung von Pi und anderen irrationalen Zahlen), Theo Schneidereit und Paul Göckemeyer (Ursulaschule, Schüler experimentieren, Fachgebiet Technik, Thema: Dachrinnenreinigungsgerät).

Sonderpreise für Osnabrücker Schüler: Gerrit Book (BBS Osnabrück-Haste, Jugend forscht, Fachbereich Arbeitswelt, Thema: Erprobung von CO2-neutralen Stoffen auf ihre Dämm- und Brandeigenschaften, Sonderpreis Umwelttechnik), Anja Hoffmeister (Ursulaschule, Jugend forscht, Fachgebiet Technik, Thema: Windmobil, Jahresabonnement „bild der wissenschaft“), Theo Schneidereit und Paul Göckemeyer (Ursulaschule, Schüler experimentieren, Fachgebiet Technik, Thema: Dachrinnenreinigungsgerät, Sonderpreis für Innovation), Mareke Sophie Specker (Gymnasium Carolinum, Schüler experimentieren, Fachgebiet Technik, Thema: Das Arduino gesteuerte Spektrometer, plus-Mint Sonderpreis für interdisziplinäre Projekte).

Weiterlesen: Schülerin aus Georgsmarienhütte analysiert ein mathematisches Spiel

Bissendorfer Schüler reisen zum Wettbewerb Jugend forscht

Eine von acht Ideen: Wie Meller Schüler die Luft sauber machen wollen

Zehn Bersenbrücker Gymnasiasten bei Jugend forscht dabei

Osnabrücker Schüler konkurrieren bei Jugend forscht

Osnabrücker Schüler mit zukunftsweisenden Ideen

Haster Schüler verbessern Haltbarkeit von Lebensmitteln