„Verkehr flüssiger machen“ BOB hält Osnabrücker Luftreinhalteplan für „nicht schlüssig“

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Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) zweifelt einzelne Daten im Luftreine- und Aktionsplan an, die die Firma LK Argus im Auftrag der Stadt erstellt hat. Foto: Michael GründelDer Bund Osnabrücker Bürger (BOB) zweifelt einzelne Daten im Luftreine- und Aktionsplan an, die die Firma LK Argus im Auftrag der Stadt erstellt hat. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) zweifelt einzelne Daten im Luftreine- und Aktionsplan an, die die Firma LK Argus im Auftrag der Stadt erstellt hat.

Die Abgase aus Industrie und Haushalte, die zusammen 29 Prozent der Stickstoffdioxidemissionen ausmachten, werde in der Studie von LG Argus „ausgeblendet“, sagte der ehemalige Verkehrsplaner, Reimer Thiessen während einer BOB-Pressekonferenz am Donnerstag.

„Nicht schlüssig“

Thiessen und BOB-Vorsitzender Steffen Grüner halten darüber hinaus die Hochrechnungen und Prognosen zur Verkehrsbelastung auf dem Wallring für „nicht schlüssig“. Wenn der Neumarkt für den Autoverkehr geöffnet ist, wird nach Berechnungen von LK Argus die Stickstoffdioxid-Belastung des E.M.-Remarque-Rings und der Natruper Straße um zwei bis drei Mikrogramm anstiegen und den Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft knapp erreichen. Thiessen bezweifelt, dass die Öffnung des Neumarktes zu erhöhtem Verkehrsaufkommen auf diesen Wallabschnitten führt. Es sei eher das Gegenteil anzunehmen, weil der Ost-West-Durchgangsverkehr den direkten Weg über den Neumarkt nehmen könne und nicht mehr den Umweg über den Wall nehmen müsse, sagte Thiessen. „Da stellt sich die Frage, ob die Modellrechnungen insgesamt plausibel sind.“

Verkehrsflussoptimierung

Der frühere Verkehrsplaner empfiehlt, stärker auf eine „dynamische Verkehrsflussoptimierung“ zu setzen, wie sie zum Beispiel in Darmstadt erfolgreich eingesetzt werde. Dabei werden die Ampeln je nach aktueller Verkehrslage gesteuert. Dieses moderne Verkehrsleitsystem sollte ganztägig zum Einsatz kommen und nicht nur, wie im Luftreinhalteplan genannt, in kritischen Spitzenzeiten, ergänzte Steffen Grüner.

Der BOB-Chef sieht in der Verflüssigung des innerstädtischen Verkehrs die größten Potenziale zur Reinhaltung der Luft und zitiert den Luftreinhalteplan: „Stausituationen führen zum Anstieg der Emissionen von Stickoxiden, einer stetiger Verkehrsfluss bei weitgehend konstanter Geschwindigkeit wird emissionsmindernd.“ (Weiterlesen: Osnabrücks Luftreinhalteplan soll in Öffentlichkeitsbeteiligung)

BOB fordert deshalb, den Lückenschluss der A33-Nord, den sechstreifigen Ausbau der A30 und den Bau der Entlastungsstraße West konkret in Angriff zu nehmen, um den durchfahrenden Auto- und Lkw-Fahrern Alternativen zu bieten. Ein offener Neumarkt vermeide Umwege, reduziere damit Fahrten und senke den Schadstoffausstoß in der Stadt.


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