Der König der Wundertüte Helge Schneider am Dienstag in Osnabrück-Halle

Von Thomas Wübker

„Quatsch machen“ wird Helge Schneider am kommenden Dienstag in Osnabrück. Foto: Michael Gründel„Quatsch machen“ wird Helge Schneider am kommenden Dienstag in Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Helge Schneider ist der Gottvater der absurden Comedy. Jetzt hat er sich aber noch mehr aufgeladen. Als „Extremcomposer und Special-Dance-, Music- & Entertainment-Guru“ kommt er am Dienstag, 27. Februar, in die Osnabrück-Halle und zeigt sein neues Programm „eene mene mopel“.

Er war die „singende Herrentorte“, „Johnny Flash“, „00 Schneider“, „Der Führer“, aber vor allem war und ist Helge Schneider ein begnadeter Musiker – und das auf mehreren Instrumenten. Doch obwohl er hofft, seinem Idol Theolonius Monk nahe zu kommen, verdient er sein Geld nicht mit Musik, sondern mit „Quatsch machen“, wie er mal in einem Interview sagte.

Schneiders größte Kunst ist neben der Komik und der Musik aber die Improvisation. Wer eine Eintrittskarte für einen Auftritt des 62-jährigen Mühlheimers kauft, weiß nicht, was ihn erwartet. Das weiß Helge Schneider aber auch nicht. Viele Dinge, die er auf der Bühne macht, überraschen nicht nur das Publikum, sondern auch ihn. Im Grunde genommen spielt es gar keine Rolle, wie er seine Programme nennt. Ob sie nun „eene mene mopel“ heißen, ob Helge Schneider als „Special-Dance, Music & Entertainment-Guru“ oder „singende Herrentorte“ vor seine Zuschauer tritt, ist vollkommen egal. Die Hauptsache ist, dass er da ist.

Der Kölner Stadt-Anzeiger hat am 9. Februar ein Konzert von Helge Schneider in der Karnevals-Metropole besucht und einen Künstler gesehen, der zwischen Melancholie und Humor wandelte. Er parodierte französische Chansons, Wiener Heurigen-Lieder, deutsche Schlagersänger und Politbarden und musizierte mit Rudi Olbrich am Kontrabass und Peter Thoms am Schlagzeug. Die Lacher seien eher sporadisch gekommen, hieß es weiter. Dafür sei die Musik umso schöner gewesen. Neben amerikanischen Jazz-Standards spielte das Trio Schneider-Klassiker wie „Es gibt Reis, Baby“, Schneider erzählte Geschichten wie die von dem Mann, der im China-Imbiss Cordon Bleu bestellt und für seine Frau das, was er auf dem Teller übrig lässt, oder er verwechselte Königin Silvia mit Bruno Ganz.

Was Helge Schneider in Osnabrück machen wird, kann wohl niemand vorhersagen. Denn in Wirklichkeit ist der Komiker nicht der Guru des „Special-Dance, Music & Entertainments“, sondern der König der Wundertüte.

Helge Schneider, Osnabrück-Halle, Osnabrück, Di., 27. 2., 20 Uhr, Eintritt: 36 bis 42,50 Euro. Tickets erhältlich in den Geschäftsstellen der Tageszeitung, www.deinticket.de oder unter Kartentelefon: 0541/349024.