Von Biologie bis Informatik Osnabrücker Schüler mit zukunftsweisenden Ideen

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Osnabrück. Der Jugend forscht-Wettbewerb fördert jedes Jahr eine große Bandbreite an Ideen zutage. So haben sich drei Schülerinnen des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums ein Rezept für eine zuckerfreie Nutella einfallen lassen. Zwei Schüler des Gymnasiums in der Wüste dagegen, bauen ihre eigene Wetterstation mit lokalen Daten aus Osnabrück.

„In Asien wird immer mehr Regenwald abgeholzt, um Platz für Palmölfelder zu schaffen“, sagt Eveline Hulm. Das Öl werde unter anderem für die Herstellung von Nutella gebraucht. Mit ihren Mitschülerinnen Ella Seibt und Charlotte Castan möchte die Sechstklässlerin vom Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium (EMA) ein Rezept für eine umweltfreundlichere Variante entwickeln. Ganz nebenbei soll die auch noch zuckerfrei sein, damit auch Diabetiker bei dem süßen Aufstrich zugreifen können. Fünf Rezepte haben die Schülerinnen ausprobiert. Das erste stammt noch aus dem Internet, für die vier weiteren hat die Gruppe eigene Ideen gesammelt und das vorhandene Rezept verändert. Den Zucker haben die Mädchen durch Ersatzstoffe wie Xylit oder Stevia ausgetauscht.

„Nutella Zero“

„Die Versuche haben aber nicht alle so gut geklappt“, sagt Ella. Durch das fehlende Palmöl seien die ersten Ergebnisse nicht so streichzart gewesen. Zudem war die „Nutella Zero“, wie die Schülerinnen ihren Versuch genannt haben, bereits nach kurzer Zeit verschimmelt. Beim fünften Anlauf waren sie dann aber doch zufrieden. „Wir haben Kokosöl, Milch, Haselnüsse und Süßungsmittel verwendet“, erzählt Charlotte. Damit ist der Gruppe eine streichzarte und zuckerfreie Alternative zur Nutella gelungen, die sie beim Jugend forscht-Regionalentscheid in Lingen präsentieren wird.

Neben dem Nutella-Zero-Experiment gibt es aber noch zahlreiche weitere Projekte am EMA. So bauen einige Schüler mithilfe eines Farb-Sensors eine eigene Sockensortiermaschine, forschen an vielseitig einsetzbarer Kleidung inklusive eingebauter Lampe und Kamera oder programmieren eine Termin-App, die den Schulalltag erleichtern soll. Auch im Fach Mathe forschen die Schüler fleißig unter dem Titel „Vom n-Eck zum Kreis“ oder „Eine Untersuchung von Pi und anderen irrationalen Zahlen“. Eine sechste Gruppe bestimmt durch eine sogenannte gaschromatografische Untersuchung, welche Gase nach der Ernte aus Heu austreten und warum sie dies tun.

Spezialgebiet Informatik

Malte Busmann und Yannis Vierkötter vom Gymnasium in der Wüste haben die Informatik zu ihrem Spezialgebiet erklärt. Die beiden Elftklässler gehen bei Jugend forscht mit einer selbst gebauten Wetterstation an den Start. „Uns ist aufgefallen, dass die großen Wetterwebseiten nur ungefähr alle halbe Stunde aktualisiert werden“, berichtet Yannis. Auch seien die lokalen Daten nicht so genau und würden eher größere Gebiete abdecken. Mit ihrer Wetterstation erheben die Schüler nun seit Mai vergangenen Jahres alle fünf Minuten die lokale Temperatur, den Luftdruck und die Luftfeuchtigkeit. Eine immense Menge an Daten, die die Jungs auf einer selbst programmierten Website in verschiedenen Grafiken sichtbar machen können.

Deutlich zu sehen ist darin zum Beispiel der abfallende Luftdruck kurz bevor Sturmtief Friederike im Januar über Deutschland gefegt ist. Jochen Temmen betreut die Roboter AG am Gymnasium in der Wüste, aus der die Idee hervorgegangen ist. „Die Jungs haben eigene Algorithmen programmiert, die Daten aus der Wetterstation auslesen und sogar Messfehler erkennen und ausgleichen können. Eine beachtliche Leistung“, so der Physiklehrer.

Vielfältige Ideen

Darüber hinaus erforschen die Schüler in der Wüste auch den Wassergehalt in verschiedenen Lebensmitteln, machen sich Gedanken darüber, wie das Auto der Zukunft aussehen könnte oder entwickeln hochwertiges Papier, das auch ohne Holz hergestellt werden kann. Weitere Gruppen ergründen, welches Material am besten für die Hülle eines Heißluftballons geeignet ist, welche Nährstoffe Pflanzen für ein optimales Wachstum brauchen oder wie die Funktionsweise von Überwachungskameras optimiert werden kann. Das neunte Projekt am Gymnasium in der Wüste soll einen voll funktionsfähigen Fallschirm zum Ergebnis haben, der von einer Drohne abgeworfen werden kann.

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