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Schnäppchenjagd im April Auch Verkauf von Fundsachen beim Frühjahrsflohmarkt im Moskaubad

Von Corinna Berghahn

Auch 2018 darf im Moskaubad beim Frühjahrsflohmarkt wieder gefeilt werden. Archivfoto: Elvira PartonAuch 2018 darf im Moskaubad beim Frühjahrsflohmarkt wieder gefeilt werden. Archivfoto: Elvira Parton

Osnabrück. Ende April darf im Moskaubad im Osnabrücker Stadtteil Wüste wieder gefeilscht werden. Zeitweise war unklar, ob der Flohmarkt überhaupt stattfinden darf.

Am 22. April wird zwischen 9 und 16 Uhr im Moskaubad wieder gefeilscht werden. „Unsere Freibadflohmärkte vor und nach der Sommersaison sind ein ‚Muss‘ – sowohl für Trödler als auch für Schnäppchenjäger“, betont Sonja Koslowski, Leiterin des Moskaubades. Im vergangenen Jahr nutzten knapp 430 Aussteller den Frühjahrsflohmarkt, um sich von Kleinkram, Kuriositäten und Raritäten zu befreien.

Fundsachenverkauf

Das Moskaubad-Team wird ebenfalls mit einem Stand vertreten sein und Schwimmflügel, Handtücher, Taucherbrillen und weitere Fundsachen verkaufen. „Alles Fundstücke, die von den Badegästen im Moskaubad, Nettebad oder Schinkelbad im vergangenen Jahr vergessen wurden“, erläutert Sonja Koslowski.

Den Erlös stiften die Stadtwerke traditionsgemäß an den Kinderschutzbund in Osnabrück, der damit unter anderem ein Projekt zur Förderung der Schwimmfähigkeit von Kindern im Grundschulalter fördert. Je Kilo kosten die Fundsachen 2,50 Euro – ganz gleich, um welchen Gegenstand es sich handelt. Ab zehn Kilo reduziert sich der Preis auf zwei Euro pro Kilo.

Organisierte Flohmärkte an Sonn- und Feiertagen unzulässig

Seit mehr als zwölf Jahren schon sorgt jeweils vor und nach der Freibadsaison der Flohmarkt im Moskaubad für viele Besucher, von Wildparkern genervte Anwohner und Freude unter Schnäppchenjägern. Doch ein Urteil des Oberverwaltungsgericht Lüneburg (OVG) schien die Feilsch-Idylle zu gefährden: Dort erklärte man im vergangenen Jahr gewerblich organisierte Flohmärkte an Sonn- und Feiertagen für unzulässig.

Grundlage dafür war das niedersächsische Feiertagsgesetz, das Sonn- und Feiertage als „Tage allgemeiner Arbeitsruhe“ festlegt. Das niedersächsische Innenministerium formuliert es in einem Hinweis so: „Bei der Veranstaltung von Floh- und Trödelmärkten handelt es sich sowohl im Hinblick auf den Veranstalter, der oftmals ein Standgeld einnimmt, als auch im Hinblick auf die Personen, die dort – oftmals in gewerblicher Form – Gegenstände zum Verkauf anbieten, um werktägliche Arbeit, die dem Wesen der Sonn- und Feiertage widerspricht.“

Moskaubad-Flohmarkt nicht gewerblich

Die Stadtverwaltung Osnabrück beschäftigte sich daraufhin mit der Thematik und änderte ihre Strategie, sagt Jürgen Wiethäuper, städtischer Fachdienstleiter Ordnung. „Statt einmal für das komplette Jahr die Flohmärkte zu genehmigen, entscheiden wir jetzt zeitversetzt und von Fall zu Fall.“ (Weiterlesen: Osnabrück gibt grünes Licht für Kunsthandwerkermarkt am Sonntag – Wallenhorst jedoch nicht)

Im Fall des Frühjahrsflohmarkts im Moskaubad sei man zu dem Urteil gelangt, das es sich hier nicht um einen gewerblichen Flohmarkt handele. Sollten sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht ändern, werde man im Fall des Herbstflohmarktes im Freibad genauso entscheiden, sagt Wiethäuper: „Die Beschicker, also Verkäufer, wollen an dieser Stelle doch eher ihre Keller und Schränke entrümpeln und bieten die Waren nicht im Stile eines Zweitjobs an, wie es vielleicht auf einigen anderen Parkplatz-Flohmärkten läuft.“

Für die veranstaltenden Stadtwerke habe sich aufgrund dieser Einschätzung nur geändert, dass sie nicht schon am Ende des vergangenen Jahres eine Genehmigung des beantragten Termins erhalten hat. Ansonsten bleibe das Prozedere dasselbe, sagt Pressesprecherin Nicole Seifert: „So wie in jedem Jahr haben wir auch in diesem Jahr die entsprechende Genehmigung zur Durchführung des Frühjahrsflohmarktes bei der Stadt Osnabrück beantragt und erhalten.“

Frühjahrsflohmarkt mit „Marktordnung“

Der Flohmarkt findet am Sonntag, 22. April, zwischen 9 und 16 Uhr auf dem Gelände des Freibades statt. Aufgebaut werden darf schon ab 8 Uhr und die Standgebühr beträgt zehn Euro für einen Standplatz in der Länge eines Tapeziertisches. Eine Standanmeldung ist für den Frühjahrsflohmarkt nicht erforderlich, aber frühes Kommen sichert die besten Plätz, heißt es vonseiten der Veranstalter.

Allerdings scheint man sich Gedanken darüber gemacht zu haben, wie das Verkehrschaos entschärft werden könnte, dass zumeist am Tag des Flohmarktes rund um das Moskaubad herrscht. Seifert kündigt jedenfalls „eine Art ,Marktordnung‘“ an, die beschreibt, wo die Verkäufer parken können und wo der Müll zu entsorgen ist. Das Problem der Besucher wird diese „Marktordnung“ wohl nicht lösen: Beim Herbstflohmarkt im Oktober 2016 waren den Stadtwerken zufolge 25.000 Besucher gekommen.