Eins der ersten Hotels in Niedersachsen Hotel Appart in Osnabrück bietet Bitcoin-Zahlung an

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Gäste des Osnabrücker Hotels Appart können seit Anfang Februar 2018 ihr Zimmer mit Bitcoins zahlen. Damit ist das Hotel eines der ersten in Niedersachsen, welches die Bitcoin-Zahlung akzeptiert. Foto: Olga ZudilinGäste des Osnabrücker Hotels Appart können seit Anfang Februar 2018 ihr Zimmer mit Bitcoins zahlen. Damit ist das Hotel eines der ersten in Niedersachsen, welches die Bitcoin-Zahlung akzeptiert. Foto: Olga Zudilin

Osnabrück. Gäste des Osnabrücker Hotels Appart können seit Anfang Februar 2018 ihr Zimmer mit Bitcoins zahlen. Damit ist das Hotel ein Vorreiter in Niedersachsen.

Das Hotel Appart im Osnabrücker Stadtteil Eversburg bietet seinen Gästen seit dem 1. Februar 2018 die Möglichkeit, die gebuchten Zimmer direkt beim Hotel mit der Kryptowährung Bitcoin zu bezahlen. „Wir haben uns dafür entschieden, die Bitcoin-Zahlung anzubieten, weil wir dazu beitragen wollen, Berührungsängste bezüglich dieser Zahlungsmethode abzubauen“, sagt Josef Stührenberg im Gespräch mit unserer Redaktion.

Recherche im Internet

Seine Frau, Irina Stührenberg, ist seit 2011 die Inhaberin des Hotels. Josef Stührenberg kümmert sich um die Buchhaltung und hat auch die Bitcoin-Zahlung im Hotel eingeführt. Zuvor hat Josef Stührenberg im Internet recherchiert: „Ich habe vor allem nach anderen Hotels in Niedersachsen gesucht, in denen Gäste die Bitcoin-Zahlung direkt im Hotel abwickeln können – und trotz intensiver Recherche keins gefunden. Wir sind vermutlich also das erste Hotel in Niedersachsen, welches Bitcoins als Zahlungsmittel annimmt“. Sicher bestätigen könne er das allerdings nicht.

Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kann nicht genau sagen, wie viele und ob es überhaupt weitere Hotels in Niedersachsen gibt, in denen Kunden direkt mit Bitcoin zahlen können. „Ein Grund dafür ist, dass die Hotels die Möglichkeit einer Bitcoin-Zahlung nicht unbedingt an den Verband weitergeben“, sagt eine Dehoga-Sprecherin. Auch für die gesamte Bundesrepublik gebe es keine konkreten Zahlen. Bisher bietet ein verschwindend geringer Teil der Hotels die Bitcoin-Zahlung an. Aus diesem Grund habe der Verband bisher auch keine Empfehlung an die Hotels rausgegeben.

Im Osnabrücker Hotel Appart hat bisher noch niemand ein Hotelzimmer mit Botcoins bezahlt. „Ich rechne damit, dass wir im ersten Jahr vielleicht ein bis zwei Kunden haben werden, die mit Bitcoins zahlen wollen. Aber auch als kleines Hotel wollen wir ein Zeichen setzen, dass die Nutzung bereits heute im Alltag möglich ist“, sagt Stührenberg.

Bitcoins basieren auf Blockchain-Technologie

Wenn es nach ihm ginge, wäre die Kryptowährung in Deutschland bereits etabliert. Dabei geht es ihm gar nicht um die Bitcoins an sich, sondern um die Blockchain-Technologie, auf der die Kryptowährung basiert.

Weiterlesen: Bitcoin verliert rasant an Wert

Bei Blockchain handelt es sich um eine Art nahezu fälschungssichere virtuelle Infrastruktur, die alle getätigten Transaktionen transparent dokumentiert. Diese ermöglicht eine unmittelbare Interaktion zwischen den Teilnehmern – in diesem Fall Hotel und Gast. Die Rolle Dritter – zum Beispiel eine Bank – ist damit überflüssig.

„Langfristig kann die Nutzung der Blockchain-Technologie dazu beitragen, den Reservierungs- und Check-in-Prozess komplett zu automatisieren und damit auch wesentliche Teile der Buchhaltung. Das Mahnwesen würde für diesen Bereich sogar ganz überflüssig werden“, sagt Stührenberg.

Hotelgruppe A & O ist Vorreiter

Zu den Vorreitern in Deutschland in diesem Bereich gehört die Hotelgruppe A&O Hotels und Hostels mit Sitz in Berlin. Seit September 2017 können Kunden die auf der Homepage der Hotelgruppe buchbaren Zimmer mit der virtuellen Währung bezahlen. In Niedersachsen ist die Hotelgruppe allerdings nicht vertreten.

„Die digitale Währung Bitcoin ist eine der wichtigsten Zahlungsinnovationen der vergangenen Jahre. Deshalb sind wir sehr stolz darauf, unseren Kunden als erster Hotelanbieter diese Bezahloption bieten zu können“, sagte Oliver Winter, CEO der A&O-Gruppe, im vergangenen Jahr über die neue Zahlungsoption. Nach Angaben des Unternehmens beteiligt sich die Hotelgruppe nicht an Währungsspekulationen, sondern rechnet den Betrag sofort eins zu eins in die Heimatwährung um. Durch diese direkte Umwandlung bekommt die Hotelgruppe den Betrag ohne Wertverfall als Euro ausgezahlt.

Die Bezahlvariante mit Bitcoins werde in den A&O Häusern besser angenommen, als vorab erwartet. Das prozentuale Bezahl-Volumen sei jedoch weiterhin gering.

Was sagen andere Hotels in Osnabrück?

Geschäftsführer anderer Hotels in Osnabrück sind bei dem Thema noch skeptisch. Dazu gehört auch Andreas Bernard, der gemeinsam mit Tanja Bernard das Romantik Hotel Walhalla führt. „Wir können es uns zurzeit nicht vorstellen, die Bitcoin-Zahlung anzubieten, da die Währung noch zu unbeständig und damit zu unsicher ist“, sagt Andreas Bernard auf Nachfrage. Kunden, die ein Zimmer mit Bitcoin zahlen wollten, habe er auch noch nicht gehabt.

Gäste des Osnabrücker Hotels Appart können seit Anfang Februar 2018 ihr Zimmer mit Bitcoins zahlen. Damit ist das Hotel eines der ersten in Niedersachsen, welches die Bitcoin-Zahlung akzeptiert. Foto: Olga Zudilin

Ähnlich sieht es auch Harald Helmers, Inhaber des Dom-Hotels in Osnabrück. Er schließe zwar die Möglichkeit einer Bitcoin-Zahlung nicht komplett aus, allerdings sieht er die Wertschwankungen der virtuellen Währung kritisch. „Eine Zahlung mit Bitcoins kann ich mir erst dann vorstellen, wenn es so ähnlich gelagert wäre wie bei Kreditkarten“, sagt Helmers.


Was sind Bitcoins?

Bitcoins sind eine virtuelle Währung, die im Gegensatz zu Euro oder Dollar dezentral funktioniert. Im Mittelpunkt steht also keine Bank, die für den Wert der Bitcoins garantiert. Stattdessen werden Bitcoins über ein sogenanntes Peer-to-Peer-Netzwerk zwischen Internetnutzern getauscht und auf dem Computer gespeichert. Als Garantie dient das Vertrauen der Anwender zueinander. Das Umtauschen von Bitcoins in eine andere Währung ist möglich, die Kurse schwanken allerdings stark.

Weil Bitcoins nur virtuell existieren, sind sie auch für typische Computerfehler anfällig: Unklar ist nach Angaben der Verbraucherschützer unter anderem, wer bei einem Datenverlust während der Transaktion zwischen Käufer und Verkäufer für einen Schaden aufkommt. Bei einem erfolgreichen Hackerangriff könnten die gespeicherten Bitcoins außerdem leicht in fremde Hände fallen. (dpa)

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