Anwohner brauchen gute Versicherung Bombensprengung in Osnabrück: Stadt haftet nicht für Schäden

Von Steffen Siekmeier


stsi Osnabrück. Zerbrochene Fensterscheiben, kaputte Garagentore, eingerissene Mauern: Die Sprengung einer 250 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe am Montag im Osnabrücker Landwehrviertel ist an umliegenden Gebäuden nicht spurlos vorübergegangen. Unklar ist, wer für die Schäden aufkommen wird.

„Unsere Haustür ist zersplittert, und die Vertäfelungen sind rausgefallen“, berichtete Rüdiger Mann aus Atter unserer Redaktion am Dienstag. An der Garage seien durch die Explosion Türen aufgeschleudert und verbogen worden. Der Schuppen im Garten ist zur Kasernenseite stark beschädigt. Auf dem Boden liegen noch die Scherben der Fensterscheiben, während an den Wänden Risse zu erkennen sind. Ähnliche Schäden befürchtet Mann auch im Wohnhaus. Und auch in der Nachbarschaft ist einiges zu Bruch gegangen: Teilweise wurden Rollläden und Fenster zerstört, Dachpfannen rausgedrückt.

Geringe Schäden durch kontrollierte Sprengung

Aber wer bezahlt jetzt die fälligen Reparaturen? Die Stadt Osnabrück jedenfalls nicht. Sie werde für Schäden, welche die Bombensprengung verursacht habe, nicht aufkommen, stellte Ordnungsamtsleiter Jürgen Wiethäuper am Dienstag klar.

Stattdessen müssten die Besitzer die Schäden an den Häusern wohl selber tragen. Es sei denn, ihre Versicherung springe ein. Wiethäuper: „Hier müssen wir sehen, dass die Schäden sowohl für Menschen als auch für Sachwerte bei einer unkontrollierten Explosion ungleich verheerender gewesen wären.“ Durch die kontrollierte Sprengung hätten die Schäden gering gehalten werden können. Gleichwohl seien sie für die Betroffenen „sehr ärgerlich“, räumte der Ordnungsamtsleiter ein.

Druckwelle nach oben gelenkt

Für die Sprengung in der Nacht zu Dienstag hatten die Fachleute drei jeweils mit 24.000 Litern Wasser gefüllte Säcke so um die Bombe platziert, dass die durch die Detonation ausgelöste Druckwelle nach oben hin entweichen konnte. So kam es nach Angaben der Stadt nur an wenigen in der Nähe gelegenen Häusern zu leichten Beschädigungen, „obwohl die Detonation für eine Bombe dieser Größe enorm war“, wie Ernst-Werner Heinicke, Experte für Kampfmittelbeseitigung im Fachbereich Bürger und Ordnung, erklärt.