Ab Sommer kein Brennpunkt mehr? Osnabrücker Raiffeisenplatz wird umgebaut

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Osnabrück. Die Umgestaltung des Osnabrücker Raiffeisenplatzes hat am Montag begonnen. Der Platz ist Treffpunkt der Alkohol- und Drogenszene und soll nicht nur schöner, sondern auch übersichtlicher und damit sicherer werden.

Möglich macht das eine 50.000-Euro-Spende der Volksbank Osnabrück. Das Projekt kostet insgesamt rund 100.000 Euro. Die Stadt hofft noch auf weitere 15.000 Euro Zuschuss von der Volksbankstiftung.

Derzeit begünstigen die vielen alten Büsche und Gemäuer laut Stadtverwaltung Drogenhandel und Prostitution auf dem Platz. Von einer Neugestaltung „erhofft sich die Stadt eine deutliche Verbesserung der Nutzerstruktur und damit auch der Aufenthaltsqualität für querende Besucher und Gäste der Stadt“, hieß es Ende 2017 in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Stadtbaurat Frank Otte blieb damals jedoch auch bei seiner Zusage, dass die Szene nicht vom Platz vertrieben werden soll.

Lange Vorgeschichte

Dass jetzt die Bagger angerückt sind, hat eine Vorgeschichte. Als die Stadt am Salzmarkt ein Alkoholverbot verhängte, wich die Drogenszene auf den Platz in Bahnhofsnähe aus – und die Beschwerden der Anwohner dort nahmen derart überhand, dass Otte im Herbst 2016 alle Beteiligten an einen Tisch holte. Der Konflikt zwischen den Anwohnern aus der Heinrich-Heine- und Niedersachsenstraße und den Leuten vom Raiffeisenplatz ist bis heute nicht gelöst. Zuletzt hatte die Stadt im Dezember 2017 ein zum Regenunterstand umfunktioniertes Buswartehäuschen und eine abschließbare Box mit Besen und Müllsäcken auf dem Platz installiert, die Otte der Gruppe schon ein Jahr zuvor versprochen hatte. Die Leute vom Raiffeisenplatz hatten damals zugesagt, selbst für Ordnung zu sorgen – und damit einen Schritt auf die Anwohner zu gemacht, die wegen Lärm, Müll und anderen Formen der Belästigung Sturm liefen.

Sitzstufen an der Hase

Nun wird der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) die Bepflanzung und die Wege erneuern, auch Treppenstufen zum Sitzen an der Hase sind vorgesehen. Im Zuge der Entwicklung eines Masterplans Innenstadt für die nächsten 20 Jahre habe das mit dem Plan beauftragte Berliner Planungsbüro auch den Raiffeisenplatz unter die Lupe genommen und ergänzende Vorschläge gemacht, sagt Hartmut Damerow, Leiter der OSB-Abteilung Planen und Bauen. Die Ideen seien noch in der Abstimmung.

Mit den Gehölzarbeiten muss die Stadt jedoch schon bis Ende Februar fertig sein. Danach beginnt die Wuchsperiode und größere Eingriffe in die Vegetation sind laut Bundesnaturschutzgesetz untersagt. Mit der Erneuerung der Wege soll es danach direkt losgehen – sofern das Wetter es zulässt, so Damerow. Begleitet werden die OSB-Mitarbeiter laut Damerow übrigens von einer Sondierungsfirma, die mögliche Bombenblindgänger rechtzeitig entdecken soll.

Während der Bauarbeiten soll die Szene stets einen Bereich des Platzes nutzen können, sagt Damerow, das sei mit der Gruppe so vereinbart worden. Im Frühsommer oder Sommer soll der Platz dann bereits fertig sein.


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