Auftaktlesung mit Autor Frank Schulz „Leserampe“ im Unikeller: Plattform für Autoren aus der Region

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Wollen mit der „Leserampe“ ein neues Lesungsformat in Osnabrück etablieren: Sebastian Werkmeister, Beatrice le Coutre-Bick und Harald Keller (von links). Foto: André HavergoWollen mit der „Leserampe“ ein neues Lesungsformat in Osnabrück etablieren: Sebastian Werkmeister, Beatrice le Coutre-Bick und Harald Keller (von links). Foto: André Havergo

Osnabrück. Osnabrück bekommt eine neue Lesungsreihe. Die „Leserampe“ im Unikeller will unbekannten Autoren und Newcomern eine Plattform bieten. Zum Start der monatlichen Reihe liest allerdings einer, der längst bekannt ist: Frank Schulz.

Auch um diese Zeitschrift wird es bei der Auftaktlesung mit Frank Schulz gehen. „Kowalski“ heißt die humoristische Publikation, von der mehrere Ausgaben in einem roten Aktenordner vor Harald Keller auf dem Tisch liegen. Karikaturen bekannter Persönlichkeiten wie dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl sind auf den Titelblättern zu sehen. Trotz mancher Politikerschelte war das Heft weniger politisch als die „Titanic“. „Das war eine Humorzeitschrift mit viel Blödelei und Nonsens“, sagt Keller über das zwischen 1987 bis 1993 erschienene Magazin.

Er blättert sich durch die Ausgaben und zählt dabei Namen von Autoren und Zeichnern auf, die an „Kowalski“ mitwirkten, darunter Gerhard Hentschel, Walter Moers, Bernhard Lassahn – und eben Frank Schulz sowie Harald Keller selbst.

Neben Texten aus der Zeitschrift liest Frank Schulz bei der am Freitag startenden „Leserampe“ im Unikeller auch aus seinen Onno-Viets-Romanen und seiner „Hagener Trilogie“. Vorher befragt Harald Keller, Initiator der „Leserampe“, den derzeit in Osnabrück lebenden Autor zu seiner literarischen Biografie.

Plattform für Newcomer und unbekannte Autoren

Mit dem bekannten Kultautor Schulz erlebt die Reihe einen hochkarätigen Auftakt. Denn eigentlich will die „Leserampe“ unbekannten Autoren eine Plattform bieten. „Mir ist aufgefallen, dass es in Osnabrück und der weiten Umgebung immer mehr Autoren gibt“, erklärt Harald Keller, wie er auf die Idee kam. Die hätten nicht oft Gelegenheit zu Lesungen.

Mitstreiter fand er in Sebastian Werkmeister vom Unikeller und Beatrice le Coutre-Bick, Leiterin des Literaturbüros Westniedersachsen. „Lesungen wurden im Unikeller bisher stiefmütterlich behandelt“, sagt Sebastian Werkmeister. Sporadisch präsentierte der ein oder andere Autor sein Buch. Künftig geht mit der „Leserampe“ an jedem letzten Freitag im Monat im Unikeller um Literatur.

„Wir wollen mit diesen Lesungen auch ein anderes Publikum erreichen“, sagt Beatrice le Coutre-Bick. Denn besteht die Zuhörerschaft bei vielen Lesungen in Osnabrück hauptsächlich aus Menschen jenseits der 50, setzen die Macher darauf, an einem Ort wie dem Unikeller auch Studierende anziehen zu können.

Auch Andreas Mand kommt

„Kuratierte Lesung“ nennt Beatrice le Coutre-Bick das Format. Im Gegensatz zu einer Open Stage wählt Harald Keller die Texte aus. Dabei sei es möglich, dass auch mal ein unveröffentlichter Roman oder ein selbstveröffentlichtes Werk eine Bühne bekomme, so Keller und le Coutre-Bick.

Die ersten vier Lesungen werden aber von Autoren bestritten, die ihre Werke in regulären Verlagen untergebracht haben. So folgt am 23. März die aus Osnabrück stammende Heike Maria Fritsch mit ihrem im Gmeiner-Verlag erschienenen Krimi „Blindes Blut“. Am 27. April kommt die Meller Autorin Ulrike Kroneck und am 25. Mai Andreas Mand. Er hat eine Weile in Osnabrück gelebt und bekam eines der namhaften Stipendien in der Villa Aurora in Los Angeles. Im Herbst lädt Keller außerdem eine Übersetzerin zur Leserampe ein.

Gelesen wird im Gewölbe des Unikellers, sonst der Raucherraum der Kneipe. Für die Lesungsabende werde es zur rauchfreien Zone, verspricht Sebastian Werkmeister.


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