Osnabrück denkt über Bußgelder nach Stadt ärgert sich über egoistische Anwohner bei Bombensprengung

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Osnabrück. Die Stadt Osnabrück ärgert sich über das Verhalten einiger Anwohner in Atter bei der Bombensprengung in der Nacht zu Dienstag. Einwohner, die nicht kooperieren und die Evakuierung behindern, könnten beim nächsten Mal mit einem Bußgeld bestraft werden.

Binnen weniger Stunden entschärften Sprengmeister Hans Mohr und sein Team am Montag zunächst einen relativ kleinen Blindgänger in der Gartlage, um sich danach einem größeren Sprengsatz in der ehemaligen Landwehrkaserne zu widmen. Der Einsatz in Atter dauerte bis in die Nacht – weil Anwohner die Evakuierung bewusst torpedierten. Wie Jürgen Wiethäuper, Fachdienstleiter Ordnung und Gewerbe, im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt, hatte es mehrere Anwohner gegeben, die am Montag heimlich wieder in ihre Wohnung zurückgekehrt waren, nachdem sie diese zuvor auf Anweisung der Einsatzkräfte verlassen hatten. „Bei diesem Verhalten hört unser Verständnis auf. Das war schon mehr als grenzwertig“, sagt Wiethäuper. (Hier finden Sie den Liveticker zum Nachlesen.)

Egoistisches Verhalten

Sicherlich könne er verstehen, dass die Anwohner nicht begeistert davon waren, ihre Häuser verlassen zu müssen – vor allem, da der Sprengsatz erst wenige Stunden zuvor gefunden worden war und sie deshalb von der Nachricht überrascht wurden. Hinzu kam, dass die Evakuierung in den Abend fiel. Dennoch sorgte die Tatsache, dass einige Osnabrücker die Evakuierung zu umgehen versuchten, letztlich dafür, dass sich die Sprengung verzögerte.

„Bei jeder Bombenräumung ist es so, dass wir mit uneinsichtigen Anwohnern diskutieren müssen. Aber in diesem Ausmaße habe ich das noch nie erlebt“, berichtet Wiethäuper. Das Verhalten sei egoistisch gewesen, schließlich mussten dadurch die Anwohner länger warten, die kooperiert hatten. Auch die Einsatzkräfte und der Sprengmeister, die allesamt bereits einen langen Arbeitstag hinter sich gehabt hätten, dürften sich durch die Verzögerung „verarscht“ gefühlt haben, wie es Wiethäuper ausdrückt, der am Morgen nach der arbeitsreichen Nacht kein Blatt vor den Mund nimmt. „Viele haben sich gar nicht vergegenwärtigt, welche Konsequenzen ihr Handeln nach sich zieht“, so der Ordnungsamtsleiter.

Für die nächsten Evakuierungen werde sich die Stadt Gedanken machen, wie sie ein derartiges Verhalten sanktionieren kann. Möglicherweise werde sie Bußgelder gegen diejenigen verhängen, die nicht kooperieren und die Maßnahmen dadurch behindern. Die Anwohner, die sich am Montag widerspenstig gezeigt hatten, haben noch keine Strafe zu befürchten, da ein Bußgeld nicht rückwirkend verhängt werden könne, so Wiethäuper.

Warum wurde Bombe nicht vorher gefunden?

Der englische Fünf-Zentner-Sprengkörper war bei Bauarbeiten in der ehemaligen Kaserne an der Landwehrstraße gefunden worden. „Es war großes Glück, dass die Bombe nicht detonierte, als der Baggerfahrer darauf gestoßen ist“, erzählt Wiethäuper. Warum der Sprengkörper nicht vorher schon gefunden wurde, ist derzeit noch unklar. Normalerweise werde ein Gelände vor Baumaßnahmen sondiert. Mit dem Eigentümer des Areals solle nun geklärt werden, warum die Bombe unbemerkt geblieben war.


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