Osnabrück-Halle Kongressgeschäft in Osnabrück legt kräftig zu

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Osnabrück-Halle. Foto: David EbenerOsnabrück-Halle. Foto: David Ebener

Osnabrück. Die Osnabrück-Halle hat nach dem millionenschweren Umbau im Kongress-Geschäft deutlich zugelegt. Ein Ziel der Großinvestition scheint damit erreicht.

40 Prozent ihres Umsatzes generiert die Halle inzwischen durch mehrtägige Kongresse und Tagungen. Vor fünf Jahren, vor Beginn der Grundsanierung für über 30 Millionen Euro, waren es weniger als 20 Prozent. Das geht aus einer vorläufigen Bilanz hervor, die der Geschäftsführer der Osnabrück-Halle, Jan Jansen, und die städtische Marketingchefin Petra Rosenbach dem Aufsichtsrat der Osnabrücker Veranstaltungs- und Kongress GmbH (OVK) vorlegten.

30.000 Tagungsteilnehmer pro Jahr

Rosenbach ist seit vier Jahren im Amt, Jansen seit drei Jahren. Beide traten ihre Jobs mit dem ausdrücklichen Auftrag an, mehr nach Tagungen nach Osnabrück zu holen. Was ihnen offenbar gelungen ist. Vor dem Umbau der Osnabrück-Halle fanden dort jährlich 60 bis 80 Tagungen statt, heute sind es 100. Vor fünf Jahren betreute die Hallenmannschaft bis zu sechs mehrtägige Kongresse in einem Jahr, heute ist es ein Dutzend pro Jahr. Die Zahl der Tagungsteilnehmer stieg von durchschnittlich 20000 auf 30000 jährlich.

Das erste volle Betriebsjahr

Jansen und Rosenbach ziehen jetzt eine Zwischenbilanz, weil 2017 das erste volle Betriebsjahr nach dem Umbau war und das Hotel Arcona Living an der Stadthalle ans Netz gegangen ist. Der Hotelneubau, um den schon Alt-Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip jahrelang gerungen hatte, gilt als ein Meilenstein in der Entwicklung der Stadthalle. Denn die Übernachtungsmöglichkeit direkt nebenan macht die Osnabrück-Halle auf dem Kongressmarkt erst richtig wettbewerbsfähig.

Bewegte Kindheit

Viele Stadthallen haben eigene Tagungen kreiert, die jeweils mit dem Veranstaltungsort verbunden sind. Die Osnabrück-Halle verfügt nur über einen Kongress dieser Kategorie – das ist die „Bewegte Kindheit“, etabliert von der Sport- und Erziehungswissenschaftlerin Renate Zimmer. Deshalb ist die Akquise in Osnabrück so wichtig.

Zwei Stellen kümmern sich um die Akquisition: das Kongressbüro unter dem Dach der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) und das Team der Osnabrückhalle. „Wir schauen genau darauf, was zu uns passt“, sagt Jan Jansen. Osnabrück kann mit einer Stadthalle punkten, die nach der Modernisierung in Technik und Flexibilität auf modernstem Stand ist, und die Stadt verfügt über eine Reihe von Tagungsmöglichkeiten in besonderer Umgebung – wie im Zoo oder in der Umweltstiftung. Die Region biete darüber hinaus eine Fülle von interessanten Orten für „ein spannendes Rahmenprogramm“, wie Petra Rosenbach betont.

Multiplikatoren machen Werbung

Am erfolgreichsten ist die Akquise durch persönlichen Kontakt. Deshalb haben Jansen und Rosenbach „Multiplikatorengespräche“ eingeführt. Sie haben sondiert, wer in Osnabrück in überregionalen Verbänden tätig oder entsprechend vernetzt ist. In über 40 Gesprächen haben die Mitarbeiter der Kongressbüros diesen Multiplikatoren – Firmenchefs, Hochschullehrern, Medizinern, Freiberuflern – die Tagungsmöglichkeiten an der Hase dargelegt und damit den Appell verbunden, sich in den Verbänden für den Kongressstandort Osnabrück einzusetzen. Die Multiplikatoren haben keine Arbeit damit. Ist der Kontakt zur Verbandsspitze vermittelt, übernehmen die Experten aus den Kongressbüros.

1,3 Millionen Umsatz durch Stiftertag

Auf diesem Wege ist 2017 auch der dreitätgige Stiftungstag nach Osnabrück gekommen. Der frühere Generalsekretär der Bundesumweltstiftung, Fritz Brickwedde, hatte sich für seine Heimatstadt starkgemacht. Mit 1500 Teilnehmern und 130 Einzelveranstaltung an 35 Veranstaltungsorten testete der Stiftertag die Kapazitätsgrenzen Osnabrücks aus. Alle Hotels in der Stadt und im Umland waren ausgebucht.

Eine Studentin hat in ihrer Bachelorarbeit die wirtschaftlichen Effekte des Stiftertages für Osnabrück untersucht. Demnach haben die Tagungsteilnehmer, die in Osnabrück übernachteten, im Schnitt pro Tag 175 Euro ausgegeben. Tagesbesucher ließen der Studie zufolge im Schnitt 33,10 Euro in der Stadt. Der Stiftertag hat einen Umsatz von 1,3 Millionen Euro in Osnabrück ausgelöst. Diese Werte sind vergleichsweise hoch. In der Branche gilt als Richtschnur, dass ein Kongressteilnehmer (mit Übernachtung) pro Tag etwa 120 Euro ausgibt.

50 Prozent der Besucher waren das erste Mal in Osnabrück, 65 Prozent der Befragten können sich vorstellen, privat erneut nach Osnabrück zu kommen.


Sanierung

2011 fällte der Stadtrat die Grundsatzentscheidung zur Sanierung. Die Alternative wäre der Neubau einer Arena und der Verkauf der Stadthalle an das Land Niedersachsen gewesen. Doch das Land winkte ab. In zwei Bauabschnitten wurde die Halle modernisiert. Dazu blieb sie zwei Mal, 2013 und 2016, jeweils in den Sommermonaten geschlossen. Vor der Sanierung stieg das jährliche Defizit von Jahr zu Jahr an, zuletzt auf über zwei Millionen Euro. Seit 2016 ist die Osnabrück-Halle wirtschaftlich wieder auf Kurs.

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