Start der Konzertreihe 2018 Klanghäppchen für Tongourmets: Konzert mit Trio Roseau

Von Thomas Hitzemann

Muntere, rhythmische Stücke gehören zum Programm des Trio Roseau. Foto: Egmont SeilerMuntere, rhythmische Stücke gehören zum Programm des Trio Roseau. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Das „Trio Roseau“ nennt sich nach jenem Holz, aus dem die Rohrblätter der Holzblasinstrumente gefertigt werden. Ihr Auftritt beim Sonntagskonzert auf dem Gertrudenberg wirkt allerdings nicht hölzern, sondern richtig spritzig.

Das Trio Roseau nennt sich nach jenem Holz, aus dem die Rohrblätter der Holzblasinstrumente gefertigt werden. Ihr Auftritt beim Sonntagskonzert auf dem Gertrudenberg wirkt allerdings nicht hölzern, sondern richtig spritzig.

Sie sind tatsächlich ein perfekter Einstieg, die „Cinq Pieces en Trio“ von Jaques Ibert, original für Oboe, Klarinette und Fagott komponiert. Wie ein Baiser auf der Zunge zergehen die kurzen Stücke den Zuhörern sofort im Ohr. Munter, rhythmisch und polyphon wird diese Musik dargeboten. Acht weitere Stücke von Darius Milhaud flattern noch rascher vorüber. Ihre Themen lassen sich daher nur andeutungsweise erfassen.

Das Divertimento B-Dur, KV 439 b von Wolfgang Amadeus Mozart gehört zum Stammrepertoire des Trios. Es wird in perfekter Selbstverständlichkeit interpretiert. Eine herausragende Begabung als Arrangeur zeigt der Klarinettist Ulf-Guido Schäfer. Seine Harmonie-musik zu Mozarts Oper „La Clemenza di Tito“ klingt so stimmig, als wäre sie eine Originalkomposition. Arios glänzt hier die Oboistin Rachel Frost, dem Klarinettisten gelingen sprudelnde Akkordbrechungen und Malte Refardts tiefes Fagott wirkt tragend aber dabei doch so fein differenziert wie eine Oberstimme.

Zum Höhepunkt entwickeln sich zwei Tangos von Astor Piazolla, ebenfalls durch Schäfer arrangiert. Die musikalische Verbeugung Piazollas vor Johann Sebastian Bach im „Primavera Portena“ geht sofort unter die Haut. Berückend delikat ertönt abschließend das „Cafe“ aus Piazollas „L’Histoire du Tango“.