Programm ohne Schranken 20. Eversburger Musikabend in Liebfrauen-Kirche Osnabrück

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Osnabrück. Von Klassik bis Pop: Eine breite Palette der Chormusik und mehr bot der 20. Eversburger Musikabend am Sonntagnachmittag in der voll besetzten Liebfrauen-Kirche Osnabrück.

Ein halbes Dutzend Chöre, zwei Solisten und nicht zuletzt die sechsköpfige Band der Kirchengemeinde St. Michaelis, die das einmal mehr von Horst Meyer launig moderierte Programm umrahmte, ließen zweieinhalb Stunden lang keine Langeweile aufkommen.

Himmel und Erde einander berühren ließ der gemischte Chor „Frequenzia“ (der ehemalige Post-Chor) kurz vor der Pause. Dieses metaphorische Plädoyer für mehr Menschlichkeit und Weltoffenheit erwies sich als programmatisch, auch für die restliche Auswahl der Stücke. Gleich zu Beginn etwa versah die Band einen Song von Bon Iver mit einem Text aus dem evangelischen Gesangsbuch. Der Männergesangsverein „Abendglocke“ spannte dann recht gewagt einen vom „One Way Wind“ getriebenen Bogen vom fränkischen Volkslied in Form einer Ode an die „wahre Freundschaft“ zur deutschsprachigen Version des buchstäblich pfiffigen, der Blasphemie aber nicht ganz unverdächtigen Monty-Python-Gassenhauers „Always Look On The Bright Side Of Life“.

Familienbande und Freiheitslieder

Mitglieder aus der Familie des langjährigen Chorleiters Viktor Liebrecht gaben als achtköpfiger Chor „Lira“ ein ebenfalls breit gefächertes Programm zum Besten, inklusive eines vom Hausherrn persönlich geschriebenen Satzes zur südafrikanischen Hymne „Siyahamba“. Sein Sohn Andreas Liebrecht begleitete Solistin Jutta Meyer-Neuhaus, die mit ihrem tiefgründigen Mezzosopran Bizets „Agnus Dei“ vortrug.

Auch die sonore Solo-Bassstimme von Karsten Kiel überzeugte: Einmal, als sie darüber sinnierte, wie es wohl wäre, „einmal Herrgott“ zu sein. Und zum anderen mit Ivan Rebroffs „Birke“.

Geballte männliche Stimmkraft war zu vernehmen, als die von Valentina Schneider geleiteten Gesangsvereine aus Wersen und Nahne den Altar zur Bühne machten, um zunächst volkstümliche und dann folkige Töne anzustimmen. Vom „Weißen Rössl“ bis zu mit Akkordeon und Klavier begleiteten Country-Klängen von Prärie und Freiheit gestaltete sich ihr wilder Ritt.

Von Bruckner bis Beach Boys

Der von Irina Moser impulsiv dirigierte gemischte Chor „Sängerlust“ aus Pye überraschte mit einer augenzwinkernd und dialogisch gesungenen „netten Begegnung“, einem harmonisch intonierten „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern und einem von der Chorleiterin frei ins Deutsche übersetzten „I Will Follow Him“ aus dem Film „Sister Act“.

Auch der gemischte 21-köpfige St.-Michaelis-Kirchenchor unter der Leitung von Markus Doering glänzte schließlich mit einer stilistischen Bandbreite, die von Bruckner bis zu den Beach Boys reichte.

Der Chor „Abendglocke“ beim 20. Eversburger Musikabend. Foto: Thomas Osterfeld

Die Band griff am Ende nach der Präsentation einer eigenen Bearbeitung von Steven Wilsons „Postcard“ mit ihrem selbst geschriebenen Song „Eversburger Schranken“ ein Dauerbrennerthema des Bürgervereins auf. Zumindest musikalisch ist es den vielen Protagonisten des 20. Eversburger Musikabends gelungen, jegliche Schranken verschwinden zu lassen. Das Solo „Ein schöner Tag“ vor dem gemeinsam von allen gesungenen Abschlusslied sprach da wohl vielen aus den Herzen.


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