BBS bei Jugend forscht vertreten Haster Schüler verbessern Haltbarkeit von Lebensmitteln

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Osnabrück. „Jedes Jahr werden 86 Kilogramm Lebensmittel pro Person in Deutschland weggeworfen“, sagt Schülerin Ida Hügelmeyer. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat sie mit ihrer dreiköpfigen Gruppe den selbstbenannten „Haltbaromaten“ entwickelt, durch den Lebensmittel länger haltbar gemacht werden sollen. Mit dieser Idee gehen die Schüler bei Jugend forscht ins Rennen.

„Wir haben mit verschiedenen Hauptnahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Obst und Backwaren experimentiert“, erklärt Jan Christopher Niemann. Mit seinen Gruppenkollegen Ida Hügelmeyer und Karl Grünebaum besucht er die zwölfte Klasse der Fachoberschule für Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie in Haste. Um zu überprüfen, wie lange die Lebensmittel haltbar bleiben, haben die Schüler ihre Forschungsobjekte unter verschiedenen Bedingungen getestet. Das Ergebnis: An der frischen Luft sind die Nahrungsmittel bei Raumtemperatur schon nach kurzer Zeit nicht mehr zu genießen. So weit, so vorhersehbar. Anders sieht es bei den vakuumverpackten Speisen aus, die deutlich länger frisch bleiben.

Vakuum keine Option

Die Methode wird in der Lebensmittelindustrie vornehmlich zur Konservierung verwendet. „Wir haben uns bei einem Kühltechniker informiert, ob man nicht den kompletten Kühlschrank vakuumisieren und damit das Problem für nicht verpackte Speisen lösen könnte“, sagt Grünebaum. Von der Idee mussten die jungen Forscher aber schnell Abstand nehmen. Laut einem Kühltechniker würde der Kühlschrank dem Vakuum nicht standhalten und sich unter Umständen sogar zusammenfalten. Die Verwendung von Kohlenstoffdioxid als Konservierungsmittel führe dagegen zu einer durchschnittlichen Verlängerung der Haltbarkeit von drei Tagen, fanden die Schüler der BBS bei ihren Recherchen und Experimenten heraus.

Durch diese Erkenntnis konnte das Trio ihren „Haltbaromaten“ entwickeln. Das Gerät besteht in erster Linie aus zwei Komponenten, die die Schüler kurzerhand zweckentfremdet haben: Einem Staubsauger und dem Gassystem einer Sodastream-Anlage. Die dazugehörige Wasserflasche hat die Gruppe durchgesägt und einen Gefrierbeutel, gefüllt mit den zu konservierenden Lebensmitteln, mit einem Gummiband an dem Kopfstück der Flasche befestigt. Mithilfe des Staubsaugers wird zunächst die Luft aus dem Beutel gezogen. Über die Gasanlage wird der Beutel stattdessen mit Kohlenstoffdioxid gefüllt und im Anschluss luftdicht versiegelt.

Für jeden Kühlschrank

„Die Beutel können sogar wiederverwendet werden. Auf diese Weise ist unser Projekt auch nachhaltig“, sagt Niemann. Der 18-jährige ist überzeugt von der Idee. „Wenn wir es schaffen, das Gerät noch zu verkleinern, könnte man es in jeden Kühlschrank einbauen. Damit kann jeder seine Lebensmittel selbst konservieren.“ Selbst wenn der Jugend forscht-Regionalentscheid in Lingen kein Erfolg wird, für die Gruppe fühlt es sich schon jetzt wie ein Sieg an. Auch in der Zeit nach dem Wettbewerb möchten sie ihre Idee weiterentwickeln. Anwendungsmöglichkeiten gebe es schließlich zu genüge. „Supermärkte könnten sich leistungsstarke Geräte anschaffen und damit Produkte wie Obst und Gemüse auf längere Zeit frisch halten“, sagt Grünebaum.

Jugend forscht ist an der Berufsbildenden Schule Haste nicht nur ein wiederkehrendes Schülerprojekt, sondern auch ein Schulfach. Betreut wird der Unterricht inzwischen seit 23 Jahren von Lehrer Friedrich Held. „Herr Held stand uns während der gesamten Vorbereitung auch nach Schulschluss mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Grünebaum. Hauswirtschaftslehrerin Astrid Heimann unterstützt Held seit diesem Jahr bei der Betreuung der Projekte. „Die Ideen der Schüler sind wirklich beachtlich. Wer hätte gedacht, dass man aus einfachen Haushaltsgeräten so eine zukunftsweisende Maschine bauen kann“, so die Lehrerin.

Weitere Projekte der BBS

Neben dem „Haltbaromaten“ werden noch drei weitere Projekte für den Jugend forscht-Wettbewerb an der BBS-Haste entwickelt. Eine Schülergruppe forscht an der Erprobung von klimaneutralen Stoffen zur Dämmung. Eine weitere stellt Mulchplatten und Wurzeltöpfe aus heimischen nachwachsenden Rohstoffen her. Eine dritte möchte Landwirte über die genaue Wirkungsweise der sogenannten Bakterienbeize aufklären, die beispielsweise die Nährstoffaufnahme von Maispflanzen optimieren soll, aber auch Risiken birgt.

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