Pläne im Bürgerforum vorgestellt Neue Linie für die Feldbahn am Osnabrücker Piesberg

Von Jann Weber


Osnabrück. Pläne für eine neue Linie der Osnabrücker Feldbahn am Piesberg beschäftigten das Bürgerforum Pye.

Ihre Hersteller tragen Namen wie Deutz, Diema, Schöma und Henschel: 27 kleine Diesel-Lokomotiven befinden sich noch im Winterschlaf. Aber der Verein, zu dem sie gehören, bereitet schon die Saison vor – und schmiedet an einem großen Plan.

Die Feldbahn vor der Erweiterung

Die Akteure des Museums für feldspurige Industriebahnen Osnabrück-Piesberg machen an ihrem Bahnhof am Fürstenauer Weg den Weg frei für eine zusätzliche Linie, die zweieinhalb Kilometer lang werden soll: Erst kommt ein Schwenk nach Westen, dann geht es in einem nordöstlichen Bogen über die Stadtgrenze. Der Grubenweg in Lechtingen ist das Ziel, das die Feldbahn dem Plan nach ab Sommer 2019 jeweils am ersten und dritten Sonntag des Monats ansteuern wird – zusätzlich zur bisherigen 1,2 Kilometer langen Strecke zum Südstieg des Piesberges. Während die Vereinsmitglieder um Jörg Sprengelmeyer, Udo Stegelmeyer und Dirk Boknecht den Bahnhof oberhalb des Haseschachtgebäudes schon umrüsten, berichtete Landschaftsarchitekt Klaus Wiebold im Bürgerforum Pye über den Plan für die ehrenamtlichen Akteure.

Stüveschacht als Haltestelle

Bauherr ist die Stadt Osnabrück. Nachdem das niedersächsische Umweltministerium den Förderantrag für das Projekt bewilligt hat und demnach 875000 Euro zu dem 1,35 Millionen Euro teuren Projekt beisteuern wird, sind die finanziellen Voraussetzungen für den Bau geschaffen. Landschaftsarchitekt Wiebold kündigte an, dass jetzt eine Reihe von Fachgutachten anstehen und die Anwohner informiert werden. Baubeginn ist im Oktober. Viele Fragen scheinen nicht mehr offen zu sein, denn: „Von unserer Seite ist die Planung abgeschlossen“, wie Wiebold berichtete. Einer der Haltepunkte auf dem Weg nach Lechtingen ist am Stüveschachtgebäude, das derzeit aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und vor dem Verfall gerettet wird. Es sollen zwei Gleise verlegt werden, denn: „Die Züge sollen sich begegnen können.“ Neben der Strecke wird sich demnach ein zwei bis zweieinhalb Meter breiter Wanderweg befinden. Teilweise ist er dort bereits vorhanden.

Loks und Loren auf alten Trassen

Teilweise wird die Feldbahn auf alten Trassen verlaufen. Einige der Lokomotiven des Vereins waren dort schon in den 1950-er Jahren unterwegs. Damals waren mehr als 2000 Loren am Piesberg mit Steinen unterwegs, heute transportieren sie Fahrgäste. Wie damals sollen sie aber höchstens eine dreiprozentige Steigung bewältigen müssen – entsprechend haben die Landschaftsarchitekten nun die neuen Streckenabschnitte geplant. Um Anwohner in Lechtingen vor den Geräuschen der Dieselmotoren zu schützen, soll die Strecke in der Nähe des Grubenweges etwas weiter südlich verlegt werden, als ursprünglich geplant. Das Ziel der Landschaftsarchitekten war es, die Strecke „möglichst authentisch“ zu gestalten, berichtete Wiebold. Sein Plan kommt in Pye offenbar gut an: Die Besucher des Bürgerforum applaudierten ihm.