360 „Deutsche Meister“ im Rampenlicht Handwerkskammer ehrt Absolventen der Meisterkurse

Von Joachim Dierks


Osnabrück. Erstmals wurden die frischgebackenen Handwerksmeister des gesamten Kammerbezirks auf einer zentralen Feier geehrt. In der Osnabrückhalle erlebten 360 erfolgreiche Absolventen mitsamt ihren Angehörigen und Ausbildern ein fulminantes Showprogramm.

Von Papenburg bis Dissen und von Nordhorn bis Melle reicht das Einzugsgebiet der Handwerkskammer (HWK) Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim. Während die Meisterbriefe bislang stets an kleinere Gruppierungen überreicht wurden, entschied sich die Kammer nun für eine Zentralveranstaltung und mietete dafür die Osnabrückhalle an. „Wir möchten damit der Meisterqualifikation mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung zukommen lassen“, begründete HWK-Präsident Peter Voss die Entscheidung.

Meister bekommen Anerkennungsprämie

Die alleinige Förderung von Akademikern bringe Deutschland nicht weiter. Akademische und berufliche Bildung gehörten gleichgestellt, davon habe man auch die niedersächsische Landesregierung überzeugen können. „Wir haben es erreicht, dass alle neuen Handwerksmeister mit Hauptwohnsitz oder Arbeitsplatz in Niedersachsen eine Meisteranerkennungsprämie in Höhe von 4000 Euro erhalten werden“, verkündete Voss und fügte nicht ohne Stolz hinzu, dass die Idee dazu aus Osnabrück stamme. Damit werde ein kleines Gegengewicht geschaffen zu den Kosten der Vorbereitungskurse, die anders als ein akademisches Studium eben nicht gratis zu haben seien. Den als Ehrengast anwesenden niedersächsischen Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) fragte Voss, ob er die Mittel für die Prämienzahlung denn auch schon zusammengekratzt habe, was dieser durch Nicken bestätigte.

Schauspielerin und Komikerin Lisa Feller geleitete humorvoll durch das Programm. 360 Meisterbriefe – Voss: „die sichersten Wertpapiere, die es derzeit gibt“ – waren zu überreichen. Feller bat die Absolventen in vier Gruppen nacheinander auf die Bühne. Jeder einzelne Name wurde verlesen, jeder Meister erhielt Gelegenheit, sich und seinen Meisterbrief mit dem plakativen Rückseiten-Aufdruck „Deutscher Meister“ vor der Kamera zu präsentieren und die Hände des Kammerpräsidenten Voss und des Hauptgeschäftsführers Sven Ruschhaupt zu schütteln. Besorgt erkundigte sich Feller nach jedem Durchgang, wie es der Hand des Präsidenten ergehe, ob sie schon geschwollen sei? Voss: „Eben bei den Betonbauern und Maurern, das hat man ganz anders gemerkt als bei den Uhrmachern.“

Vielfältiges Showprogramm

Die Choreografie bei den Auftritten und Abgängen der 360 Jungmeister klappte hervorragend, „und das, obwohl wir nur einmal kurz vorher geprobt haben“, wie Moderatorin Feller anerkennend feststellte. Zwischen den Durchgängen, bei denen die Zimmerleute in ihrer Zunftkleidung und die Friseurinnen mit kunstvollen Hochfrisuren und ausgefallenen Abendkleidern herausstachen, gehörte die Bühne dem Showprogramm. Das Osnabrücker A-capella-Gesangsquartett „Männersache“ glänzte durch witzige Arrangements von aktuellem Rap ebenso wie von 90er-Jahre-Hits, unterlegt mit druckvollem Sound und aufwendigem Lichtspektakel. Die Techno-Marching-Band „Meute“ aus Hamburg stürmte mit sieben Blechbläsern und vier Schlagwerkern auf die Bühne. Sie entlockten ihren Instrumenten keinesfalls Umpta-Umpta-Blasmusik, sondern überraschende Arrangements von Techno- und House-Musik.

HWK-Hauptgeschäftsführer Ruschhaupt war es ein Anliegen, für den frisch ins Leben gerufenen „Meister-Club“ zu werben. Er steht allen Meistern offen und soll bei kostenloser Mitgliedschaft sowohl gewerke-spezifischen als auch -übergreifenden Erfahrungsaustausch ermöglichen. „Bei aller Digitalisierung wollen wir auch dem analogen Treffen und Netzwerken Raum geben und Einblicke in andere Betriebe bieten“, sagte Ruschhaupt. Die Kreishandwerkerschaften und Innungen würden eingebunden. Eine besondere Ehrung wurde den 14 Prüfungsbesten in den jeweiligen Berufen zuteil: Sie erhielten den Meisterbrief als gerahmten Schmuckbrief.


Die prüfungsbesten Meister ihres Fachs: Sergej Schäfer (Metallbauer; Melle), Adelina Schwarz (Friseurin, Osnabrück), Lucas Hermann (Zimmerer, Bad Essen), Werner Krallmann (Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Meppen), Gerold Scholten (Landmaschinenmechaniker, Uelsen), Nikolas Drescher (Maler und Lackierer, Rieste), Maxim Tobert (Karosserie- und Fahrzeugbauer, Bohmte), Thomas Kaup (Feinwerkmechaniker, Neuenkirchen), Eduard Kampf (Elektrotechniker, Lohne), Johannes Hagedorn (Kraftfahrzeugtechniker, Bad Iburg), Johann Hofmann (Dachdecker, Emden), Wolfgang Hockmann (Installateur- und Heizungsbauer, Papenburg), Tim Baun (Maurer und Betonbauer, Ostercappeln), Simon Vogel (Tischler, Preußisch Oldendorf)