Placebo und Frühstücksteller Osnabrücker Schüler konkurrieren bei Jugend forscht

Von Catharina Kronisch


Osnabrück. Forschen, analysieren und präsentieren: Insgesamt sieben Schulen aus Osnabrück sind beim Wettbewerb Jugend forscht 2018 dabei. Unter anderem nehmen Schüler vom Gymnasium Carolinum, von der Thomas-Morus-Schule und der Ursulaschule teil. Sie erforschen den Placeboeffekt und beschäftigen sich mit der Frage, wie hygienisch ein Frühstücksteller ist.

„Steigert ein Placebo, ähnlich wie Traubenzucker, die Leistung von Schülern?“ Mit dieser Frage haben sich Maja Schwerdtfeger (14), Martha Jammers (15) und Theresa Havekost (14) von der Ursulaschule seit Anfang des Schuljahres beschäftigt. „Wir sind auf diese Idee gekommen, da wir den Placeboeffekt einfach spannend finden. Wir wollten erforschen, was sich besser auf die Leistungen von Schülern auswirkt: Traubenzucker oder einfach nur der Glaube daran, etwas Leistungssteigerndes eingenommen zu haben“, sagt Theresa. „Als Placebo haben wir bei unserem Jugend-forscht-Projekt Süßstoff eingesetzt“, fügt sie hinzu.

Was hilft mehr?

Die drei Schülerinnen aus der Klasse 9e der Ursulaschule haben ihren Versuch mithilfe von zwölf Mitschülern durchgeführt. Vorher seien die Eltern und auch ein Arzt gefragt worden, ob das Experiment erlaubt und ungefährlich sei. Danach hätten die Schülerinnen losgelegt mit dem Forschen: „Wir haben unseren Mitschülern entweder nur ein Glas mit Wasser, eins mit Wasser und Traubenzucker oder ein Glas mit Wasser und dem Placebo, also mit Süßstoff, gegeben“, erklärt Maja. „Anschließend mussten unsere Mitschüler verschiedene Test absolvieren, einen Mathe-, Vokabel- und einen Konzentrationstest.“ Sie fügt hinzu: „Diese Tests wiederholten wir dreimal, beim ersten Mal tranken die Schüler vor den Aufgaben das Wasser, beim zweiten Mal nahmen sie das Glas Wasser mit dem gelösten Traubenzucker zu sich und beim dritten Mal das Placebo, bei dem sie davon ausgingen, dass es ihnen, ähnlich wie Traubenzucker, beim Lösen der Testfragen helfen würde.“

Ganz besonders begeistert seien die Mädchen von dem Ergebnis gewesen: „Traubenzucker wirkt zwar, dennoch war die Gruppe bei vielen Aufgaben am erfolgreichsten, die nur dachte, sie hätte Traubenzucker im Glas, wo aber keiner drin war“, ergänzt Theresa. Der Placeboeffekt habe also funktioniert.

Zum Regionalentscheid

Am 22. und 23. Februar stellen die Schülerinnen ihr Projekt einer Jury in Lingen vor. „Die drei sind in der Versuchsdurchführung sehr gut organisiert. Das liegt daran, dass sie in diesem Jahr zum dritten Mal bei Jugend forscht mitmachen“, sagt die betreuende Lehrerin Nicole Zink. Auch wenn Maja, Martha und Theresa schon zweimal in Lingen beim Regionalentscheid von Jugend forscht dabei waren, seien sie etwas aufgeregt. „Vor allem bei der Siegerehrung ist man nervös“, sagt Martha.

Aber nicht nur die Ursulaschule fährt mit insgesamt zwölf Schülern und verschiedenen Forschungsprojekten ins Emsland.

Frühstücksteller im Test

Insgesamt 38 Projekte laufen zurzeit an Osnabrücker Schulen. Am Forschen und Analysieren sind auch Charleen Kleine-Hartlage (14) vom Gymnasium Carolinum und Jo-Ann Bergholz (14) von der Thomas-Morus-Schule. Sie gehen der Frage nach, wie hygienisch ein Frühstücksteller ist. „Wir wollten uns mit einer Frage aus dem Alltag beschäftigen“, sagt Charleen. „Da sind wir auf die Idee gekommen, die Bakterien auf verschiedenen Frühstückstellern zu untersuchen, da jeder von uns damit täglich beim Frühstück zu tun hat“, ergänzt sie. „Wir haben auf einem Porzellanteller, einem Plastikteller und einem Holzbrettchen mithilfe von Nährböden verschiedene Versuche gemacht“, sagt Jo-Ann. Diese seien nach dem Kauf und nach dem ersten Abwasch untersucht worden. „Außerdem haben wir eine Woche lang ein halbes Brötchen auf die Teller gelegt und dann noch eine Untersuchung auf Bakterien vor und nach dem Abwasch gemacht“, fügt Charleen hinzu. Herausgekommen sei dabei, dass der Porzellanteller der hygienischste ist – darauf sind bei allen Versuchen weniger Bakterien gefunden worden als auf dem Plastikteller oder dem Holzbrett. Dieses Ergebnis werden sie Ende Februar in Lingen präsentieren. Die Freundinnen Charleen und Jo-Ann freuen sich auf den Regionalentscheid: „Nervös sind wir nicht, wir würden aber natürlich gerne eine Runde weiterkommen.“

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Jugend forscht

Jugend forscht ist ein Nachwuchswettbewerb, der das Interesse von Kindern und Jugendlichen für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wecken soll. Mitmachen können Schüler ab der 4. Klasse bis zum Alter von 21 Jahren. Für den Wettbewerb sollen sich die Schüler selbst ein Forschungsprojekt überlegen, es bearbeiten und ihre Ergebnisse präsentieren. Bundesweit gibt es jährlich rund 110 Wettbewerbe. In diesem Jahr sind es 38 Projekte an Osnabrücker Schulen, 17 kommen aus dem Landkreis. Alle Teilnehmer treten mit ihrem Projekt bei einem Regionalwettbewerb an. Die Regionalsieger dürfen beim Landeswettbewerb mitmachen und alle Landessieger kommen ins Bundesfinale. Der Regionalentscheid für die Schulen aus der Osnabrücker Region ist vom 22. bis 23. Februar 2018 in Lingen. Zu gewinnen gibt es Geld- und Sachpreise.

Alle Jugend forscht- und Schüler experimentieren- Projekte auf einen Blick:

BBS Haste: Jugend forscht: Cansu Aksoy und Jana Porath mit „Herstellung und Erprobung von Mulchplatten und Wurzeltöpfen aus heimischen nachwachsenden Rohstoffen“, Gerrit Book mit „Erprobung von CO2-neutralen Stoffen auf ihre Dämm- und Brandeigenschaften“, Oliver Langius und Loris Jansen mit „Anleitung zur Optimierung eines Feldversuchs dargestellt am Einsatz einer Mykorrhiza- und Bakterienbeize im Maisanbau“, Ida Hügelmeyer, Jan Christopher Niemann und Karl Grünebaum mit „Haltbaromat“.

Gymnasium Carolinum: Jugend forscht: Esther Dälken mit „Entwicklung eines Arduino basierten Quadrocopters“ und Esther Wahlbrinck mit „Programm zur Auswertung eines Lichtspektrums“. „Schüler experimentieren“: Isabella Marie Empen, Cäcilia-Theresa Rawie und Mia-Sophie Tegeler mit „Die besten Wachstumsbedingungen für Pflanzen“, Charleen Kleine-Hartlage und Jo-Ann Bergholz (von der Thomas-Morus-Schule) mit „Wie hygienisch ist mein Frühstücksteller?“, Daria Fischer mit „Kann man aus einem Bruch die Periode vorhersagen?“, Moritz Molitor mit „Welcher Stoff eignet sich am besten zur Wärmeisolierung?“, Lukas Rabe mit „Berührungsloses Laden eines Elektroautos mittels Induktion“, Mareke Sophie Specker mit „Das Arduino gesteuerte Spektrometer“, Mariska Ramm und Thomas Lehrke mit „Dynamobetriebenes Licht als Sicherheitsmaßnahme für ein Skateboard“.

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium: Jugend forscht: Carla Mücke, Michaela Holwitt und Michelle Dick mit „Gaschromatographische Untersuchung des Ausgasens von Heulage“ und Sven Lohmann und Sebastian Holwitt mit „Vom n-Eck zum Kreis -Proportionalität zwischen Seitenlänge und Radius“. Schüler experimentieren: Ella Seibt, Charlotte Therese Castan und Maria Eveline Hulm mit „Nutella Zero“, Jette Giebler und Maike Walkowski mit „Vielseitige Kleidung“, Robin Winkelhage mit „Digitale Mama - weniger verplant im Schulalltag“, Lucas Kötter mit „Zufall oder Zusammenhang? Eine Untersuchung von Pi und anderen irrationalen Zahlen“ und Lennart Schliehe mit „Sockensortiermaschine“.

Gymnasium „In der Wüste“: Jugend forscht: Laura Sophie Hansen und Pauline Bücker mit „Rund um den Wassergehalt in Lebensmitteln“ und Yannis Vierkötter und Malte Busmann mit „Selbstgebaute Wetterstation mit integrierter Antenne“. Schüler experimentieren: Helena Saalfeld mit „Auto der Zukunft - umweltfreundlich und recycelt“, Lars und Erik Winkler mit „Die optimale Ballonhülle für einen Modell-Heißluftballon“, Celina Löwen, Jule Pappert und Marthe Hinrichs mit „Papier geht auch ohne Holz“, Emma Johanna Hansen und Katharina Hanneken mit „Unter welchen Bedingungen wachsen Tomaten am besten?“, Lara Davideit mit „Was essen Pflanzen?“, Niklas Kniefert mit „Was sieht das technische Auge wirklich?“ und Jan Kniefert mit „Drohnenzustellung per Fallschirm“.

Ratsgymnasium: Jugend forscht: Liam Riechardt und Marvin Lange mit „Entwicklung und Anwendung einer Softwareumgebung zur Evaluation von Spielstrategien für ein vereinfachtes Mau-Mau“, Justus Rocho, Torge Avermann und Henri Wohlschläger mit „Darstellung eines Beamer-Bildes auf einer Nebelwand“. „Schüler experimentieren“: Maximilian Daniel und Elias Kassa mit „Das Licht der Zukunft“.

Ursulaschule: Jugend forscht: Theresa Havekost, Maja Schwerdtfeger und Martha Jammers mit „Steigert ein Placebo, ähnlich wie Traubenzucker, die Leistung von Schülern?“, Lena Hiddessen mit „Spielstrategien am Beispiel von „Siedler von Catan““, Christoph Holkenbrink und Dennis Kampe mit „Eiweißdichtung“, Anja Hoffmeister mit „Windmobil“. Schüler experimentieren: Theo Schneidereit und Paul Göckemeyer mit „Dachrinnenreinigungsgerät“ und Tim Theiling, Fabian Hof und Martin Weisemöller mit „Umweltmobil“.

Gymnasium Oesede: Schüler experimentieren: Sarah Hestermeyer mit „Addieren und subtrahieren der Zahlen von 1 bis 20 - gibt es ein System?“

Oberschule am Sonnensee: Jugend forscht: Gina Marie Obrock und Janis Marie Wübbolt mit „E-Zigarette - Schädlich oder nicht?“. Schüler experimentieren: Moritz Assmann, Elias Hartung und Sören Steinkamp mit „Safe-Bag: Der sichere Rucksack“ und Lasse Galka, Mirja Maringer und Mika Maringer mit „Rund um den Fidget Spinner“.

Gymnasium Melle: Jugend forscht: Niklas Falke und Felina Spielvogel mit „Essenziell oder Schädlich? - Wirkung von Starklicht auf Heliophyten und Skiadophyten“, Jonathan Smolinski und Fynn Bertelsmann mit „Sind die Meere noch zu retten?! - Versauerung der Ozeane“, Finn Oldeboershuis, Janna Frerichs und Marvin Röhr mit „Entrostung von Eisennägeln: Cola als Wunderwaffe?“, Moritz Meyer zu Westram, Lukas Haupt und Maximilian Bornhorst mit „Unsere Luft muss besser werden! - Alternative Methoden zur Luftreinigung etablieren“, Pasqual Schulte, Tobias Zahl und Sven Aufderheide mit „Wie kann ein Akkumulator optimiert werden?“, Lorenz Leimbrock, Jan Hendrik Schlörmann und Stefan Weisbeck mit „Kann man den Magnus-Effekt auf die Straße bringen?“, Michael Heise, Erik van Delden und Paul Runge mit „Leiser fliegen?“ und Carlos Wübbeler, Johannes Nörenberg und Tobias Kansteiner mit „Untersuchung verschiedener Abhängigkeiten der Kräftewirkung zwischen Dauer- und Elektromagneten“.

Gymnasium Bersenbrück: Jugend forscht: Laurens Tomoor und Bennet Burlage mit „Staub, nervst du? 3.0 Gewinnmaximierung in der Lackiererei“. Schüler experimentieren: Carina Rehkamp und Noa Elisabeth Eichhorn mit „Keine Chance für Graffiti“, Kai Raben mit „Werden Pflanzen auch betrunken?“, Sarah Pelters und Julia Bornhorst mit „Die optimalen Seifenblasen herstellen“ und Fabian Jüttner, Jakob Schraad und Luca Kreuzhofen mit „Obst als zweiter Diesel“.