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Einer der 50 häufigsten Nachnamen in der Region Kuhlmann wohnte an der Grube

Von Winfried Breidbach

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Osnabrück. Wilhelm Kuhlmann aus Wallenhorst meint, dass sein Familienname einen Mann benannte, der in einer Kuhle (Senke) gelebt hat. Der Name Kuhlmann ist mit etwa 23000 Namensträgern sehr häufig. Er ist vor allem im Nordwesten zwischen Ostwestfalen-Lippe, Osnabrück und Hannover konzentriert. In der Region Osnabrück zählt Kuhlmann zu den 50 häufigsten Nachnamen. Die Namenvarianten Kuhlman, Cuhlmann und Kuhlemann sind erheblich seltener.

Im niederdeutschen Sprachgebiet liegt dem Familiennamen immer das mittelniederdeutsche Wort kûle („Bodenvertiefung, Mulde, Grube; Wasserloch; Sand-, Lehm-, Mergel-, Steingrube“) zugrunde.

Als „Kuhlmann“ wurde der Anwohner einer solchen Stelle bezeichnet, es handelt sich also um einen Wohnstättennamen. Aus historischen Belegen geht hervor, dass die Namensform mit -mann zwar alt sein kann, in einigen Fällen aber erst spät eine ältere, dreigliedrige Form des Namens ersetzt hat.

So heißt der Inhaber eines späteren Hofes Kuhlemann in Tintrup/Lippe im Jahre 1587 „Hermann in der Kulen“. Die Vorbesitzer des Hofes Kuhlmann in Oythe/Vechta hießen 1593 „Johann upr Kule“ und 1662 „Otto up den Kulen“, der Hof Kuhlmann in Bakum wurde 1568 von „Thonnies upr Kulen“ bewirtschaftet. Das Nebeneinander verschiedener Namensformen ist für Osnabrück schon für das 14. Jahrhundert bezeugt: In den Jahren 1367/70 erscheint „Eylhart Kuleman“ auch als „Eylhart van der Kulen“.

Die alten Wohnstättennamen in der Form „Präposition plus Artikel plus Kuhle“ sind heute zumeist verschwunden. Sie wurden entweder zu den einfachen Familiennamen „Kuhl, Kuhle, Kuhlen“ verkürzt oder durch „Kuhlmann, Kuhlemann“ ersetzt. Die heute noch existierenden dreigliedrigen Namen sind allesamt selten: „Bey der Kuhle“ und „Terkuhlen“, halb verhochdeutscht „Zurkuhl, Zurkuhle“ und „Zurkuhlen“, dazu noch „Zurkaulen“.

Einige ältere Belege des Namens Kuhl(e)mann sind „Gerbertus Kuleman“ (1315 in Lüneburg), „Vicke Culeman“ (1338 in Lübeck), „Heneke Culeman“ (1347 in Braunschweig), „Lubbeke Kuleman“ (1540 in Belm-Powe).

Im Raum Celle wurde Kuhlemann als Berufsbezeichnung in der gleichen Bedeutung wie „Kûlengrever“ (Kuhlen- = Totengräber) verwendet. Am Unterlauf des Mains und in Rheinhessen war „Culeman“ um 1300/ 1400 ein Kosename zum Rufnamen Konrad. Ein dort einheimischer Nachname Kuhl(e)mann muss darauf zurückgeführt werden.

Im Internet finden Sie die Familiennamen, die Dr. Breidbach schon im Auftrag unserer Zeitung untersucht hat: www.noz.de/namen Namensvorschläge bitte an namensforscher@noz.de

Gutachten: www.ifn.name


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