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Angst vor Radioaktivität und Asbest Alte Strahlenklinik in Osnabrück wird abgerissen

Von Sebastian Stricker

Bagger tragen das seit 2007 leer stehende Osnabrücker Röntgeninstitut ab. Auf dem 11.200 Quadratmeter großen Grundstück am Westerberg sollen Dutzende hochwertige Eigentumswohnungen entstehen. Foto: Gert WestdörpBagger tragen das seit 2007 leer stehende Osnabrücker Röntgeninstitut ab. Auf dem 11.200 Quadratmeter großen Grundstück am Westerberg sollen Dutzende hochwertige Eigentumswohnungen entstehen. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Luxuswohnungen statt Krankenhaus-Ruine: Im Osnabrücker Nobelstadtteil Westerberg hat der Abbruch der ehemaligen Strahlenklinik begonnen. Bürger fürchten sich vor möglicher Radioaktivität und asbesthaltigem Schutt. Zu Unrecht, versichern die Verantwortlichen.

Auf dem 11.200 Quadratmeter großen Grundstück an der Lürmannstraße sollen Dutzende hochwertige Eigentumswohnungen entstehen. Investor BPD Immobilienentwicklung (Düsseldorf) spricht von sieben Mehrfamilienhäusern mit 67 Einheiten zwischen 90 und 120 Quadratmetern. Ob es dabei bleibt, sei offen, erklärte Projektmanager Thomas Trendelkamp auf Nachfrage. An den Plänen werde noch gefeilt. BPD hatte das Gelände im Sommer 2016 den Paracelsus-Kliniken abgekauft – zu einem Preis von mutmaßlich mehreren Millionen Euro.

Fachgerechte Entsorgung

Jetzt fangen Bagger an, das seit über zehn Jahren leer stehende Osnabrücker Röntgeninstitut abzutragen. Keine ungefährliche Arbeit, denn in dem Häuserkomplex von 1950 lauert krebserregendes Asbest. Besorgte Nachbarn berichteten unserer Redaktion von angeblich unzureichend gesichertem Schutt. Doch BPD beteuert: Alles werde fachgerecht entsorgt. Auch für die Gesundheit der Bauarbeiter bestehe null Risiko, ergänzt das staatliche Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück. „Der Arbeitsschutz ist ordnungsgemäß, wir haben nichts zu beanstanden“, heißt es dort.

Kobaltkanone verstummt

Und was ist mit Radioaktivität? In der Strahlenklinik, die einst als modernster Betrieb seiner Art galt, stand mal eine sogenannte „Kobaltkanone“. Mit solchen Gammastrahlengeräten wurden seinerzeit Krebstumore behandelt. Dazu BPD-Projektmanager Trendelkamp: „Alle medizinischen Apparate sind seit Jahren weg. Es wurde alles freigemessen, es gibt keine Radioaktivität mehr.“