Landkreis Osnabrück stellt Antrag Landkreis Osnabrück will fünf Förderschulen erhalten

Von Jean-Charles Fays

Fünf Förderschulen im Landkreis Osnabrück sollen frühestens 2028 auslaufen. Dazu wird auch die Georgsmarienhütter Comeniussschule mit Förderschwerpunkt Lernen gehören. Archivfoto: Landkreis OsnabrückFünf Förderschulen im Landkreis Osnabrück sollen frühestens 2028 auslaufen. Dazu wird auch die Georgsmarienhütter Comeniussschule mit Förderschwerpunkt Lernen gehören. Archivfoto: Landkreis Osnabrück

Osnabrück. Der Bildungsausschuss des Landkreises Osnabrück hat die Kreisverwaltung einstimmig beauftragt, die Fortführung der fünf bestehenden Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen zum August zu beantragen, wenn an diesen Schulen ausreichend Schüler vorhanden sind. Zudem soll ein Inklusionskonzept erarbeitet werden.

Zum laufenden Schuljahr hatten die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen bereits keine Schüler mehr in der fünften Klasse aufgenommen. Ursprünglich sollten die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen bis zum Jahr 2022 sukzessive auslaufen. Andreas Viehoff ist als Vertreter der allgemeinbildenden Schulen im Landkreis-Bildungsausschuss und Leiter der Georgsmarienhütter Comeniusschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen Experte für dieses Thema und sagt: „Aktuell ist noch nicht absehbar, inwiefern alle fünf Förderschulen ihren Schwerpunkt behalten können.“ Für eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen werden mindestens 13 Schüler je Klasse in den Klassenstufen 5 bis 9 und 10 in der 10. Klasse benötigt.

Fünf Schulen mit dem Schwerpunkt Lernen

Bislang gibt es noch folgende fünf Schulen mit dem Schwerpunkt Lernen: Die Comeniusschule Georgsmarienhütte, die Astrid-Lindgren-Schule Bohmte, die Hasetalschule Quakenbrück, die Wiehengebirgsschule Melle und die Wilhelm-Busch-Schule Bramsche. Die Förderschulen in Bohmte, Bramsche, Melle und Quakenbrück haben zusätzlich den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Da dieser Schwerpunkt in jedem Fall erhalten bleibt, besteht laut Viehoff jetzt noch die Gefahr, dass der Förderschwerpunkt Lernen aufgrund zu geringer Schülerzahlen auslaufen könnte.

Wie geht es nach 2028 weiter?

Bei der Comeniusschule als reine Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen hält Viehoff es für ausgeschlossen, dass sie wegen zu geringer Schülerzahlen schließen muss: „Wir haben in unserem Förderzentrum in Georgsmarienhütte im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Grundschulen ganz viele Schüler in der vierten Klasse mit dem Schwerpunkt Lernen, die signalisiert haben, dass sie gerne zu uns kommen würden.“ Die Schüler sollen somit ab August wieder die Möglichkeit bekommen, die fünfte Klasse und die darüber hinausgehenden Klassen zu besuchen. „Wir sind dann wieder eine vollständige Sekundar-Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen“, freut sich Viehoff. Das neue Schulgesetz bietet seiner Meinung nach Chancen. So will die Landesregierung es ermöglichen, regionale Inklusionskonzepte im Grundschulbereich etwa durch die Einrichtung von Lerngruppen mit bestimmten Förderschwerpunkten zu etablieren. Es sei zu prüfen, ob das in unserer Region auch mit Förderschwerpunkten im Bereich Lernen möglich ist. Darüber hinaus würde Viehoff sich wünschen, wenn es auch nach dem Bestandsschutz bis zum Jahr 2028 Möglichkeiten gibt, die Comeniusschule zu erhalten. Er warnt, dass „die Motivation, jetzt etwas aufzubauen, andernfalls natürlich gering wäre.“ Seiner Auffassung nach ist es nicht nötig, ein Datum zu setzen: „Die Eltern werden selbst entscheiden und ihr Wahlrecht ausüben. Wenn das dazu führt, dass Förderschulen wegen zu geringer Schülerzahlen schließen, dann ist das doch auch ein Ergebnis der Inklusion. Wichtig ist, dass Eltern weiterhin die Wahl haben.“

Die Jahre, die man durch das neue Schulgesetz gewinne, sollten Viehoff zufolge für ein Konzept genutzt werden, um ein Konzept für den Schulträger zu entwickeln und zu evaluieren, was gut und was schlecht läuft.

Hoher Sanierungsbedarf zum Erhalt der Schule

Dadurch, dass die Comeniusschule nun erst einmal bis 2028 planen kann, werden nun auch bislang aufgeschobene Sanierungsmaßnahmen an dem Gebäude fällig: „Es ist wohl eine Kernsanierung nötig. Die Fenster sind marode und es stehen etliche Sachen an, die nicht mehr umgesetzt worden wären, wenn die Schule 2023 ausgelaufen wäre, aber jetzt steht es an.“ Die Comeniusschule verfügt aktuell über zehn Klassen und 16 Klassenräume. Auch der Landkreis geht von einem hohen Sanierungsbedarf zum Erhalt der Schule aus.