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Straße An der Petersburg U-Turn vor Vollsperrung: Osnabrücker Fahrer übersehen Schilder

Von Meike Baars


Osnabrück. Zur Hauptstoßzeit bietet sich an der vollgesperrten Straße „An der Petersburg“ in Osnabrück ein interessantes Schauspiel: Dutzende Fahrer ignorieren die Beschilderung am Wall und müssen vor der Baustelle wenden – für Kleinwagen kein Problem, aber auch 40-Tonner landen in der Sackgasse.

Die Verkehrsschilder am Petersburger Wall lassen eigentlich keine zweite Interpretation für Abbieger zu: Ein roter Querstrich auf blauem Grund, dort wartet eine Sackgasse bedeutet das. Darunter der Hinweis „keine Wendemöglichkeit“. So weit so eindeutig.

Hilfloser Blick auf Absperrungen

Trotzdem versuchen momentan täglich Hunderte Autofahrer ihr Glück, biegen in die Straße An der Petersburg ein – und blicken dort ziemlich hilflos auf Absperrungen, die kein Durchkommen erlauben. Hinter der Abzweigung zur Schepeler Straße haben die Stadtwerke die Straße aufgerissen, um neue Versorgungsleitungen zu legen. Noch bis Ende März bleibt die Straße gesperrt. „Das ist lustig mit anzusehen“, sagt ein Bauarbeiter, der dort aktuell Bohrungen vornimmt. „Die fahren hier rein und müssen dann schauen, wie sie wieder wegkommen.“

40-Tonner rangieren auf der Stelle

Für Kleinwagen ist das kein Problem. Sie wenden und folgen dann – wenn sie gut beraten sind – den Umleitungshinweisen. Bei größeren Lastwagen erfordert das Manöver Geschick und Geduld. „Wir haben auch schon 40-Tonner beobachtet, die auf der Stelle rangieren mussten“, sagt der Bauarbeiter.

Anwohner, die an der Ecke zur Schepeler Straße wohnen, ärgern sich über die lauten Wendemanöver direkt unter ihrem Fenster, wie sie unserer Redaktion schildern. Dass überhaupt so viele Autos in die vollgesperrte Straße An der Petersburg einbiegen, liege an der Ampelschaltung am Wall, glaubt Dilaver Öcalan, der regelmäßig an der Stelle vorbeikommt und die U-Turns der Lastwagen mit Argwohn beobachtet. „Das ist nicht ganz ungefährlich“, so seine Einschätzung. Er findet es irritierend, dass die Ampel für Linksabbieger am Wall aus Richtung des Bahnhofs kommend eingeschaltet ist und Grün anzeigt, obwohl die Spur zu der Vollsperrung führt.

Gibt es Verbesserungspotenzial?

Das sieht man bei der Stadt anders. Die Ampel müsse eingeschaltet bleiben, schließlich sei die Straße An der Petersburg noch bis zur Schepeler Straße frei und Anlieger würden diesen Weg nutzen, so Stadtsprecher Sven Jürgensen. Dennoch solle sich ein Mitarbeiter des Fachbereichs Städtebau die Beschilderung an den Zufahrtsstraßen anschauen. „Er soll prüfen, ob wir noch etwas verbessern können.“

Die Stadt hat nachgebessert: Seit Donnerstagabend weist ein Absperrgitter samt weiterem Sackgassenschild auf die gesperrte Straße hin. Foto: Sven Mechelhoff

Dies ist inzwischen offenbar geschehen: Seit Donnerstagabend steht ein Absperrgitter samt weiterem Sackgassenschild an der Einfahrt zur gesperrten Straße – direkt am Wall. Links und rechts lässt es den Anliegern ausreichend Platz, allen anderen Fahrern zeigt es deutlich an: Wer keine Pirouette drehen will, sollte hier nicht einbiegen.